Bundesliga - Ex-Bremer Klasnic lehnt Vergleich ab

Eurosport - Fr 17.Apr. 17:11:00 2009

Der Rechtsstreit zwischen Ivan Klasnic und Ärzten seines ehemaligen Vereins Werder Bremen geht weiter. Der Stümer hat im Zivilprozess vor dem Landgericht Bremen erneut einen Vergleichsvorschlag abgelehnt. Das Angebot des Vorsitzenden Richters belief sich auf mehr als 350.000 Euro.

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Die Lippen von Klasnic begannen leicht zu zittern. "Es geht mir nicht um das Geld", versicherte der langjährige Werder-Fußballer mit ernstem Blick: "Ich möchte, dass die Gerechtigkeit siegt und die Wahrheit rauskommt."

Immenses Medieninteresse

Umringt von einem halben Dutzend Kamerateams und fast doppelt sovielen Fotografen erklärte der Profi am Freitagmittag, warum er im Zivilprozess gegen Ärzte seines ehemaligen Vereins auch in der mündlichen Verhandlung einen Vergleichsvorschlag ablehnte. Zuvor hatte Klasnic im Sitzungssaal 231 des Bremer Landgerichtes den Medizinern grobe Behandlungsfehler vorgeworfen: "Ich hätte auf dem Platz sterben können."

Wenige Minuten vor zehn Uhr hatte Klasnic noch gegrinst. Der Stürmer, bei Werder Bremen jahrenlang für viele Tore und die gute Laune zuständig, zeigte sein typisches Lausbubenlachen. Etwas verwundert und amüsiert staunte der Spaßvogel in schickem braunen Anzug und Sonnenbrille im schwarzen Hemd über das immense Medieninteresse - und wurde im Laufe der folgenden 85 Minuten immer ernster. Im Schnelldurchlauf wurden medizinische Fakten seiner nun fast achtjährigen Krankengeschichte, der zwei Nierentransplantationen und die juristischen Streitpunkte ausgebreitet.

Klasnic will "in Ruhe schlafen"

Der frühere Werder-Stürmer ging nicht auf das Angebot des Vorsitzenden Richters Uwe Boysen ein, der Schmerzensgeld und Schadenersatz in Höhe von zusammen mehr als 350 000 Euro für angemessen hält. Er habe abgelehnt, "weil es mir nicht um das Geld geht", sagte der aus Frankreich angereiste Profi-Fußballer. Er klagt weiter, "um wirklich zu hören, dass die Ärzte mich falsch behandelt haben". Der kroatische Nationalspieler will ein Urteil, damit "ich die Sache abschließen und in Ruhe schlafen kann". Er wirft den Ärzten grobe Behandlungsfehler vor.

Klasnic klagt gegen zwei Mediziner und zwei Reha-Einrichtungen des Bundesliga-Klubs Werder Bremen und wirft ihnen vor, die Nierenprobleme nicht rechtzeitig erkannt zu haben. Werder-Teamarzt Götz Dimanski und ein weiterer Mediziner hätten nach seiner Ansicht anhand von vorliegenden Blutwerten die Fehlfunktion früher erkennen müssen. Der Profi, der ein Jahr nicht seinem Beruf nachgehen konnte, verlangt Schmerzensgeld und Ersatz für entgangenen Gewinn in einer Gesamthöhe von rund 1,1 Millionen Euro. Die Ärzte bestreiten hingegen, Fehler und Versäumnisse bei der Behandlung begangen zu haben.

Gutachter wird wohl beauftragt werden

"So sehr mich menschlich das Schicksal des Patienten bewegt, ist es dennoch keine Frage, dass ich mich zur Wehr setzen muss, wenn Vorwürfe kommen, die absolut ungerechtfertigt sind", sagte Dimanski am Freitag. Zu den Vergleichsvorschlägen erklärt der Team-Arzt: "Ich bin nicht Herr des Verfahrens, sondern meine Haftpflichtversicherung."

