Bundesliga - Hier spricht ein arbeitsloser Profi

Eurosport - Fr 17.Jul. 16:14:00 2009

Salif Keita ist 33 Jahre alt, Stürmer, und auf der Suche nach einem neuen Verein. Der Senegalese ist nicht der einzige Fußballprofi, der arbeitslos ist - derzeit trifft es jeden zehnten in Deutschland. Keita (verheiratet, drei Kinder) rechnet sich gute Chancen aus, wieder irgendwo unterzukommen.

FOOTBALL Senegal Salif Keita - 0

Keita ist viel rumgekommen, aber besonders lange hat er es nirgendwo ausgehalten. Vielleicht ist das auch ein bisschen sein Problem. Er hat schon für den Cappellen FC und den KRC Genk in Belgien gespielt, er kennt die zweite Liga in Deutschland (Hannover 96, Union Berlin, Rot-Weiß Oberhausen) und er hat die TuS Koblenz in die zweite Liga geschossen. Das war einmal.

Was dann folgte, waren Zwischenstationen in Griechenland und auf Zypern - für einen Profifußballer gibt es sicherlich bessere Adressen. In Keitas Lebenslauf stehen überdies 16 Länderspiele für den Senegal. Er sagt, es seien sogar 27 gewesen. Wie auch immer, jetzt ist er arbeitslos, es ist nicht das erste Mal. Mittlerweile reiht sich Keita zum dritten Mal in die Warteschleife beim "FC Arbeitslos" ("Bild-Zeitung") ein.

Wo erreiche ich Sie gerade?

Salif Keita: "Ich sitze im Auto und fahre zum Training nach Duisburg. Dort halte ich mich im Trainingscamp der VdV (Anm. d. Red.: Vereinigung der Vertragsfußballspieler) fit - das ist eine gute Sache. Alleine kannst du nur laufen. Dort kann ich mich fit halten, mit dem Ball arbeiten und Kontakte knüpfen. Wenn ich dann einen Verein finde, muss ich nicht mehr bei Null anfangen."

Zweimal am Tag Training in der Sportschule, das Wochenende ist frei, dazu ein paar Testspiele. Keita trainiert in dieser Woche mit Spielern wie Thomas Cichon, Lars Müller, Chiquinho, Daniel Ischdonat, Holger Wehlage, Filip Tapalovic, Stefan Wessels - insgesamt 26 an der Zahl. Als Trainer wechseln sich bis September ehrenamtlich an der Außenlinie ab: Stephan Paßlack, Christian Hock, Karlheinz Pflipsen, Henning Bürger, Andreas Wessels und Thomas Richter.

"Schnell, gut am Ball, strammer Schuss, vom Typ einer, der positive Stimmung reinbringt", so beschreibt VdV-Geschäftsführer Ulf Baranowsky den Spieler Salif Keita. Wenn also Sympathie eine Rolle spielt, dann dürfte der es nicht schwer haben, einen neuen Verein zu finden, aber sie tut es nicht. Für einen Stürmer zählen Tore. Die Erfahrung lehrt, dass 80 Prozent der Teilnehmer am Ende des Camps wieder einen Verein finden. Das Transferfenster schließt am 31. August. Für arbeitslose Fußballer gilt diese Wechselfrist jedoch nicht.

Wie ist die Stimmung?

Keita: "Viel besser als im letztenJahr. Es sind viele alte Kollegen dabei, mit oder gegen die man früher gespielt hat. Man kennt sich. Wir lachen auch viel zusammen."

Haben Sie auch gelacht, als Sie hörten, dass Real Madrid bereit ist, für Cristiano Ronaldo 94 Millionen Euro auszugeben?

Keita: "Ach ja, Real Madrid. Wenn der Verein so viel Geld hat, dann soll er es machen. Er hat aber nicht nur Ronaldo, sondern auch noch Kaká gekauft. Was soll ich sagen: Die beiden sind die besten Fußballer der Welt und sind das Geld wohl wert."

