Pokerlegende Amarillo Slim

Eurosport - Fr 18.Apr. 11:07:00 2008

Mit der World Series of Poker (WSOP) steht Ende Mai wieder die Pokerweltmeisterschaft mit über 50 Turnieren ins Haus. Zeit sich mit den Spielern zu beschäftigen, die diese Megaturnierserie entscheidend geprägt haben.

POKER - 0

Amarillo Slim ist eine wahre Pokerlegende. Schon 1960 zog er zusammen mit Sailor Roberts und Doyle Brunson durch Texas und erleichterte in wirklich jeder Stadt die Pokerspieler um ihr Kleingeld. Das Trio brach erst nach sechs Jahren im Spielerparadies Las Vegas auseinander. Die gemeinsame Bankroll war verloren und man entschied sich von nun an getrennte Wege zu gehen.

Slims Durchbruch war sein WSOP Sieg 1972. Ein Turnier das damals mit acht Teilnehmern gespielt wurde. Die beiden Jahre zuvor hatte Johnny Moss gewonnen. Sein alte Gefährten Sailor und Brunson konnte das Turnier 1975, 1976 und 1977 gewinnen.

Danach war Slim, der mit bürgerlichem Namen Thomas Preston heißt, einer der ersten Pokerspieler der durch TV-Auftritte berühmt wurde. Er prägte schon früh das Bild vom professionellen Spieler, der sich vehement dagegen wehrt als Gambler abgetan zu werden.

Einer von Slims bekanntesten Sprüchen ist: "Wenn du nicht schnell weißt, wer der schwächste Spieler am Tisch ist, steht auf, weil du der schwächste Spieler bist."

(If you don't see a sucker, get up, because you're the sucker.)

Insgesamt konnte er vier der begehrten WSOP Bracelets gewinnen. Nach seinem Erfolg im Main-Event gewann er 1974 ein weiteres NoLimit Hold'em Bracelet, 1985 und 1990 folgte dann zwei Bracelets in Omaha-Turnieren.

Im letzten Jahr wurde bekannt, dass Nicolas Cage in einem Film über den 80-jährigen Pokerprofi die Hauptrolle spielen wird. Amarillo Slim und Cage haben sich bereits getroffen und sind beide von der Idee begeistert.

Nicht nur Amarillos schillerndes Pokerleben ist Stoff genug für den Film. Neben Poker ist Slim immer auch für alle möglichen Wetten bekannt. Kuriositäten wie ein Kamelritt durch ein Casino oder eine Golfpartie gegen Evel Knievel, gespielt mit einem Hammer, waren dabei durchaus an der Tagesordnung.

2003 veröffentlichte Amarillo seine Autobiographie, auf die der Film basieren wird. In "Amarillo Slim in a World of Fat People" erzählt der selbsternannte beste Pokerspieler der Welt auch von seinen Partien mit Larry Flint, Lyndon Johnson und Richard Nixon.

Eine seiner bekanntesten Wetten hat in leicht abgeänderter Form aber schon den Sprung auf die Leinwand geschafft. Slim bot einmal einem Golfprofi die Wette an, dass er einen Golfball über eine Meile weit schlagen würde. Der abgebrühte Spieler gewann, weil er den Ball über einen zugerfrorenen See schlug. In "Tin Cup" schlug Don Johnson als Golfpro David Simms den Ball eine Straße entlang.

Eurosport