Klasnic darf damit rechnen, dass er grundsätzlich recht bekommt. "In der Tendenz meinen wir, dass Doktor Dimanski hätte tätig werden können und müssen", sagte der Richter. Er wird voraussichtlich einen Gutachter beauftragen, die Vorwürfe medizinisch zu untersuchen. Werte, die auf eine Niereninsuffizienz hinweisen, seien nachweislich über Jahre gestiegen. Der beklagte Dimanski verwies indes darauf, dass er Sportmediziner sei und Klasnic zur Untersuchung zu Spezialisten geschickt habe.

Tobias Wiltschek (mit dpa) / Eurosport

Kommentare 1 - 13 of 13

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  1. Sowohl beim Spieler als auch beim Verein, den Ärzten­­ wie den Reha-Zentren gehe ich erst einmal von nicht­ faulen Motiven oder fehlerhaftem Verhalten aus. Da es­ aber nicht sein kann, daß alle sich perfekt verhalten­ haben oder dies tun, muss man hinterfrage ich bei jedem­ Beteiligten eben Motive oder Verhalten.
    Insofern wäre­ es interessant zu wissen, was sich­ bei Verein und den­ Zentren intern geändert hat. Läuft die Zusammenarbeit­ wie gehabt oder gibt es Änderungen, die letztlich auf­ dieser "Geschichte" beruhen. Evt. in Richtung­ Versicherungsfragen etc.
    Leider werden wir nicht­ darüber informiert von Eurosport, bei wem die benannte­ Internistin Manju Guha angestellt war zum Zeitpunkt des­ Vorfalls. Ist sie es­ noch? Gab es zwischen ihr und dem­ Arbeitgeber irgendwelche Disziplinarmaßnahmen oder­ nicht?
    Werder und der Mannschaftsarzt.. nach außen hin­ sieht dies sehr geschlossen aus - ist es intern auch­ so?
    Der­ Spieler sagt, es ginge nicht um Geld sondern­ um Wahrheit und Gerechtigkeit (sinngemäß aus einem­ anderswo gelesenen Artikel) - er könnte dies deutlicher­ zeigen, wenn er z.B schon im Vorfeld verkünden würde,­ der Gelder, die durch dieses Verfahren evt gezahlt­ werden müssen, für irgendeinen Zweck verwandt werden,­­ die mit Sport, Unfällen, Langzeitschäden und­­ Verbesserungen zu tun haben.

    Von Oddooh, am Fr 17.Apr. 23:20
  2. Das Ballett der Lügner. Dem einen geht es nicht ums­ Geld, der andere hat seinen Job 100 % gemacht - Ärzte­ machen doch keine Fehler. Fragt man sich, warum ein­ Verein wie Werder nicht seine Spieler ständig auch­ fachärztlich untersuchen lässt, schliesslich ist das­ doch das Kapital des Vereins. Vielleicht hat man ja­ wenigstens auf Vereinsseite davon gelernt, obwohl ich­ das nicht glaube, in einem Verein in dem so ein­ Möchtegern wie Willi Lemke das Sagen mit hat. Ich mag­ Ulli Hoeness nicht, aber in Bezug auf Lemke hat er­ immer Recht gehabt.

    Von Matthias B, am Fr 17.Apr. 17:11
  3. Kann Herrn Klasnic voll verstehen. Wie der Kommentar­ des Arztes ja zeigt: "Ist eine Sache der­ Haftpflichtversicherung" ist der Patient eben ein­ x. Dass ein Arzt einen Fehler eingesteht ist fast­ unmöglich. In jedem anderen Beruf wird man zur­ Rechenschaft gezogen, nur bei Ärzten ist das anders,­ zumal die Gutachter wieder Ärzte sind, die ihren­ Kollegen nie was zu leide tun wollen!!

    Von Patuju, am Fr 17.Apr. 16:59
  4. Sicherlich hat sich Klassnic nicht sehr gewissenhaft um­ seine Gesundheit bemueht, aber das entschuldigt nicht­ das fahrlaessige Verhalten des Arztes Dimanski.­ Dimanski hat sich um ca 20 Kicker zu kuemmern, da kann­ man doch wohl erwarten, dass er die­ Krankheitsgeschichte eines jeden Einzelnen auswendig­ kennt und den Klassnic mal in @#$% tritt wenn er nicht­ zum Spezialisten geht.