Was kostet ein Salif Keita heute?

Keita: "Keine Ahnung, das müssen andere entscheiden."

Sie haben zuletzt in Zypern gespielt, erst beim Zweitligisten Olympiakos Nikosia und dann beim Erstligisten Apep Pitsilia. Warum sind Sie dort nicht mehr?

Keita: "Die Verein schulden mir noch Geld. Ich kann ja nicht für umsonst spielen. Da bin ich halt weg."

Hat sich mittlerweile schon ein Verein bei Ihnen gemeldet?

Keita: "Ja. Es ist aber nichts konkret. Ich schaue noch, was in den nächsten Wochen passiert. In den letzten beiden Jahren bin ich auch untergekommen. Ich bin da ganz optimistisch."

Gibt es eine Schmerzgrenze? Sagen Sie zum Beispiel, für weniger als 10.000 Euro im Monat würde ich nicht spielen?

Keita: "Ich würde so etwas nicht ausschließen, das hängt vom Verein ab. Wichtig ist für mich die Perspektive und ob die Mannschaft eine Zukunft hat. Sonst sitze ich nach zehn Monaten wieder in derselben Scheiße."

Dann wäre Ihnen ein Zwei-Jahres-Vertrag wohl am liebsten?

Keita: "Zwei Jahre. Das ist immer besser."

Und wenn es nicht klappt? Wie geht es weiter?

Keita: "Ich kann mir vorstellen, einen Trainerschein zu machen. Der B-Schein fehlt mir noch. Aber ich glaube, dass ich mindestens noch zwei Jahre Fußball spielen kann. Übrigens, ich muss gleich zum Training.

Kein Problem. Was passiert eigentlich, wenn Sie zu spät kommen?

Keita: "Bei uns herrscht Disziplin. Dann muss ich die Kabine saubermachen."

Jens Sitarek / Eurosport

Kommentare 1 - 20 of 20

Kommentare sortieren: Aktualität
  1. schwall weiter, rjkarc babe....

    Bist du der Nick von­ jens?

    Von stefan_raab, am Fr 17.Jul. 19:50
  2. @ stefan raab, wo ist das bild rassitisch?

    Bist du es,­ das bild zeigt einfach nur keita, so is er, bei union­ war er auch immer lustig drauf

    Von Daniel, am Fr 17.Jul. 16:42
  3. @rjkarc, post 15:

    Stimmt, du hast recht. Wer das Foto­ ins Netz stellte hatte Hintergedanken!!!!
    Und zwar­ keine guten.

    Von stefan_raab, am Fr 17.Jul. 16:18
  4. aber messi ist auf der liste der topverdiener 10ter­ oder so.ribery und toni verdienen mehr als messi

    Von dani.koca, am Fr 17.Jul. 15:09
  5. der arme

    Von dani.koca, am Fr 17.Jul. 15:06
  6. Dieser ekelhafte Sozialneid!!! Wie viele Fußballprofis­ gibt es denn im Profibereich in Deutschland? Vielleicht­ 1000 oder 2000? Is ja auch egal? Und wie viele möchten­ Profifußballer werden? mehrere 100.000 Leute in­ Deutschland. Wenn man das geschafft hat, hat man meist­ sein ganzes Leben daran hart gearbeitet. Und die besten­ verdienen nun mal am besten. Damit muss man ja auch für­ die Zeit nach der Profikariere vorsorgen können. Viel­ wahnsinniger ist doch, dass in jeder Kreis- und­ Bezirksliga schon Geld für Spieler ausbezahlt­ wird!
    Deutschland, Land des Neides!!!

    Von Markus, am Fr 17.Jul. 15:00
  7. Der arme Mann. Muss unter Umständen noch für weniger­ als 10.000€ pro Monat spielen.

