Bundesliga - Bremen: Hurra-Stil hat ausgedient

Eurosport - Fr 16.Okt. 09:06:00 2009

Vor einem Jahr wurde das Duell zwischen Werder Bremen und Hoffenheim zu einem Offensiv-Leckerbissen der unvergessenen Art. Doch am Samstag dürfte es im Weserstadion kontrollierter zugehen, denn Werder hat den Hurra-Stil eingemottet und damit plötzlich eine der besten Defensiven der Liga.

2009 Werder Bremen Frings Hunt - 0

Thomas Schaaf pflegt eher den trockenen Humor, nüchtern und oft unerwartet vorgetragen, und so huschte auch jetzt ein verschmitztes Lächeln über das Gesicht von Werders Cheftrainer. "Das Ergebnis würde ich wieder so nehmen", sagte Schaaf. Die Erinnerung an den spektakulären 5:4-Sieg gegen Hoffenheim vor einem Jahr wirkt also immer noch als Stimmungsaufheller - zumindest auf Seiten der Werderaner.

Mit bedingungsloser Offensive

Und es war auch wohl eines der aufregendsten Spiele, das die Bundesliga in den vergangenen Jahren erlebt hatte, und das nicht nur die Fans im Weserstadion in Atem hielt. Ein Leckerbissen, der alles parat hatte: enorm hohes Tempo, Chancen im Minutentakt, Dramatik und Tore über Tore. Nach einer halben Stunde führten die Bremer bereits mit 4:1, die Hoffenheimer ließen sich aber keineswegs einschüchtern und nutzten, dass Werder in der Euphorie seine Defensivaufgaben schleifen ließ.

20 Minuten vor Schluss stand es 4:4, die Bremer hatten kurz zuvor ihren Abwehrchef Per Mertesacker nach einer Notbremse verloren. "Wir sind in Not geraten, aber haben das Spiel in Unterzahl noch gedreht. Das sprach klar für meine Mannschaft", erinnerte sich Schaaf nicht ohne ein wenig Stolz. Mesut Özil gelang der entscheidende Treffer, doch die Hoffenheimer hatten bis zum Abpfiff den erneuten Ausgleich auf dem Fuß. Elektrisierender hätte eine Partie nicht sein können, mit bedingungsloser Offensive, die von beiden Seiten erbittert vorgetragen wurde.

Werder nur mit sechs Gegentoren

Die Fans sollten ihre Erwartungen allerdings zurückschrauben, wenn es am Samstag zur Neuauflage zwischen dem Vierten und Fünften der Liga kommt denn in Bremen hat man sich in dieser Saison vom geliebten Hurra-Fußball verabschiedet. Vorbei sind die Zeiten, in denen sie regelmäßig die Tore in Fließbandmanier einnetzten, und dem mögen ihre Anhänger auch etwas nachtrauern. Entschädigt werden sie jedoch dadurch, dass sich die Anzahl der Bremer Gegentore dabei drastisch verringert hat. In der vergangenen Saison hatte Werder bis zum 8. Spieltag zwar schon 22 Treffer erzielt, aber auch 19 Gegentore kassiert. In dieser Saison musste sich Keeper Wiese erst sechs Mal geschlagen geben, nur Leverkusen und Schalke haben ein Gegentor weniger auf dem Konto. In den vergangenen vier Partien spielte Werder gar zu null.

Das Erfolgsrezept klingt einfach: "Wir arbeiten jetzt alle in der Defensive mit", erklärte Clemens Fritz zufrieden und Aaron Hunt ergänzte: "So, wie wir jetzt als Mannschaft auftreten, macht es richtig Spaß." Nach dem Weggang von Ballzauberer Diego stellte Schaaf das Spielsystem fast notgedrungen um, doch bisher profitieren die Bremer davon, dass sie im Mittelfeld nun viel variabler und weniger ausrechenbar sind, als noch mit dem Brasilianer. Özil und Hunt wirbelten zuletzt mit Marko Marin in der Offensive, während Kapitän Torsten Frings mit dem noch nicht in Topform agierenden Tim Borowski der Defensive zusätzlichen Halt gab.

Rangnick mit Personalsorgen

Da sparte auch der Perfektionist Schaaf nicht mit Lob für seine Truppe: "Jeder Spieler ist momentan in guter Form. Alle arbeiten nach hinten mit, wir lassen nicht mehr viele Chancen zu. Die Mannschaft harmoniert gut, das Miteinander passt einfach." Es sind die neuen Schlagworte an der Weser: Spaß, Harmonie, Sicherheit und sie sollten für Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick Warnung genug sein.

Dabei hat er durch die Ausfälle seiner Verteidiger Josip Simunic, Per Nilsson und Marvin Compper eigentlich schon Sorgen genug. Und ob Stümer Demba Ba zum Einsatz kommt, ist ebenso fraglich. Da wird es Rangnick auch wenig trösten, dass in Bremen gerade Schießbuden aufgestellt werden denn die stehen nicht im Weserstadion, sondern auf dem traditionellen Freimarkt. Für Schaaf war das als Aktiver immer ein besonderer Ansporn: "Wir wollten früher nie verlieren, wenn Freimarkts Zeit war. Das stand fest. Da wollte man schließlich feiern", betonte Schaaf und wieder lächelte er: "Es wäre schön, wenn sich die Spieler an unsere Maßgabe damals auch halten würden."

