Eurosport - Mi 18.Jul. 17:14:00 2007
Die Drogen-Diskussion über Missbrauch im Golf hält an. Zwei Tage nach dem Plädoyer von Tiger Woods für eine Sperre von ein oder zwei Jahren für mögliche Sünder schätzte der ehemalige südafrikanische Weltstar Gary Player, dass weltweit etwa zehn Spitzenprofis verbotene Drogen nehmen.
Der Weltranglisten-Erste Woods hatte betont, dass er niemanden kenne, der solche Mittel nehmen würde.
"Keiner weiß genau, wie viele und was sie nehmen. Aber alle Ärzte, die ich konsultiert habe, sagten mir immer wieder, Gary, du musst Wachstumshormone nutzen, weil dein Körper schrumpft. Es macht dich stärker, deine Haut fester, das Haar kräftiger. Aber ich habe es abgelehnt, weil ich nicht sicher bin, welche Folgen es für mich haben könnte", sagte Player am Mittwoch vor dem Start der 136. British Open im schottischen Carnoustie. Er kenne einen, der sich ihm gegenüber geoutet habe.
Der Profi mit dem Spitznamen "Schwarzer Ritter" geht davon aus, dass "etwa 50 bis 60 Prozent aller Athleten in allen Sportarten der Welt" dopen würden. Es sei nicht auszuschließen, dass noch weitaus mehr Golfprofis verbotene Drogen wie Steroide oder Kreatine nehmen würden. Player hat in seiner Karriere 163 Siege gefeiert, darunter neun Major-Titel und 1959, 1968 und 1974 die British Open.
Chief-Executive Peter Dawson vom Royal & Ancient Golfclub von St. Andrews, bisher auf der Europäischen Tour der maßgebliche Regelwerkgeber und -überwacher, betonte am Mittwoch, dass in Carnoustie keine Dopingproben genommen werden. Die nicht-olympische Sportart Golf unterliegt allerdings nicht den internationalen Anti- Doping-Gesetzen. Der amerikanische und europäische Golf-Dachverband haben für 2008 angekündigt, Dopingproben in ihre Satzungen aufzunehmen und auch umzusetzen.
dpa / Eurosport