Eurosport - Mo 17.Aug. 14:10:00 2009
Schock für Eishockey-Profi Florian Busch: Mit einer langen Sperre bis zum 21. Februar 2011 soll der Ex-Nationalspieler nun doch noch heftig für seine verweigerte Dopingprobe vom März 2008 büßen. Der Anwalt des 24-Jährigen will sich nun gegen das drohende Berufsverbot seines Mandanten wehren.
Der Internationale Sportschiedsgerichtshof CAS erklärte dabei ausdrücklich, dass der Stürmer von Meister Eisbären Berlin auch nicht in der DEL spielen darf. Dies allerdings dürfte noch zu weiteren juristischen Auseinandersetzungen führen. "Das Urteil ist hart, aber gerecht", sagte Armin Baumert, der Vorstandsvorsitzende der Nationalen Anti-Doping-Agentur.
"Dass diese Strafe so hart ausfällt, hat in ganz Eishockey- Deutschland niemand geahnt", kommentierte Erich Kühnhackl, der Vizepräsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Die Eishockey-Legende zeigte sich entsetzt: "Das ist unglaublich, dass man einen jungen Nationalspieler, der noch alles vor sich hat, so drastisch bestraft." Busch verpasst durch die Sperre im kommenden Jahr sowohl die Olympischen Winterspiele in Vancouver als auch die Heim- Weltmeisterschaft in Deutschland. DEB-Chef Uwe Harnos meinte zum Urteil: "Das ist mit Kopfschütteln zu kommentieren."
Anwalt kündigt juristische Schritte an
Auch wenn die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) eine vom nationalen Verband unabhängige Organisation sei, solle der Spieler komplett für alle Eishockey-Wettbewerbe gesperrt sein, heißt es in einem der beiden 30-seitigen Urteile. "Es ist anzunehmen, dass jetzt Juristen in Marsch gesetzt werden. Das ist legitim", meinte der NADA-Vorstandsvorsitzende Baumert. Und während Busch schweigt, hat sein Anwalt, Georg Engelbrecht, bereits rechtliche Schritte angegündigt.
"Wenn man national die Spielberechtigung infrage stellen will, werden wir uns mit Händen und Füßen dagegen wehren", betonte Engelbrecht. "Die internationale Sperre muss man erstmal hinnehmen. Ob man dagegen noch was tun kann, wird man sehen", sagte Engelbrecht der sich nach wie vor entsetzt über die CAS-Entscheidung zeigte: "Dieses Urteil habe ich in allen Punkten zu kritisieren, und wir werden das mit allen Mitteln auch tun.
"Ein Komplizierter juristischer Prozess"
Auch Harnos meinte mit Blick auf die Sperre: "Ich glaube nicht, dass Florian Busch und sein Anwalt sich damit zufriedengeben." Die DEL wollte den CAS-Spruch zunächst analysieren und äußerte sich noch nicht. Eisbären-Manager Peter John Lee reagierte eher zurückhaltend: "Das ist ein komplizierter juristischer Prozess. Wir müssen genau lesen, was das alles für uns bedeutet."
Jurist Harnos zeigte indes großes Unverst\xC3\xA4ndnis über das Urteil der drei Richter in Lausanne. Auch der zweite Rechtsbeistand von Busch, der ebenfalls als CAS-Richter tätige Georg Engelbrecht, verstehe die Welt nicht mehr, berichtete Harnos. Das Gericht hatte sich seit der Anhörung am 22. April 2009 zwei Monate Zeit für die Urteilsfindung in dem zweiteiligen Verfahren gelassen.
Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) klagte dabei gegen das Urteil eines Adhoc-Schiedsgerichtes des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und Busch andererseits gegen den Eishockey-Weltverband (IIHF). Das DOSB-Gericht, in dem auch die WADA vertreten war, hatte aus formalen Gründen das erste Urteil des unabhängigen DEB-Gremiums bestätigt. Dieses Gericht hatte Busch verwarnt sowie 5000 Euro Geldstrafe und gemeinnützige Arbeit auferlegt. Weil der DEB zum Zeitpunkt des Urteils im April 2008 noch nicht den Code der NADA anerkannt hatte, bleibt das Urteil seines Gerichtes vor dem DOSB-Gericht Bestand und war auch aus CAS-Sicht nicht mehr anfechtbar.
Zwei Monate weniger
Busch nahm anschließend an der WM 2008 in Kanada teil, dort bestätigte der Eishockey-Weltverband seine Spielberechtigung. Auch dagegen hatte die WADA geklagt und bekam nun Recht. Zwar hatte der Stürmer, der 2008 sogar das entscheidende Tor zum Meistertitel der Berliner schoss, seit der WM nicht mehr für die Auswahl gespielt. Doch weil er weiter in der DEL aktiv war, beginnt die Sperre mit dem Tag seiner CAS-Anhörung am 22. April. Von den verhängten zwei Jahren wurden zwei Monate abgezogen - einer für den Verzicht auf internationale Einsätze seit einem Jahr, ein zweiter für das Training mit Jugendspielern, das Busch leiten musste.
