Eurosport - Mo 18.Feb. 09:32:00 2008
Eurosport-Kolumnist Rudi Brückner nimmt sich noch einmal die Nürnberger Verantwortlichen zur Brust, deren Verhalten bei der Entlassung von Hans Meyer er für sehr bedenklich hält.
Was sind nach 20 Spieltagen die Erkenntnisse in der Bundesliga? Bayern besteht die Herausforderung, Bremen bleibt bissig. Der Hamburger SV ist nach einem Durchhänger zurück im Kampf um Platz 3. Schalke patzt, wenn es drauf ankommt. Dortmund stoppt den freien Fall in Cottbus. Ganz Bielefeld bedankt sich in Bremen und Dortmund, das die Arminia immer noch nicht auf einem Abstiegsplatz steht. Hertha und Stuttgart duseln sich wenig überzeugend zu Siegen. Wolfsburg zeigt mittlerweile individuelle Klasse gepaart mit Glück und Aufsteiger Duisburg ist wohl ein Wiederabsteiger. Also fast alles beim Alten, wenn da nicht der miese Rauswurf von Trainer Hans Meyer unter der Woche in Nürnberg gewesen wäre.
Die Führungsetage des Clubs hat gezeigt, dass sie nicht mal zweitklassig ist! Präsident, Manager und Aufsichtsrat müssten sofort suspendiert werden und in einem längeren "Seminar des Anstandes" erst einmal Verhaltensübungen des täglichen Lebens lernen. Da diese ungehörigen Funktionsträger ja alle im Amt bleiben, sollte die Mannschaft des 1. FC Nürnbergs sofort vom Spielbetrieb abgemeldet werden. Geht alles leider nicht, aber wäre für die Beteiligten lehrreich.
Selbst die Spieler haben zu all diesen Ungeheuerlichkeiten der so genannten Führungskräfte geschwiegen. Keiner bewies da Rückgrat, keiner da mit Selbstvertrauen. Aber vielleicht organisiert der Fußballgott den Abstieg ja sowieso! Das wiederum täte mir wegen der Fans leid, denn sie waren die einzigen in diesem unschönen Vorgang die zu Hans Meyer standen und stehen, klasse!
Zumwinkel grüßt Bader
Wieder mal ein Beweis, das die Menschen, die den Fußball wirklich lieben, auch ahnen was Moral und Anstand sind. Manager wissen dies offensichtlich nicht, oder wollen es einfach nicht wissen, sowohl im Sport als auch im sonstigen Leben. Herr Zumwinkel grüßt herzlich Herrn Martin Bader. Der nächste Gegner im Nürnberger Stadion ist Energie Cottbus. Die haben nichts zu verlieren
Große sportliche Moral zeigte einmal mehr Sensationsaufsteiger Karlsruhe. Nach 2:0-Rückstand kämpften sie sich gegen Leverkusen noch zu einem Unentschieden und stoppten damit die Siegesserie der Bayerelf. Diese verpassten dadurch die Sicherung des dritten Platzes und sind neben Schalke damit die Verlierer der Liga hinter den Bayern.
Naja, Bremen hat sich hinter den Bayern so festgebissen, das die beiden wahrscheinlich auch so über die Ziellinie gehen werden. Neu ist, dass der Rekordmeister nun wohl doch den Herausforderungen der Verfolger trotzen kann.
"Schweini" kommt langsam in Form
In Hannover spielten Hitzfelds Kicker einen Souveränen Sieg ein. Das Luca Toni dreimal traf und von Klose nicht viel zu sehen war, ist nur eine Randnotiz. Wichtiger ist, das Schweinsteiger langsam wieder zu seiner Form findet, rechtzeitig für die Europameisterschaft im Sommer. Bemerkenswert auch, das in Wolfsburg die individuelle Klasse langsam einen Magath-Team-Spirit verpasst bekommt und immer mehr zu einer Mannschaft wird.
Auf Schalke zwar mit Glück gewonnen, aber der Auftritt insgesamt vermittelte den Eindruck, als ist vielleicht doch schon in dieser Saison das internationale Geschäft möglich. Vor den Wölfen darf also ab sofort gezittert werden! Lächerliche Teppichhändler und Möchtegern-Manager sollten jedoch ab sofort nur noch ausgelacht werden, denn Lachen ist gesund!
Rudi Brückner / Eurosport