Peking 2008 - Deutsche bleiben ohne Gold

Eurosport - So 17.Aug. 13:10:00 2008

Die deutschen Ruderer sind bei den Olympischen Spiele erstmals seit 1956 ohne die ersehnte Goldmedaille geblieben. Auch der bislang bei Olympia ungeschlagene Doppelvierer der Frauen um Katrin Boron konnte dem Deutschen Ruderverband nicht den erhofften Olympiasieg bescheren.

ROWING 2008 Beijing 2008 Germany Achter - 0

Sportdirektor Michael Müller verzichtete am Ende einer pannenreichen Regatta auf die zuletzt übliche Schönfärberei: "Das ist eine bittere Niederlage für unsere Nationalmannschaft. Wir sind nicht mehr die beste Ruder-Nation der Welt."

"Beim DRV ist der Wurm drin"

Unvermögen, Pech und die Erkrankung von insgesamt sechs Sportlern brachten das Team um reichere Beute. Fast im Minutentakt platzten Medaillenträume. Von einem Ergebnis wie in Athen, wo der Deutsche Ruderverband (DRV) mit je zweimal Gold und Silber noch im Soll geblieben war, können alle Beteiligten derzeit nur träumen. Selbst in Athletenkreisen regte sich Kritik. "Beim DRV ist der Wurm drin. Von Zufällen oder fehlendem Glück kann man nicht sprechen", befand Berit Carow (Hamburg) aus dem leichten Doppelzweier.

Selbst auf den Frauen-Doppelvierer, seit Einführung der Bootsklasse bei den Spielen 1988 von Seoul stets auf dem obersten Treppchen, war kein Verlass. Mit dem dritten Platz blieb der viermaligen Olympiasiegerin Kathrin Boron (Potsdam) der angestrebte goldene Abschluss ihrer großen Karriere verwehrt. Auf dem Weg zur Siegerehrung kämpfte sie gegen die Tränen an, hatte aber schon danach das Lachen wiedergefunden: "Wir hatten uns Gold vorgenommen. Wenn es dann Bronze ist, ist erst einmal eine Enttäuschung da. Aber mit ein bisschen Abstand kommt Freude dazu", sagte die 38-Jährige, die mit ihren Boots-Partnern "ums Überleben gekämpft" hatte.

"Zähne zusammenbeißen"

Fast wäre dem DRV die Diskussion um fehlendes Gold erspart geblieben. Nur eine hundertstel Sekunde trennte Christiane Huth (Potsdam) und Annekatrin Thiele (Leipzig) nach 2000 Metern von einem Sieg. Erst nach der Auswertung des Zielfotos wurde Neuseeland zum Doppelzweier-Sieger erklärt. Eine ähnlich knappe Entscheidung hatte es zuletzt im Skiff-Finale der Frauen 2000 in Sydney gegeben. "Auf den letzten Metern ging es nur noch darum, den Hintern zusammenzukneifen und die Zähne zusammenzubeißen. Ich habe das Ziel nicht gesehen und die Ziel-Hupe nicht gehört", beschrieb Bug-Frau Thiele den hochdramatischen Endspurt.

Auch im leichten Frauen-Doppelzweier fiel die Entscheidung denkbar knapp gegen die Deutschen. Die auf der ersten Streckenhälfte führenden Marie-Louise Dräger (Rostock) und Berit Carow (Hamburg) verpassten um nur vier Hundertstelsekunden Bronze. Damit platzte ein weiterer deutscher Medaillentraum: Schon 24 Stunden zuvor war der ebenfalls für einen Podiumsplatz vorgesehene Zweier ohne Steuerfrau nicht über Rang vier hinausgekommen.

Angesichts der bedenklichen Entwicklung bekommen die verbandsinternen Kritiker mehr und mehr Oberwasser. Vor allem die riskante Achter-Umbesetzung nur zwei Monate vor der Abreise erwies sich als Schlag ins Wasser. Die für die Weltmeister von 2006 ins Rennen geschickte junge Crew bescherte dem kriselnden Verband mit dem blamablen letzten Platz einen weiteren kapitalen Imageschaden.

Nicht minder zweifelhaft war die Entscheidung, die beiden Medaillenhoffnungen Lenka Wech und Maren Derlien sowohl im ungesteuerten Zweier als auch im Achter starten zu lassen. Auf den letzten Metern des Zweier-Endlaufs fehlte dem Duo die Kraft, um noch in die Medaillenränge zu rudern. Diesen Einbruch wollte Lech aber nicht als Indiz für eine fehlgeschlagene Doppelstart-Strategie werten: "Wir hatten zwei Tage Pause, das muss ausreichen."

Großbritannien Klasse für sich

Erfolgreichste Nation in Peking war Großbritannien mit jeweils zweimal Gold, Silber und Bronze. Den hartumkämpften Skiff-Thron bestieg wie 2004 wieder der Norweger Olaf Tufte. Das Einer-Finale der Frauen dominierte die Bulgarin Rumjana Nejkowa, die damit die Nachfolge der nicht mehr aktiven Katrin Rutschow-Stomporowski (Berlin) antrat.

dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 2 of 2

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  1. hallo, die arroganz des h. müller im fernsehinterview ist himmelschreient.
    Er ist sportdir. und dafür verantwortlich. Also Koffer packen + vor allem die kosten für das disaster tragen.
    Es ist schon lange vorbei das der DRV der beste ruderverband der welt ist. diese schönfärberei nach medialliengewinnen, trostlos! hier ist ein gross reinemachen angesagt. mann muss leistungszentren haben in denen die sportler zusammen sind. leben, studieren, arbeiten können, da müssen viele mitspielen + unterstützen. viele sieger boote dieses jahres bestehen aus ruderern die lange zusammen fahren, es wird von abstimmung + technik gesprochen das bekomme ich in nur lehrgängen nicht hin.
    Vor allem müssen sich auch die medien hier schelte gefallen lassen. nur bei grossen events über rudern aber auch andere sprotarten zu berichten ist zuwenig. aber hinten nach rumjammern das können die journalisten, beckmann, kern + wie sie heissen.
    dann geht auf die regatten übertragt nicht nur grosse ebents auch mal andere. zeigt medienpräsenz das da sponsoren kommen! Millionen für fußball das habt ihr! lachhaft!
    Aber vor allem muss der verband sich um nachwuchs kümmern an schulen + sonstwo + nicht nur eliten fördern. wenn mann kein gymnasium oder uni hat kommt man in einigen vereinen garnicht rein. dieses elitehafte muss weg!
    es muss auch für gesunde konkurrenz situation im drv gesorgt werden. 2 achter zum beispiel. ein achter besteht aus einem team von acht mann + nicht vier 2 ern! 4rer ebenso. die miteiander das vorwärts bringen auch in anderen bootsklassen, da ist einfallsreichtum gefragt. aber vor allem diese alten funktionärsköppe die sich hinter anderen verstecken raus mit denen. junge leute ran mit ideen, geht nach Olympia in urlaub und setzt euch in 5, 6 wochen hin, althleten, trainer, funktionäre, vereine + diskutiert das aus. vor allem bach und schäuble durchforstet den deutschen sport. wir haben soviel potential nutzt das.! hautpamtl. funktionäre die nix bringen, raus!
    !

    Von bernhardfinger, am Mo 18.Aug. 11:37
  2. Jetzt wird wieder viel geredet.Nach der Urlaubspause gehts dann weiter wie immer... Schön reden. Der Sportdirektor Herr Müller muss die Verantwortung übernehmen und zurück treten!!

    Von sonja0815, am Mo 18.Aug. 9:05
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