Am 6. März 2008 hatte er einem NADA-Kontrolleur eine Dopingprobe verweigert, nachdem dieser bei Busch an der Wohnungstür geklingelt hatte. Dabei kam es zu einem Streit. Busch bat später darum, die Probe nachholen zu dürfen und tat dies bei dem selben Kontrolleur. Er kam allerdings nicht mehr im Auftrag der NADA, sondern für den Deutschen Eishockey-Bund. Die Probe war negativ.
"Er hat leichtfertig gehandelt"
Peter Danckert, der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, hat Busch vorgeworfen, leichtfertig gehandelt zu haben. "Was dort geschehen ist, bei dieser Kontrolle, war ein klarer Verstoß gegen die Doping-Regeln und musste behandelt werden wie ein positiver Doping-Befund. Das muss allen Top- Athleten klar sein", erklärte der SPD-Politiker.
Das Problem habe sich jedoch verschärft durch die sehr, sehr ungeschickte Behandlung des Falles durch den Deutschen Eishockey-Bund (DEB). "Der DEB hat sich vehement gegen Sanktionen gesperrt und damit die WADA und die NADA auf den Plan gerufen. Bedauerlich ist für mich, dass dies alles auf dem Rücken von Florian Busch ausgetragen wurde. Er war mehr oder weniger Spielball von Handlungen des DEB", kritisierte Danckert. Die Sanktionen hätten aus seiner Sicht milder ausfallen können, wenn sich Florian Busch schnell zu seinem Fehlverhalten bekannt und nicht mit allen möglichen juristischen Mitteln gegen die drohende Bestrafung gewehrt hätte.
Kommentare 1 - 8 of 8
olaf k
einige Stunden später ist nichts mehr nachzuweisen! In der Zeit kann man einen kompletten Blutaustausch vornehmen und die Blase leeren, dann mehrfach spülen und wieder füllen.
Wer Doping verweigert, der muss gesperrt werden. Punkt.
Der CAS war zuständig, da die deutsche NADA ihn angerufen hat. Blöderweise hat der Krupp denBusch auch noch für die Nationalmannschaft (international!) nominiert. Damit ist die nur deutsche Zuständigkeit zum Glück dahin.
Der CAS hat recht. Allerdings ist zwei Jahr schon sehr grob. Ich hätte ein Jahr (effektiv) für hinreichend gehalten.
Das ist wohl ein Witz was der Internationale Sportschiedsgerichtshof da mit Florian Busch macht.
1. Stellt sich die Frage ob eine Doping-Kontrolle von einem Manschaftssportler zu Hause staatfinden muß und nicht auch unangemeldet beim Training auf dem Clubgelände oder/bzw. vor und nach Spielen.
2. Zum Zeitpunkt der Kontrolle hatte der DEB noch nicht den Code der nationalen Dopingagentur NADA anerkannt also war Florian Busch für mich rein rechtlich berechtigt die Kontrolle NADA-Kontrolleurs zu verweigern. Anders würde es sich bei einem internationalen WADA-Kontrolleur verhalten.
3. Für mich ist es eine Unverschämtheit das sich ein internationaler Sportschiedshof in nationale Sachen einmischt und somit die Sperre auch für die DEL ausspricht das ist Einmischung in innere deutsche Angelegenheiten.
4. Florian Busch war ja nicht gedopt das wurde zu 1000% einige Stunden später bewiesen.
Die Strafe find ich überzogen.Zumal nicht sicher ist , ob er überhaupt gedopt hat. Legalisiert das Doping,denn jeder sollte selbst wissen, was er mit seinem Körper anstellt. Bernarius
Das ist eine gute Nachricht.
Den Sportlern (und Trainern etc.) fehlt der Respekt vor den Regeln. Sie haben wohl auchnicht erkannt, wie wichtig die Dopingkontrollen für das Ansehen eines Sports ist.
Ich habe schon damals dafür plädiert, den Busch wegen dieser Verweigerung in der Nationalmannschaft nicht zu berücksichtigen.
Absolut kein Mitleid. Jeder der Sport ausübt, sollte oder muss, die Regeln und die Sanktionen kennen. Wer aus Unwissenheit, so etwas kann passieren, falsch handelt, der hat selber Schuld. Man MUSS sich erkundigen und die Regeln beachten, wenn es nicht so wäre, wären Regeln für den Ars..... Dummheit schützt nicht vor Strafe.
nicht gep.... ist halt auch gedopt - nur so lässt sich das Ganze aus dem Eishockey raushalten. Ich hoffe, dass er sich da nicht irgendwie rausmogeln kann (was ich allerdings stark annehme)
Das ist eine absolut gerechte Strafe !!!
Nur so ist der Kampf gegen das Doping zu gewinnen.
Wer nichts zu verbergen hat, entzieht sich keiner Doping-Kontrolle.
Nicht nur im Radsport auch anderswo sollte hart durchgegegriffen werden.
Wer gegen das Urteil angehen will, beweist nicht gerade seinen Willen,
Doping zu verhindern !!!!
Das ist eine absolut gerechte Strafe !!!
Nur so ist der Kampf gegen das Doping zu gewinnen.
Wer nichts zu verbergen hat, entzieht sich einer Doping-Kontrolle.
Nicht nur im Radsport auch anderswo sollte hart durchgegegriffen werden.
Wer gegen das Urteil angehen will, beweist nicht gerade seinen Willen,
Doping zu verhindern !!!!
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