Welsh Open - Selby triumphiert in Newport

Eurosport - Mo 18.Feb. 10:28:00 2008

Mit einem großartigen Comeback schlug Mark Selby im Finale der Welsh Open Ronnie O'Sullivan mit 9:8 und gewann damit nur einen Monat nach seinem Masters-Triumph auch seinen ersten Titel bei einem Weltranglisten-Turnier.

SNOOKER 2007-2008 Welsh Open Mark Selby O'Sullivan R. - Selby M. - 0

Dabei schien der "Jester from Leicester" schon geschlagen, als er mit 5:8 in Rückstand geraten war, aber mit seinem großartigen Safety-Spiel kämpfte er sich wieder zurück und holte vier Frames in Folge.

Ronnie O'Sullivan wusste denn auch, wo die Stärke von Mark Selby lag: "Mit seinen Safeties hat er mich nicht mein Spiel machen lassen - die waren einfach zu gut." Und auch Mark Selbys Analyse traf diesen Punkt: "Ronnie war heute bestimmt der bessere, wenn es darum geht, Punkte zu machen. Aber ich habe mich mit meinen Safeties durchgekämpft. Mein Stoß war heute nicht so gut, da musste ich auf Plan B zurückgreifen und kämpfen."

O'Sullivan kommt spät in Fahrt

Die erste Session des Finales war ein zähes Ringen der beiden. Zwei Frames dauerten über eine halbe Stunde, zwei weitere Frames mussten neun aufgesetzt werden. Ronnie O'Sullivan kam erst im letzten Durchgang in Fahrt, als er mit einer 108 zum 4:4 ausglich.

Zu Beginn der zweiten Session begann dann aber der Sturmlauf von Ronnie O'Sullivan. Mit Breaks von 93 und 135 stürmte er auf 6:4 davon. Mark Selby: "Frame elf war ganz wichtig für mich." Da nämlich vergab O'Sullivan seine Chance und mit einer 72 verkürzte Selby auf 5:6; bei diesem Break waren alle roten über den Tisch verteilt. In den nächsten Frames aber verließ Mark Selby etwas die Präzision bei den Safeties. O'Sullivan nutzte das zur 8:5 Führung und schien dem Sieg ganz nahe.

Risiko wird belohnt

Mark Selby aber steckte nicht auf und kämpfte sich zurück. In Frame 16 führte O'Sullivan nach einem Break schon mit 53:0, aber Selby holte Punkt um Punkt auf. Am Ende glich er mit einer 26er-Clearance bis pink zum 8:8 aus, aber dabei war jeder Ball einer von der schwersten Sorte.

Im Entscheidungsframe hatten beide ihre Chancen. Die Entscheidung fiel, als O'Sullivan die letzte rote als Double zu spielen versuchte. Rot blieb auf dem Tisch und lief vor die gelbe Tasche, aber die Weiße fiel. Ball in Hand war ein Göttergeschenk für Mark Selby, der das dann auch zum 9:8 nutzte. "Vor 18 Monaten habe ich noch die Qualifikationsrunden in Prestatyn gespielt. Jetzt habe ich das Masters und die Welsh Open gewonnen und stand im WM-Finale. Ich kann mich nicht beschweren", zeigte sich Selby überaus zufrieden.

Rolf Kalb / Eurosport