Giro d'Italia - Klöden verliert an Boden

Eurosport - Sa 17.Mai. 10:58:00 2008

Andreas Klöden (Astana) hat bei der ersten Bergankunft nicht mit den Top-Fahrern mithalten können. Während Teamkollege Alberto Contador bis zuletzt Danilo Di Luca (LPR) und Riccardo Ricco (Saunier Duval) folgen konnte, verlor der Deutsche 51 Sekunden. Tagessieger wurde Gabriele Bosisio (LPR).

CYCLING 2008 Giro d'Italia Astana Vasto - Pescocostanzo Klöden Kloden Kloeden Menchov - 0

12 Kilometer vor dem Ziel hatte Danilo Di Luca mit einer kraftvollen Attacke im langen Schlussanstieg das Peloton "gesprengt". Nur Alberto Contador und Riccardo Ricco konnten dem Titelverteidiger folgen. Bald darauf war Ricco sogar in der komfortablen Situation, mit Leonardo Piepoli einen wertvollen Helfer an seiner Seite zu haben. Als das Saunier-Duval-Duo das Tempo sogar noch einmal verschärfte, war Di Luca in ernsthaften Schwierigkeiten. Aufopferungsvoll kämpfte der 32-Jährige um den Anschluss. Nicht nur das - der Mann aus den Abruzzen erholte sich auf heimischem Terrain noch einmal und konnte, vor Ricco und Piepoli, als erster Fahrer aus dem Favoriten-Quartett ins Ziel sprinten.

Klöden verpasst den Anschluss

Nur sechs Sekunden danach kam Contador, der wegen der späten Nominierung seines Teams mit Formrückstand nach Italien gereist war, ins Ziel. Damit war der Tour-Sieger immerhin 45 Sekunden schneller als Astana-Kapitän Klöden. Der Wahlschweizer hatte im entscheidenden Moment den Sprung in das Spitzen-Quartett verpasst. Mit dem Mut der Verzweifelung versuchte der frischgebackene Romandie-Sieger das Loch zu schließen, sah jedoch bald die Aussichtslosigkeit seiner Lage ein und fuhr in einer 18-köpfigen Verfolgergruppe ins Ziel. Das Feld der Geschlagenen war jedoch mit illustren Namen gespickt. Neben Dennis Menchov (Rabobank) und Levi Leipheimer (Astana) waren mit Gilberto Simoni (Diquigiovanni) und Paolo Savoldelli (LPR) auch zwei ehemalige Giro-Sieger mit von der Partie.

Bester Fahrer unter den Anwärtern auf den Gesamtsieg ist nun Di Luca, der im Kampf um das Rosa Trikot nun einen Vorsprung von 62 Sekunden auf Klöden hat. Doch die wirklichen Prüfungen im Hochgebirge warten erst in den Dolomiten. Schon am Dienstag könnte der Astana-Profi im ersten Einzelzeitfahren über 39,4 Kilometer in Urbino das Bild zurechtrücken.

Ruß im Kampf mit dem Weltmeister

Während die großen Stars die Gesamtführung bis Mailand erobern wollen, träumte Matthias Ruß davon, das "maglia rosa" wenigstens im Zielort Pescocostanzo zu erkämpfen. Nach der 6. Etappe lag der Gerolsteiner-Profi zeitgleich mit Giovanni Visconti in der Gesamtwertung an der Spitze. Immer wieder attackierte er den Konkurrenten von Quick Step, der jedoch mit Paolo Bettini einen wertvollen Helfer an seiner Seite hatte. Der Weltmeister war sich nicht zu schade, seinem 25-jährigen Teamkollegen bei der Verteidigung des Rosa Trikots zur Seite zu stehen. Gegen das Duo war Ruß machtlos und büßte im Ziel sogar noch neun Sekunden auf den Italiener ein. Sein Sportlicher Leiter lobte ihn dennoch. "Matthias muss nicht enttäuscht sein. Er hat es probiert und gekämpft, aber Visconti war im Finale eben einen Tick stärker", gestand Christian Henn im Ziel.

Den Tagessieg feierte erneut ein Ausreißer. Aus einer vierköpfigen Spitzengruppe heraus holte sich Gabriele Bosisio (LPR) den Tagessieg und düpierte dabei die Kletterspezialisten Felix Cardenas (Barloworld) und Emanuele Sella (CSF). Letzterer brach nach einem Platten im Finale im Ziel in Tränen aus: "Ich hatte schon vom Start weg fest an den Sieg geglaubt. Ich war mir sicher, dass ich es mit Bosisio aufnehmen konnte - bis mich sieben Kilometer vor dem Ziel die Panne ereilte." Trösten konnte er sich mit dem Grünen Trikot. Alle drei Bergwertungen des Tages entschied der 27-Jährige für sich und baute so seine Führung im Kampf um das Grüne Trikot auf 36 Punkte aus.

Hinweis:

Mit dem Giro d'Italia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!

Jonas Steldinger / Eurosport