Eurosport - Mi 17.Jun. 21:22:00 2009
Es ist soweit: Nach langem Warten und vielen Ankündigungen zieht der Weltverband UCI nun Konsequenzen aus den Blutpässen und wirft fünf Fahrern Doping vor. Dazu gehören Ex-Weltmeister Igor Astaloa aus Spanien (einst bei Milram) sowie der frühere Gerolsteiner-Profi Francesco de Bonis (Italien).
Daneben sind Pietro Caucchioli (Italien) sowie die beiden Spanier Riccardo Serrano und Ruben Lobato auffällig geworden. Keiner der fünf Fahrer sollte bei der Tour de France an den Start gehen - zumal die meisten von ihnen inzwischen für Mannschaften aus der "zweiten Liga" des Radsports aktiv sind.
Seit Anfang 2008 sammelte die UCI für ihren "biologischen Pass" die Daten aus den Trainings- und Wettkampfkontrollen von über 800 Fahrern, darunter sämtlicher Profis aus den Rennställen der ProTour. Die Informationen wurden zu Blutprofilen zusammengestellt, aus denen Fachleute auch ohne positive Dopingtests den Einsatz mancher verbotenen Mittel bzw. Methoden ableiten können.
Die UCI betonte, dass "dieses Vorgehen das Ergebnis von Empfehlung der unabhängigen Experten ist, welche beim Start des Programms ernannt wurden", so der Weltverband in seiner Pressemitteilung. Man habe "disziplinarische Maßnahmen gegen die Fahrer gefordert, da diese offensichtlich die Antidoping-Richtlinien verletzt hätten", hieß es weiter.
Milram sieht sich bestätigt
Das nun im Kreuzfeuer stehende Quintett umfasst aber nur Fahrer aus der zweiten Reihe, aktuelle Topstars oder gar Tour-Favoriten sind nicht betroffen: Astarloa konnte nach seinem WM-Sieg 2003 nie wieder an seine Erfolge aus jenem Jahr anknüpfen. Milram trennte sich im Mai 2008 nach anderthalb gemeinsamen Jahren aus eigener Initiative von dem 33-Jährigen - schon damals waren verdächtige Blutwerte der Auslöser.
"Das zeigt, dass wir damit richtig umgegangen sind und die richtige Entscheidung getroffen haben", sagte Teamchef Gerry van Gerwen. Noch immer laufe ein Verfahren, da Astarloa vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen seine Entlassung geklagt habe. Er fordere von der Dortmunder Equipe rund 130 000 Euro. Zuletzt fuhr Astarloa für Amica-Chips.
"Altlasten" von Gerolsteiner
Kletterer de Bonis sorgte im Gerolsteiner-Trikot mit seinem Etappensieg bei der Tour de Romandie 2008 für Furore und wechselte nach dem Aus für die deutsche Mannschaft zusammen mit seinem Landsmann Davide Rebellin nach Italien zu Diquigiovanni. Wenige Wochen nachdem sein Mentor als CERA-Sünder bei Olympia enttarnt wurde, steht nun auch de Bonis (27) selbst als Betrüger da. Wie bei Rebellin soll auch bei ihm der entscheidende Test noch aus seiner Zeit in deutschen Diensten stammen.
Beim Lampre-Team wiederum reagierte man umgehend auf die Enthüllung und suspendierte Caucchioli "entsprechend der internen Regeln". Sein neuer Arbeitgeber legte ebenfalls Wert auf die Feststellung, dass der entscheidende Bluttest bei dem 33-Jährigen aus dem Herbst 2008 stamme - damals stand er noch bei Crédit Agricole unter Vertrag. Seine Höhepunkte feierte er beim Giro, wo er 2001zwei Etappen holte und ein Jahr später Gesamt-Dritter wurde.
Die beiden Spanier Lobato (ohne aktuelles Team, davor Saunier Duval) und Serrano (Fuji, davor Tinkoff) zählen mit ihren 30 Jahren auch schon zur älteren Fahrergeneration. Große Erfolge sind bei ihnen weitgehend Fehlanzeige gewesen, dennoch schienen sie sich ohne verbotene Unterstützung zumindest 2008/09 nicht im internationalen Feld behaupten zu können. Serrano zumindest ist zur 5. Etappe der Tour de Suisse nicht mehr gestartet - Ende April gewann er bei der Tour de Romandie noch eine Etappe.
