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Arminia Bielefeld feiert ausgelassen Rang 15

So 18 Mai, 10:41 Uhr


Stuttgart (dpa) - Die Spieler jubelten in T-Shirts mit der Aufschrift «Leidenschaft ist unabsteigbar», Trainer Michael Frontzeck duckte sich vor der unausweichlichen Bierdusche, und auf der Tribüne lag sich der Vorstand in den Armen.

Nachdem der Klassenverbleib von Arminia Bielefeld feststand, genossen alle Beteiligten die Party-Stimmung. Die Ostwestfalen hatten sich durch ein 2:2 (0:1) beim VfB Stuttgart und dank der 0:2-Niederlage des 1. FC Nürnberg gegen Schalke 04 den 15. Platz gerettet. Die Arminia wird ein fünftes Jahr in Folge in der Fußball-Bundesliga spielen und damit ihren Vereinsrekord einstellen. «Wir sind alle überglücklich, dass wir es nach einer sehr komplizierten Rückrunde geschafft haben», sagte Frontzeck.

«Nach dem katastrophalen Start mit vier Niederlagen haben wir uns gefangen. Nicht nur die Mannschaft, auch der gesamte Club hat sich in den letzten Wochen fantastisch präsentiert», sagte der 44-Jährige, der die Elf erst seit Januar trainiert. Ersatzkeeper Mathias Hain hatte Mühe, seine Emotionen in Worte zu fassen: «Was für eine Anspannung von einem abfällt, das ist Wahnsinn. Die Gefühle kann man nicht zügeln, die muss man laufen lassen.» Nach dem Abpfiff wurde der 35-Jährige von seinen Mitspielern in die Gästekurve getragen, da er den Club nach fast acht Jahren verlässt.

Während der Vorstand eine Charter-Maschine zurück nach Bielefeld nahm, reiste die Mannschaft im Zug zurück nach Ostwestfalen und wollte schon die Fahrt zum Warmfeiern nutzen. «Ich gehe davon aus, dass die anderen Gäste Schwierigkeiten haben, im Bordrestaurant Plätze zu finden», sagte Präsident Hans-Hermann Schwick. In Bielefeld sollte dann die große Sause starten. «Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft alle Lokale aufsuchen wird, die bis morgens geöffnet haben», meinte der Clubchef schmunzelnd.

In Feierlaune war auch Robert Tesche. Mit seinem ersten Bundesliga-Tor hatte der 20-Jährige die kämpfenden Arminen in Front gebracht (10. Minute). VfB-Stürmer Mario Gomez erzielte eine Viertelstunde vor Schluss per Foulelfmeter den Ausgleich (75.). Die späte Führung der Schwaben durch Manuel Fischer (85.) glich Christian Eigler schnell wieder aus (87.). «Ich glaube, dass die Mannschaft bis zum Schluss in dem Spiel dringeblieben ist und es den Stuttgartern nicht gegönnt hat, zu gewinnen», lobte Frontzeck die Moral seines Teams.

Schwick sprach dem Trainer einen großen Anteil am Nicht-Abstieg der Arminen zu, die von 1980 bis 1985 schon einmal fünf Jahre in Serie dem Oberhaus angehört hatten. Dass Frontzeck auch im Abstiegsfall weiterbeschäftigt wird, hatte die Vereinsführung schon vor der Partie bekanntgegeben. «Die Mannschaft hat seine Art angenommen. Er hat der Mannschaft ihr Selbstbewusstsein zurückgegeben», sagte Schwick.

Genau das war den Bielefeldern verloren gegangen, nachdem es nach einem fulminanten Saisonstart unter Ernst Middendorp steil bergab gegangen war. Im Dezember wurde der Trainer entlassen, im Februar der umstrittene Sportdirektor Reinhard Saftig. Für die nächste Bundesliga-Saison rechnet Schwick damit, dass Bielefeld neben Energie Cottbus mit dem kleinsten Etat auskommen muss. «Darum wissen wir, dass es wieder gegen den Abstieg geht.»

 

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