Nürnberg (dpa) - Aufatmen beim «Club», dicke Luft bei der Hertha - im Kellerderby der Fußball-Bundesliga beim 1. FC Nürnberg kassierte Schlusslicht Hertha BSC Berlin eine bittere 0:3 (0:2)-Lektion und steckt nach nunmehr acht Pleiten in Serie in einer schweren Krise.
«Ich bin riesig enttäuscht. Die Mannschaft hat in keinster Weise das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Das können wir uns nicht gefallen lassen», stellte Hertha-Trainer Friedhelm Funkel nach dem Fiasko fast entsetzt fest, «es ist jede Menge Arbeit vor uns.»
Der FCN schöpft dagegen wieder Hoffnung im Kampf um den Klassenverbleib. Mit einem Schweizer Tor-Festival brachten die Eidgenossen Albert Bunjaku (26./60. Minute) und Daniel Gygax (18.) den FCN vor 38 094 Zuschauern im Nürnberger Stadion nach drei Niederlagen hintereinander wieder in die Erfolgsspur. Vorerst hat der «Club» die Abstiegsplätze verlassen. «Das war ein überzeugendes Spiel von uns, das uns für die kommenden Wochen sehr viel Selbstvertrauen gibt», sagte Nürnbergs erleichterter Trainer Michael Oenning nach dem zweiten Saison-Heimsieg.
Hertha-Keeper Sascha Burchert, zuletzt beim 1:3 gegen den Hamburger SV mit zwei Kopfball-Torvorlagen tragische Figur, war auch in Nürnberg nicht zu beneiden. Die stürmischen Franken setzten den 19-jährigen Ersatzmann von Jaroslav Drobny, der wegen Bandscheibenproblemen erneut passen musste, von Spielbeginn an unter Beschuss. Einen Schuss von Christian Eigler (6.) konnte er noch abwehren, aber bei der «Club»-Führung sah er nicht gut aus. Einen Kopfball von Mike Frantz boxte er genau auf die Füße von Gygax - der Schweizer bedankte sich mit seinem ersten Saisontor. Acht Minuten später musste Burchert erneut den Ball aus dem Netz holen - nach Rückpass von Frantz schoss Bunjaku Nürnberg mit 2:0 in Front.
Während der sehr konzentrierte und engagierte Altmeister mit sehenswerten Offensivkombinationen auch spielerisch überzeugte, spielte die Hertha dem Tabellenplatz entsprechend: Kein Biss, keine Ideen, kein Spielaufbau, die Abwehr vogelwild und Sturmsolist Artur Wichniarek ein Totalausfall. Der «Club» hätte schon nach 45 Minuten mit zwei, drei Toren mehr führen können, hatte aber Mängel im Abschluss. FCN-Torwart Raphael Schäfer auf der Gegenseite musste erstmal nach 51 Minuten eingreifen - bei einem Rückpass seines Innenverteidigers Dominic Maroh.
Vor dem Berliner Tor brannte es dagegen auch nach der Pause lichterloh. Zunächst zielte der starke Bunjaku (58.) ganz knapp am Hertha-Tor vorbei, aber zwei Minuten später machte er es besser. Nach Zuspiel von Christian Eigler machte er das Schweizer Tor-Festival perfekt und erleichterte mit seinem dritten Saisontor auch die «Club»-Fans. Hertha brachte immerhin noch eine echte Chance zustande, aber Patrick Ebert (73.) scheiterte per Freistoß am prächtig reagierenden Schäfer.
Vor der Partie hatte der kurzfristige Ausfall von Dennis Diekmeier für Aufregung gesorgt. Der 19-jährige Verteidiger hatte während des Abschlusstrainings am Freitag einen Allergieschock erlitten. Diekmeier litt unter massiver Atemnot, laut FCN-Angaben bestand allerdings keine Lebensgefahr. Diekmeier wurde mit meldepflichtigen Medikamenten behandelt, deshalb wurde ihm nach Angaben von FCN-Trainer Michael Oenning, der Diekmeier schon in der Startelf hatte, von der Nationalen Doping-Agentur (NADA) eine 72-stündige Schutzsperre auferlegt.


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Kommentare 1 - 1 of 1
wenn man in solchen spielen nicht den kampf und den siegeswillen zeigt, den man braucht um gegen einen direkten konkurrenten um den verbleib in der 1. liga zu gewinnen, dann steigt man ab. gegen hamburg hat man bis zum eigentor durch kaka noch das bemuehen um einen sieg gesehen. das heutige spiel ist dagegen ein katastropaler rueckschritt. die zusammensetzung des kaders aus dunkmaeusern und eierlosen, dem ex-trainer gefaelligen ja-sagern zeigt sich jetzt in fataler weise. rafael ist als spielmacher ueberfordert. wichniarek entlarvt sich als der unmotivierte ehrlose abzocker, als der er sich bereits bei frueheren vereinen gezeigt hat. arne friedrich als kapitaen kann sich nach dem spiel wieder in traenenreichen selbstkritiken ergehen, die aber voellig belanglos sind. das praesidium mit preetz sind jetzt aufgerufen, einen umbau des kaders soweit dies noch moeglich ist, bis zur winterpause vorzubereiten. die wichniareks, janckers, pejcinovics, steins sind dazu sofort auszumustern. sofern das geld dazu fehlt, muss man sich in den planungen bereits auf liga 2 einstellen und dort die vertraege aufloesen. einen maik franz von karlsruhe in der abwehr statt der pejcinovice und konsorten und man haette kampf- und siegeswillen in der mannschaft, wie sich heute wieder zeigt. mit einem maik franz waere ein favre aber nicht im leben klargekommen. favre wurde ueberschaetzt. ein spiel ohne spielmacher, one-touch football und eine eigene schwache und eitle persoenlichkeit, die nur duckmaeuser neben sich ertragen kann, sind das erbe des favre. traurig, dass das immer wieder hertha passieren muss.
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