Kommentare 1 - 13 of 13
Doping an Nationalitäten festmachen ist absoluter schwachsinn.
Doping wird in Frankreich bekämpft?
Sorry aber warum fährt dann Armstrong noch bei der TdF?
Bei Armstrong wurde EPO IM Blut festgestellt.
Valverde hatte "nur" Blutbeutel gelagert.
Real Madrid kauft den Transfer-Markt auf Kredit leer?
Bezahlen die Bayern bar?
Ich bin kein Dopingfreund, ich zweifle auch so manche Leistung an,
aber Hinz und Kunz Doping vorzuwerfen ohne Handfeste Beweise, total daneben!
Contador soll erhängt werden und während dessen noch enthauptet werden. Und dass live im Fernsehen. Das wär geil!
und?
@ Frank Z
klingt zwar hart, stimmt aber. Die meisten entarnten Profis kommen aud diesen beiden Ländern. Natürlich dopen aber auch andere, das stimmt.
Ist eigentlich jemanden schon mal aufgefallen, dass die letzten vier Toursieger alles Spanier waren???
zum kotzen dieser sog. exsport
Kristin K
Der Mann ist ein Lügner und Betrüger, der ist überführt. Seine Aussagen haben keinen Wert. Die Staatsanwaltschaft Bonn hat nach 21 Monaten festgestellt: "Ullrich hat gedopt.". Ausserdem wurde schon mal des Amphetamindopings überführt und 2002 für 6 Monate gesperrt.
5% der Deutschen halten Ullrich für glaubwürdig. Gehörst Du dazu?
Es gibt auch eine Aussage von Ulle, dass er nicht gedopt hat. Man hat schliesslich nur seine Blutbeutel "erwischt". Das sind doch Fragen für Juristen und da geb ich Foxxy recht, die Gerichtsbarkeit muss erst einmal angeglichen werden. Sonst kommen wir noch soweit, dass sich Radsportler in Ländern einbürgern lassen, die wenig bis gar keine Dopingvergehen bestrafen.
@ Frank Z: Und was ist mit Stefan Schumacher, Jörg Jaksche, Patrik Sinkewitz? Auch alles Spanier und Italiener, die nur so tun, als wären sie Deutsche oder wie?
Um gottes willen nein, bei Mainstream-Medien sollte man natürlich Vorsicht walten lassen. Aber wenn die SZ Polizei-Dokumente abbildet, die vorher von z.B. Herrn Franke begutachtet wurden, so ist ein Verwicklung von AC SEHR naheliegend.
Ist doch so: Das Verfahren wurde auf Druck von ganz ganz oben eingestellt als es um Barca und Real ging. Reinste Politik-Vertuschung. Da glaube ich natürlich eher investigativen Journalisten. So wurde übrigens auch der Fall LA aufgedeckt.
Doping-Kontrollen bringens ja nicht. Leider.
Ja sicher ist in Spanien nicht alles korrekt gelaufen.Aber was wissen wir denn?Das,was durch die Medien veröffentlicht wurde.Aber ist das die Wahrheit?Glaubt ihr alles,was gesagt oder geschrieben wird?Es gibt auch eine Aussage aus der polizeilichen Vernehmung von Herrn Fuentes,das er Alberto Contador weder kennt noch gedopt hat...
Ja rothmichel
Das kommt daher, dass in "unseren" Breitengraden (Frankreich, Österreich, Deutschland) zumindest ansatzweise versucht wird das Problem zu lösen. Während in Spanien Ermittlungen vertuscht und eingestellt werden nach dem Motto "weiter wie bisher".
Sagte doch der spanische Sportminister (!) Piti-Valverde sei unschuldig. Mann o mann, welch ein korruptes und verlogenes Dritt-Welt-Land. Dazu passt auch das Real Madrid auf Kredit den Transfer-Markt leerkauft, nach dem Motto "nach mir die Sintflut"
Man kann doch das Dopingproblem nicht an Nationalitäten festmachen,das Problem ist global,siehe Uniklinik Freiburg oder Wiener Blutbank...
Wie nicht anders zu erwarten: Spanier und Italiener. Die sind doch immer zuvorderst, wenn es im Radport um Doping geht.
Was nicht heißen soll, dass Fahrer anderer Nationen nicht dopen. Ganz und gar nicht.
Aber: der größte Teil der erwischten "Sportler" kommt nun mal aus Italien und Spanien.
Pfui allen Dopern!!!
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