Rotation im grünen Deutschland-Achter
Der Deutschland-Achter geht trotz seiner beeindruckenden Siegesserie mit veränderter Crew in die vorolympische Saison. Beim Weltcup-Auftakt Ende Mai in München werden Eric Johannesen aus Hamburg und der Berliner Andreas Kuffner als Neulinge im Paradeboot des Deutschen Ruderverbandes (DRV) sitzen.
"Wir sind im vorolympischen Jahr. Wann, wenn nicht jetzt, soll man etwas ausprobieren." So erläuterte Ralf Holtmeyer, Trainer des Deutschland-Achters, seine Philosophie für die nächsten Monate.
Bei den ersten beiden Weltcups in München (27.-29. Mai) und in Hamburg (17.-19. Juni) will er noch experimentieren. Für das Weltcup-Finale im Juli auf dem Rotsee in Luzern will der Trainerfuchs dann seine endgültige Formation gefunden haben, die bei der Weltmeisterschaft in Bled Anfang September auch den Titel verteidigen soll.
Seit fast zwei Jahren ist der Deutschland-Achter auf der olympischen 2000-Meter-Strecke ungeschlagen und soll diese Erfolgsserie auch bis zur Olympiaregatta 2012 in London ausdehnen.
"Die anderen ruhen sich nicht aus"
Beim Weltcupstart auf der der Olympia-Regattastrecke in Oberschleißheim bei München werden mit dem Hamburger Johannesen und dem Berliner Kuffner zwei Neue im Flagschiff des Deutschen Ruder-Verbandes sitzen. Die beiden waren im Vorjahr WM-Fünfte im Zweier.
Ihren Rollsitz im Achter behalten Kristof Wilke, Toni Seifert, Lukas Müller, Richard Schmidt, Florian Menningen, Gregor Hauffe und Steuermann Martin Sauer.
Kristof Wilke aus Radolfzell wird die Schlagposition übernehmen und geht die Aufgabe mit Respekt an: "Die Titelverteidigung bei der WM steht natürlich im Vordergrund, aber da liegt noch viel Arbeit vor uns. Die anderen ruhen sich nicht aus."
Konkurrenzkampf wird belebt
Sebastian Schmidt, im Vorjahr noch Schlagmann des WM-Achters, Maximilian Reinelt, Urs Käufer und Florian Eichner werden in München im Vierer rudern. In Hamburg werden sie dann in den Achter rücken, wobei statt Käufer auch Rene Bertram in das Paradeboot rücken könnte, falls er rechtzeitig seine Rückenprobleme in den Griff bekommt.
Mit der Rotation will Ralf Holtmeyer zum einen die optimale Kombination für den Achter herausfinden, zum anderen aber auch den Konkurrenzkampf im 14-köpfigen Kader beleben: "Sportlichen Erfolg kann man nicht nur am Schreibtisch planen. Die individuelle Leistungsfähigkeit, die Kleinbootleistungen und die beste Harmonie im Team sind die drei entscheidenden Kriterien."
Außerdem sieht er auch noch einen positiven Nebenaspekt: "Vielleicht gelingt es uns damit ja auch, den Vierer zu stärken."
Sieben Mal auf Podium
Neu wird auf jeden Fall auch der Look des Deutschland-Achters sein. Erstmals wird das Boot nicht im traditionellen Gelb der Bootswerft Empacher an den Start gehen sondern in Grün, der Hausfarbe des neuen Hauptsponsors WILO SE, eines führenden Herstellers von Pumpen und Pumpensystemen.
Ehrgeizige Ziele gab auch Hartmut Buschbacher, Cheftrainer des Deutschen Ruder-Verbandes, am Rande der Achterpräsentation im Dortmunder Leistungszentrum aus: "Zwölf zählt", meinte er knapp im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2012:
"Da liegen jetzt arbeitsreiche 14 Monate vor uns. Wir wollen in London in allen 14 Bootsklassen an den Start gehen." Nach den ernüchternden drei Medaillen bei der Weltmeisterschaft 2010 in Neuseeland peilt er für London fünf bis sieben Mal Edelmetall an.



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