Phelps' Siegesserie reißt

Eurosport - So 17.Mai. 17:43:00 2009

Der "Goldfisch" ging baden: Nach einem Jahr ist die Siegesserie von Michael Phelps gerissen. Nachdem der Superstar bei seinem Saisondebüt in Charlotte am Freitag noch zwei Meeting-Rekorde aufgestellt hatte, erteilte ihm am Samstag über die 100 Meter Rücken Landsmann Aaron Peirsol eine Lektion.

SWIMMING 2009 Charlotte Grand Prix Michael Phelps reacts after losing his first race in over a year. - 0

"Es ist ganz egal, welche Strecke und bei welchem Event ich schwimme. Ich hasse es zu verlieren", meinte der 14-malige Olympiasieger nach der seltenen Schmach. "Keiner von uns schenkt dem anderen etwas. Ich wollte dieses Rennen unbedingt gewinnen", betonte Peirsol.

Über die 200 Meter Freistil (1:46,02 Minuten) und die 100 Meter Schmetterling (51,72 Sekunden) hatte Phelps noch souverän zwei Siege gefeiert beim UltraSwim-Meeting. Doch dann düpierte der Weltmeister und Olympiasieger auf der 100-Meter-Rücken-Strecke Phelps wie schon lange keiner mehr und gewann überlegen in 53,32 Sekunden. Phelps schlug nach 53,79 Sekunden an.

"Soll er doch kommen"

Der 25-jährige Peirsol scheint der Einzige zu sein, der in Phelps' Phalanx einbrechen kann. Am 17. Mai 2008 hatte er seinem Landsmann im kalifornischen Santa Clara die bislang letzte Niederlage beigebracht - damals über die 200 Meter Rücken. Anschließend verhinderte der straffe Olympia-Zeitplan den Giganten-Gipfel im Pekinger Pool. Doch bei den Weltmeisterschaften vom 18. Juli bis 2. August in Rom könnte es zum Duell der beiden amerikanischen Asse kommen. Denn die 100 Meter Rücken hat Phelps im Fokus.

"Soll er doch kommen", gab sich Weltrekordhalter Peirsol beeindruckend unbeeindruckt. Zu sicher sollte er sich jedoch nicht fühlen, denn Phelps vergisst keine seiner Niederlagen. "Wenn ihn jemand besiegt, behält er das Rennen lange im Gedächtnis. Und wenn ich ihm jetzt im Training sage, lass uns mal am Beinschlag für die 100 Meter Rücken arbeiten, ist das glaubwürdiger als vor dieser Niederlage", sagte sein Trainer Bob Bowman. Er habe sich mit Peirsol schon viele Schlachten geliefert, dabei sei es hin und her gegangen. Es mache Spaß, gegen ihn zu schwimmen, so Phelps.

"Mehr Druck als in Peking"

Bei seinem ersten Auftritt nach der Gold-Gala mit acht Olympiasiegen in Peking wurde er im ausverkauften Mecklenburg County Aquatic Center in Charlotte von 1600 Zuschauern mit stehend dargebrachten Ovationen empfangen. Seine Wasserpfeifen-Affäre von vor dreieinhalb Monaten war wie in Rauch aufgelöst.

Phelps wurde Anfang Februar dabei fotografiert, wie er auf einer College-Party Marihuana geraucht haben soll. Der US-Schwimm-Verband hatte ihn daraufhin für drei Monate gesperrt, ein Großsponsor die Zusammenarbeit gekündigt. Der Februar-Fehlgriff war in Charlotte jedoch kein Thema mehr. Phelps stand im medialen Mittelpunkt. "Mir kommt es so vor, als wenn der Druck hier viel größer als in Peking ist. Dort waren nicht so viele Kameras", meinte er mit einem breiten Lächeln, umringt von einer Schar internationaler Journalisten. Phelps hat bis auf Peirsol wieder alle im Griff.

dpa / Eurosport

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