    Und wenn ihr schon vom Geld­ redet. Was glaubt ihr denn was Dimanski bei Werder­ verdient. Wenn man das als Masslatte nimmt, hat er sich­ fuer sein sicherlich hervoragendes Gehalt auch nicht­ gerade kaput gemacht. Sonst haetten Klassnic und sein­ Vater jetzt noch ihre Nieren.

    Von titi, am Fr 17.Apr. 16:58
  5. Oh ja, da geht es einem ehrenwerten Menschen wieder ums­ Prinzip. Und das Prinzip hat hinten 6 fette Nullen.
    Die­ Heuchelei geht mir echt auf die Nieren.
    So ein Topprofi­ hat ein halbes Dutzend gutbezahlter Berater und Manager­ aber offenbar keinen Hausarzt????

    Von awsenheitel, am Fr 17.Apr. 16:43
  6. DemKlassnic geht's nicht um's Geld. Dann haette­ er den Vergleich doch aktzeptiert.

    Wenn Dimanski ihn­ tatsaechlich zum Spezialisten geschickt hat, warum hat­ er sich denn dann nicht durchgesetzt. Waere doch wohl­ auch im Interesse seines Arbeitgebers­ "Werder" gewesen. Wenn er profesionel­ gehandelt haette, waere die Ueberweisung zum­ Spezialisten schriftlich gemacht worden. Bei Klassnics­ miesen Blutwerten muss sich ein Mediziner doch­ absichern und nachweisen koennen,dass er alles­ erdenklich getan hat um einen Spezialisten­ einzuschalten. Zur Not haette er Klassnic, in dessen­ und seinem eigenen Interesse, doch krank schreiben­ koennen. Scheint mir naiv zu sein, der Herr Damanski.

    Von titi, am Fr 17.Apr. 16:42
  7. es geht ihm nicht ums geld,jaja.Warum gibt er sich dann­ nicht mit na öffentlichen entschuldigung und den­ 350.000 zu frieden?

    Von dome459, am Fr 17.Apr. 16:27
  8. Mann der hat Probleme. Wäre er halt mal zu Spezialisten­ gegangen. Irgendwann hätte er ja selbst merken können,­ da stimmt was nicht mit mir.
    Und die ganze Geschichte­ jetzt noch so breitzutreten, Mensch Klasnic, wie­ unnötig.

    Von Stefan S, am Fr 17.Apr. 16:24
  9. es tut mir wirklich sehr leid das Klasnic wegen dem­ Werder verlassen hat.
    Ich hoffe das er bald nach­ deutschland zurückkommt und dort zur alten Form zurück­ findet. Für mich bleibt er immer der einziegwahre­ KILLER.

    Von kroate15, am Fr 17.Apr. 16:21
  10. Es liegt in der Natur der Sache, nicht jeder Fall ist­ auch von Spezialisten , sofort klar erkennbar! Da­ fällt halt Klasnic unter die 0,2%! Damit müsste er­ leben können, nach dem Prinzip, Ende gut Alles gut!­ Mich hat man auch erst auf Magen untersucht, dann den­ Hinterwand Infarkt festgestellt! War 1 Min. vor 12! Die­ Anzeichen waren halt nicht klar und deutlich! Da hätte­ ich die Natur( Gott) verklagen müssen!

    Von Walter R, am Fr 17.Apr. 16:20
  11. Dimanski hat da einen recht guten Punkt gebracht - er­ ist nur Sportmediziner, für anderes hat er ihn zu­ Spezialisten geschickt. Wäre mal interessant, die zu­ hören, warum denen nichts auffiel.

    Von Volker Armin H, am Fr 17.Apr. 15:49
  12. ich finde es gut. die mediziner sollen ihren job­ machen.

    Von Jens, am Fr 17.Apr. 15:35
  13. He Roy, warum gehst du nicht zu Siegfried und Ihr­ spielt ein Herrendoppel, hmm.. ?!

    Von AluisB, am Fr 17.Apr. 15:25
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