Oslo-Holmenkollen - Neuner holt sich die Kugel

Eurosport - Mo 17.Mrz. 11:20:00 2008

Magdalena Neuner hat die große Kristallkugel für den Sieg im Gesamtweltcup gewonnen. Beim letzten Saisonrennen reichte der Bayerin ein neunter Platz. Den Tagessieg beim Massenstart am Holmenkollen in Oslo sicherte sich Kati Wilhelm vor der Norwegerin Solveig Rogstad und Michela Ponza aus Italien.

BIATHLON 2007-2008 Oslo-Holmenkollen Magdalena Neuner - 0

"Man kann kaum in Worte fassen, was passiert ist. Das ist einfach der Wahnsinn", kommentierte Neuner die Fortsetzung ihrer Erfolgsgeschichte, nachdem sie sowohl in Antholz 2007, als auch in Östersund 2008 zu drei Goldmedaillen gelaufen war.

Neuner, die mit 22 Zählern Vorsprung auf die Französin Sandrine Bailly ins letzte Saisonrennen gegangen war, war über die gesamte Dauer des 12,5-km-Rennens auf Kugel-Kurs. Trotz sieben Schießfehlern kam die Wallgauerin auf Rang neun. Baillys sechster Platz war zu wenig. In der Endwertung, bei der die drei schlechtesten Resultate gestrichen wurden, kam Neuner auf 818 Zähler, um 13 mehr als die Französin. Andrea Henkel belegte Rang drei mit 52 Punkten Rückstand auf die Siegerin.

Neuner, die mit 21 Jahren als jüngste Gesamtweltcup-Siegerin in die Geschichte eingeht, zeigte sich am Ende des Winters "überrascht, wie gut ich das hingekriegt habe. Das ist der Lohn für eine perfekte Saison".

Neben der großen Kristallkugel hatte die sechsfache Weltmeisterin auch schon die Disziplin-Wertungen in Sprint und Massenstart für sich entschieden. Der Sieg im Gesamtweltcup, so Neuner, sei höher zu bewerten als ein WM-Titel, "weil man dafür die gesamte Saison vorn mit dabei sein muss". Bundestrainer Uwe Müssiggang war voll des Lobes für seinen Schützling: "Man muss ihr einen Riesenrespekt zollen. Sie ist eine absolute Ausnahme-Athletin."

Wilhelm gewinnt souverän

Grund zum Jubeln hatte auch Kati Wilhelm ("ich bin einfach nur glücklich"). Die Thüringerin blieb als einzige der 30 an den Start gegangenen Athletinnen ohne Schießfehler und lief zu einem souveränen Sieg, dem zweiten in diesem Winter. Am Ende hatte Wilhelm noch Zeit, sich eine Fahne zu schnappen und brachte noch immer 53 Sekunden Vorsprung auf Rogstad, die einmal daneben schoss, ins Ziel. Ponza, die ebenfalls eine Strafrunde drehen musste, hatte 1:03,9 Minuten Rückstand auf die Siegerin.

Das Rennen begann mit einem wahren Fehler-Feuerwerk beim ersten Liegend-Anschlag. Bei windigen Verhältnissen trafen nur drei Athletinnen alle Scheiben. Neuner und Bailly mussten je drei Strafrunden absolvieren. Die 21-Jährige ließ ihre Widersacherin um die große Kugel stets hinter sich - bis zur letzten Schießübung. Da schoss Neuner erneut drei "Fahrkarten", Bailly blieb fehlerfrei. Die Bayerin ließ aber nichts mehr anbrennen, zauberte einmal mehr die schnellste Laufzeit in den Schnee und trat damit die Nachfolge von Andrea Henkel als Gesamtweltcup-Siegerin an.

Mit einer starken Leistung am Schießstand (ein Fehler) belegte Martina Glagow Rang fünf. Kathrin Hitzer verschoss viermal und kam mit der drittschnellsten Laufzeit auf Platz sieben. Henkel (fünf Schießfehler) wurde 16., Sabrina Buchholz, die ebenfalls fünfmal in die Strafrunde musste, belegte Rang 24.

Birgit Riezinger / Eurosport