Champions League - Bayern: AC Mailand? Nein, danke!
Wenn am Freitag um 12 Uhr in Nyon das Achtelfinale der Champions League ausgelost wird, dann sind die Bayern eigentlich ganz entspannt. Eigentlich, denn auch als Gruppenerster könnte sie ein dicker Brocken erwarten: der AC Mailand. Doch die Münchner haben am Lostopf noch ein Ass im Ärmel...
Von Petra Philippsen
So freundlich und mit derart vielen guten Wünschen dürfte Paul Breitner wohl schon lange nicht mehr von der Säbener Straße verabschiedet worden sein, und vermutlich wurden dem Bayern-Scout noch einige Hasenpfoten, Kleeblätter und weitere nützliche Glücksbringer mit ins Reisegepäck geschmuggelt. Denn wenn am Freitag ab 12 Uhr im Haus des europäischen Fußballs in Nyon die Achtelfinalauslosung zur Champions League stattfindet, dann steht Breitner mit an den Lostöpfen. Als Endspiel-Botschafter für München 2012 ist der Ex-Weltmeister direkt mit dabei und fungiert quasi als persönliche Losfee des FC Bayern.
"Das ist das schwierigste Los"
Aber hat der Rekordmeister, der sich souverän mit 13 Punkten an die Spitze der Gruppe A platziert hatte, den Beistand von höheren Mächten überhaupt nötig? Schließlich können den Bayern doch nur die Gruppenzweiten zugelost werden und dabei auch nur jene, gegen die sie nicht schon im Vorfeld des Achtelfinals gespielt haben oder die nicht aus dem eigenen Verband stammen. Also ciao SSC Neapel und tschüss Bayer Leverkusen.
In der Verlosung sind also noch ZSKA Moskau, der FC Basel, Olympique Lyon, Olympique Marseille, Zenit St. Petersburg übrig – und, ja natürlich, der AC Mailand. Da wäre also doch ein wenig Beistand erwünscht. "Das schwierigste Los ist mit Sicherheit der AC Mailand", stellte auch Philipp Lahm auf Nachfrage von eurosport.yahoo.de fest, fügte aber hinzu: "Ansonsten müssen wir uns aber vor keinem Gegner verstecken und können uns die Auslosung in Ruhe anschauen. Als Tabellenerster vermeiden wir ja die ganz dicken Brocken."
Noch ohne Pflichtspielsieg gegen die Mailänder
Die ganz dicken Brocken schon, wie Barcelona, Chelsea oder Real Madrid, aber die Mailänder zählen nach wie vor zum schweren Geröll, auch wenn sie sich in der Gruppenphase etwas schwer taten. Auswärts gelang ihnen gegen Borisow und Pilsen nur ein Unentschieden, mit neun Punkten reihte sich der siebenmalige Europapokalsieger der Landesmeister hinter Barcelona (16 Punkte) ein.
Doch gegen die Bayern hatten sie in der Champions League stets gut ausgesehen. Der einzige Sieg der Münchner stammt ohnehin nur aus einem Freundschaftsspiel vor drei Jahren. Ein Muster ohne Wert, denn wenn es ums Ganze ging, hat der AC Mailand zweimal gewonnen und zweimal Unentschieden gegen die Heynckes-Elf gespielt. Daher tun die Bayern trotz ihren Liga-Höhenfluges gut daran, sich für Freitag zu wünschen: Bloß nicht der AC Mailand!
"Mannschaft steckt noch in der Entwicklung"
Schließlich heißt das Ziel ja: "Finale in der heimischen Allianz-Arena" und nicht "Ausgeschieden im Achtelfinale". Leicht wird dieser Weg nicht, das weiß auch Lahm, doch er gibt sich kämpferisch: "Die Topfavoriten für mich sind der FC Barcelona und Real Madrid, aber auch wir haben die Chance, weit zu kommen."
Wie weit, das wird sich zeigen, denn Lahm ist sich der Lücke zu den großen Brocken durchaus bewusst: "Diese Teams sind stabiler, haben über Jahre so zusammengespielt und kommen in der Champions League meist sehr weit. Da wollen wir beim FC Bayern auch hin. Ob das klappt, ob wir stabil genug sind, wird man sehen, wenn wir dann auf diese Vereine treffen. Unsere Mannschaft steckt noch immer in der Entwicklung." Viel Zeit zum Entwickeln bleibt ihnen nicht, wollen sie sich den Traum vom Titel 2012 erfüllen. Doch ein mäßig resistenter Kontrahent im Achtelfinale könnte da schon für den nächsten Schritt hilfreich sein. Es wird also am Freitag auf eins ankommen, das glückliche Händchen von Paul Breitner.
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