Köln (dpa) - Co-Trainer Michael Henke verspürte «ein wunderbares Gefühl», Chefcoach Zvonimir Soldo genoss das Ende einer Serie eher im Stillen. Endlich, nach 167 Tagen, beendeten die Fußball-Profis des 1. FC Köln eine lange Leidenszeit.
Das 1:0 (1:0) gegen den FSV Mainz 05 war für Soldos Mannschaft der erste Bundesliga-Erfolg im RheinEnergieStadion seit dem 1:0 am 3. Mai gegen Werder Bremen. Vor 49 000 Zuschauern in der WM-Arena von 2006 machte Milivoje Novakovic (42. Minute) den Sieg perfekt. Der FC-Goalgetter hatte sein letztes Tor ausgerechnet beim damaligen Sieg über die Hanseaten erzielt. Die Kölner verlassen den Relegationsplatz, Novakovic nahm «Erleichterung bei uns und den Fans» wahr. Mainz bleibt trotz der dritten Auswärtsniederlage nach dem Aufstieg im gesicherten Mittelfeld.
Auch wenn sein Team gewann - Soldo war nicht restlos zufrieden: «Die Mannschaft ist noch nicht so sicher und souverän», meinte der Kroate angesichts eines eher wirren Auftritts seiner Elf. Da auch die Gäste die Defensive bevorzugten, war das Geschehen nicht gerade berauschend für die Fans auf den Rängen. «Defensiv war das okay, aber offensiv war es natürlich zu wenig», sagte FSV-Manager Christian Heidel über die Darbietung des Aufsteigers, der erst in der Schlussphase versuchte, wenigstens zu einem Teilerfolg zu kommen.
Soldo überraschte mit einer stark offensiv ausgerichteten Startformation. Trotz des Hauskrachs um die Nationalmannschafts- Abstellung von Novakovic bildete der slowenische FC-Kapitän zusammen mit Lukas Podolski und Manasseh Ishiaku die Abteilung Attacke. Außer Novakovic kehrte auch der ebenfalls lange verletzte Linksverteidiger Pierre Womé in das Geißbock-Team zurück. Bei den Mainzern, deren Kapitän Nikolce Noveski seinen 100. Bundesliga-Einsatz feierte, rückte der Däne Bo Svensson in die Mannschaft.
Ein Sturmlauf des FC blieb indes aus, Novakovic (12.) hatte zunächst die einzige vielversprechende Chance. Die Rheinhessen mussten keine großen Anstrengungen unternehmen, um das betuliche und schläfrige Aufbauspiel der Gastgeber sicher zu kontrollieren. Allerdings blieb Mainz in der Offensive so ziemlich alles schuldig und wurde kurz vor der Pause durch Novakovic bestraft, der eine Vorlage von Fabrice Ehret gnadenlos verwertete. Knapp eine Minute später scheiterte der FC-Kapitän per Kopf und vergab somit die Chance zum 2:0.
Ohne die ordnende Hand des weiterhin gesperrten Maniche tat sich das Soldo-Team auch in den zweiten 45 Minuten schwer, hatte aber erneut durch Novakovic (53.) eine gute Möglichkeit. Auf der Gegenseite sorgten Elkin Soto (56.) und Aristide Bancé (64., 90.) wenigstens für ein bisschen Gefahr im Mainzer Angriff.


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