    Von Michael Müller, am Fr 17.Jul. 14:58
  8. @wilfrieddd:
    Mal ein bisschen genauer lesen wäre nicht­ schlecht: Die 10000 Euro wurden nicht von Keita ins­ Spiel gebracht, sondern vom Interviewer. Und er hat­ gesagt, dass es ihm eher auf die Perspektive der­ Mannschaft als auf die 10000-Euro-Grenze ankommt.
    Wer­ lesen kann, ist im Vorteil, wer das Gelesene kapiert,­ erst recht.

    Von birne111, am Fr 17.Jul. 14:42
  9. wieso das Photo zeigt das er seinen Humor nicht­ verloren hat, da is nichts rassistisch, eher der­ gedanke das das photo es sei

    Von Daniel, am Fr 17.Jul. 14:34
  10. ein ein euro job were vielleicht eine gute sache damit­ die mal merken wie wenig man verdienen kann

    Von fcyanni, am Fr 17.Jul. 14:04
  11. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    Sommerloch der Salif Keita hat nicht 1 Spiel 1. Liga­ gespielt falsche Ruprik gehört in 2. BL, hat überhaupt­ jemand ahnung bei Eurosport. Schreibt lieber etwa über­ Bayern da kennt ihr euch besser aus.

    Von helle_mi, am Fr 17.Jul. 13:24
  12. KEITA ist so crazy auf dem bild!

    Von , am Fr 17.Jul. 13:23
  13. Ich denke der unterschätzt sich ein wenig. Was würde er­ denn wohl in Senegal bekommen!!!!
    Und außerdem die­ Frage ob er für unter 10000€ spielen würde erübrigt­ sich ja schon von allein. Selber hat er ja wohl keine­ Zahl genannt. Und es gibt sicherlich noch mehr Spieler­ die zur Zeit einen Verein suchen. Aber es ist ja schon­ gut das er so etwas macht. Meine letzte Frage in seiner­ aktiven Zeit hat er bestimmt einiges verdient, wo ist­ es denn wohl, wahrscheinlich ausgegeben und die­ Spielerberater als Abzocker. Hat wohl etwas verkehrt­ gemacht im Leben. Denn sonst könnte er in Senegal wie­ Gott in Frankreich leben. Bestimmt hat er die falschen­ Berater gehabt aber es liegt auch an Ihm, das er dieses­ Problem nun hat.

    Von willi, am Fr 17.Jul. 13:22
  14. 10.000 jahresgehalt, lol, gibt es sowas wirklich???

    Von , am Fr 17.Jul. 13:22
  15. DIE zweitligaclubs der buli werden sich den schon holen

    Von Rekordmeister, am Fr 17.Jul. 13:18
  16. @sebastian
    1o.000 fast ein Jahresgehalt?????

    So viel­ sind 10.ooo im Monat nun auch wieder nicht.
    Steuern und­ Krankenversicherung dann bleiben 5000 übrig.

    Von Philipp B, am Fr 17.Jul. 13:08
  17. oder nach Köln, der verletzte Kapitän der Kölner ist ja­ auch so ein Spielertyp.

    Von dreba16, am Fr 17.Jul. 13:01
  18. allein die frage, "würden sie auch für unter­ 10.000 euro im monat spielen?" für die meisten die­ hier posten ist das fasst ein jahresgehalt, wie pervers­ das eigenlich ist...

    Von sebastian.steinberg, am Fr 17.Jul. 12:59
  19. Keita war in der Zeit bei union mein­ Lieblingsfußballer, Leider haben wir für Ihn keine­ verwendung, aber in der 3ten Liga sollte er sicher was­ finden, wünsch Ihm alles gute und Hoffe er wird­ anschliessed eine position bei union bekommen

    Von Daniel, am Fr 17.Jul. 12:53
  20. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    1860

    Von Ruthard W, am Fr 17.Jul. 12:45
Kommentare sortieren: Aktualität

Kein Yahoo! User? Kostenlos .