Bundesliga - Arminia verlässt die Abstiegsplätze

Eurosport - Do 17.Apr. 19:00:00 2008

Arminia Bielefeld besiegte Bayer 04 Leverkusen vor 19.400 Zuschauern in der Bielefelder Schüco-Arena mit 1:0 (0:0). Den vielumjubelten Treffer des Tages erzielte Andre Mijatovic in der 51. Minute. Auch ein vergebener Foulefmeter durch Mijatovic (86.) brachte Leverkusen nicht zurück in die Spur.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Bielefeld Bielefeld-Leverkusen - 0

Armina Bielefeld steht nach dem wichtigen Sieg gegen Bayer 04 Leverkusen mit 28 Zählern auf dem 15. Rang der Tabelle, steckt mit nur einem Punkt Vorsprung auf Platz 16 aber noch mitten im Abstiegskampf. Die Werks-Elf hingegen belegt nach einer schwachen Leistung den sechsten Rang der Tabelle und hat mit 47 Punkten einen Punkt Rückstand auf einen UEFA-Cup-Platz.

"Ein Riesenkompliment an die Mannschaft. Das war über 90 Minuten das beste Spiel unter meiner Leitung", lobte Trainer Michael Frontzeck sein Team. "Das kann nächste Woche schon wieder ganz anders aussehen", warnte Bielefelds Finanzvorstand Roland Kentsch aber vor zuviel Übermut: "Es wird bis zum Ende der Serie auf und ab gehen."

"Ich bin natürlich enttäuscht, weil wir gegen einen sehr aggressiven Gegner nicht aggressiv genug gespielt haben", beklagte 04-Trainer Michael Skibbe nach der Niederlage.

1. Halbzeit:

Vor der Partie forderte Bielefeld-Coach Frontzeck von seinen Spielern sich in dieses Spiel reinzubeißen, um dem Gegner aus Leverkusen über den Kampf den Schneid abzukaufen. Für den gelbgesperrten Markus Bollmann spielte Petr Gabriel erstmal nach zwei Monaten von Beginn an in der Abwehr der Ost-Westfalen.

Skibbe zeigte sich vor der Partie zuversichtlich und war überzeugt, dass seine Mannschaft mit drei Punkten aus Bielefeld nach Hause fahren würde. Allerdings musste der Trainer auf Bernd Schneider verzichten und auch Tranquillo Barnetta ging angeschlagen in die Partie.

Von Beginn an setzten die Bielefelder das um, was ihr Trainer ihnen vor dem Spiel gegen Bayer mitgegeben hatte: Über den Kampf ins Spiel zu finden war die Devise die Frontzeck ausgegeben hatte. So störte die gesamte Offensiv-Abteilung der Hausherren um die starken Mittelfeldspieler Thorben Marx und Daniel Halfar schon weit in der gegnerischen Hälfte und drängte Leverkusen zurück.

Die erste Chance der Partie ergab sich dennoch für Bayer. Nach einem Foul von Andre Mijatovic an Barnetta war es der Schweizer Nationalspieler selbst, der Rowen Fernandez mit seinem Freistoß (19.) erstmals prüfte.

Doch bis auf diese Standardsituation war von den Gästen, die sich vom aggressiven Auftreten sichtlich überrascht zeigten, in der Offensive nichts zu sehen. Auf der anderen Seite vergaben Christian Eigler (20.) und Oliver Kirch (42.) die besten Möglichkeiten für die Gastgeber.

Mit einem schmeichelhaften torlosen Remis rettete sich die "Werks-Elf" in die Kabine, was den überlegenen Arminen in dieser Phase nicht gerade gelegen kam.

2. Halbzeit:

Leverkusen ließ aber auch nach der Pause alle Tugenden vermissen, die es braucht um eine von Siegeswillen nur so strotzende Mannschaft zu bezwingen. Laufbereitschaft, Kampf und der absolute Wille, drei Punkte zu gewinnen, war weiter nur bei Bielefeld zu sehen.

Nach einem Foulspiel von Lukas Sinkiewicz im Mittelfeld brachte Marx den fälligen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo sich Mijatovic (51.) im Kopfballduell gegen den sehr blassen Stefan Kießling behauptete und zum hochverdienten 1:0-Führungstreffer einnickte.

In der Folge versuchte die "Werks-Elf" ihr Angriffsspiel zu beleben, ohne sich aber zwingende Chancen herauszuspielen. Durch die offensiver eingestellte Hintermannschaft kam Bielefeld nun immer wieder zu gefährlichen Kontern.

Das einzige Manko, das die Arminen heute zu beklagen hatten, war ihre mangelhafte Chancenverwertung. "Wir hätten den Sack viel eher zumachen müssen", monierte Kentsch.

So scheiterten die Angreifer Eigler (61.), Artur Wichniarek (83.) entweder an den eigenen Nerven oder wie der eingewechselte Jonas Kamper (79.) am starken Rene Adler im Tor der Gäste.

Nach einem Foul von Sinkiewicz an Kamper im Strafraum hatte Mijatovic (86.) die große Möglichkeit, das Spiel per Elfmeter zu entscheiden. Der Torschütze setzte den Ball vom Punkt aber nur an den Pfosten, so dass es bis zur vierten Minute der Nachspielzeit dauerte, ehe Schiedsrichter Dr. Helmut Fleischer die Anhänger und Spieler der Bielefelder erlöste.

Spieler des Spiels:

Thorben Marx, dessen Einsatz vor Beginn fraglich war, zeigte im Mittelfeld eine starke Leistung. Er koordinierte das Spiel der Bielefelder und lieferte per Freistoß den Assist zum Tor des Tages.

Andreas Lehmann / Eurosport