Aus Bremen berichtet Petra Philippsen / Eurosport

Kommentare 1 - 20 of 20

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  1. wirklich ein toller Artikel.
    ich tippe auf ein 3:1 für­ unsere Werderaner.
    hoffe aber auf 3:0.
    :)

    Von minimum.wuuh, am Sa 17.Okt. 11:30
  2. Den Kommentar unter mir kann man getrost­ ignorieren...;-)))

    Von Björn, am Sa 17.Okt. 3:41
  3. Ich sage....Bremen und Hoffenheim tauschen morgen die­ Plätze...;-)))

    Von flaschengeist300, am Sa 17.Okt. 0:01
  4. Die Bremer spielen diser Jahr mit um die Meisterschaft­ bzw. um die CL-Plätze, sie haben auch immer noch eine­ super Mannschaft in der die Mischung passt und einen­ hervorragenden Trainer,der weiß was er tut.

    Von wurstbrot.hans, am Fr 16.Okt. 23:31
  5. Schaaf zwingt nicht der Mannschaft irgendeine­ dahergebrabbelte 'Philosophie' auf - er schaut,­ was da ist und paßt die Taktik dem Spielermaterial an.­
    Daran erkennt man einen großen Trainer. So mancher­ jungscher Fußballphilosoph in der Trainergilde kann­ sich da mal eine Scheibe abschneiden.

    Von Volker Armin H, am Fr 16.Okt. 19:41
  6. WIR WERDEN DAS HOLEN WAS DIE WEISSWURSTFUZIS IN DEN­ LETZEN JAHREN NICHT GESCHAFT HABEN; NÄMLICH DEN­ HAETRICK DEUTSCHER MEISTER; DFB UND UEFA-CUP

    Von Roland D, am Fr 16.Okt. 19:36
  7. Ich kann gar nicht so weit ausholen um den gesamten­ Bericht zu kommentieren. In der Kurzfassung kann ich T.­ Schaaf nur dazu gratulieren diese Mannschaft nach­ Jahren der absoluten Offensive in dieser Saison so­ variabel umgestaltet zu haben. Werder ist sehr, sehr­ schwer auszurechnen, da das Spiel über viele Schultern­ laufen kann und aktuell auch läuft ( Özil, Marin, Hunt­ ). Letzte Saíson war es für den Gegner da wesentlich­ einfacher da fast alles über Diego lief. Die Mischung­ macht es meiner Meinung nach aus und die­ "erfahrenen" wie Frings und Pizza sind sehr,­ sehr wichtig in diesem Konzept, vor allem in der­ momentanen Form die beide an den Tag legen. Naja,­ wollen wir mal abwarten ich wünsche mir am 34. Spieltag­ einen Platz unter den ersten 3, denn das wäre für mich­ in dieser Saison ein erneutes "Wunder von der­ Weser". Tipp für Morgen 1:0 für grün/weiß.

    Von karinarabbe, am Fr 16.Okt. 18:25
  8. Das wird eine flottes Spiel, denn zwei gute Teams­ treffen aufeinander.

    Da wagt man kaum eine­ Ergebnsivorhersage. Bremen scheint abgeklärter zu sein.

    Von werner, am Fr 16.Okt. 17:28
  9. SCHAAF IST DER BESTE BUNDESLIGA TRAINER!!!!
    UND WERDER­ IST EINE SYMPATHISCHE MANSCHAFT;DIE NICHT GLEICH IN­ PANIK GERÄT;WENN ES MAL NICHT SO LÄUFT!!!
    HOPPENHEIM­ IST ZU SCHLAGEN;HAT JA MAINZ BEWIESEN!!!!
    3-1 FÜR­ WERDER

    Von , am Fr 16.Okt. 17:14
  10. Kommentar nicht angezeigt durch zu niedrige Bewertung. Zeigen

    ich denke bayern verliert
    so 3-0 für freiburg­ hahahahhaaa
    garnicht mal so unrealistisch,wenn man­ gegen mainz verliert

    Von , am Fr 16.Okt. 17:11
  11. @Petra Philippsen , sind Sie nicht normalerweise eine­ Tennis-Schreibetante????

    Von Ultra Bayern, am Fr 16.Okt. 17:09
  12. Das Werder auch in etwas schlechteren Zeiten zu seinem­ Trainer Schaaf gehalten hat duerfte sich schon bald­ bezahlt machen.. Werder ist mit einem langjaehrigem­ Trainer immer wesentlich besser gefahren und so duerfte­ die Leistung in dieser Saison wieder erhebich besser­ werden. Gewiss hat man in Muenchen kein Verstaendnis­ und Feingefuehl fuer sowas, da braucht man eben immer­ etwas Hollywood-reifes und ein Karussel, egal ob­ Trainer- oder Spielerkarussell, in Muenchen dreht sich­ immer alles, nur der Hoeness ist eine konstante­ Persoenlichkeit die die ganzen Jahre ueberlebt auf­ seinem Posten.
    In Minga geat eben alls a bissl oanders.

    Von Aleksandar, am Fr 16.Okt. 17:08
  13. Petra Philippsen hat einen wunderbaren, leicht­ emotionalen Artikel verfaßt. Wie selten bei­ Eurosport!!
    Herzlichen Dank (und Glückwunsch ;-) ),­ wir sollten öfters etwas von Ihnen zu lesen bekommen.

    Von Ultra Bayern, am Fr 16.Okt. 17:07
  14. Ich denke, die Hoffenheimer gewinnen mit 3:2 ;-)

    Von Ultra Bayern, am Fr 16.Okt. 17:05
  15. @ pet061
    -
    hahahahahaa heutzutage ist es doch kein­ problem vor bayern zu stehen,oder sie zu­ schlagen!!!
    also,falls guten fussball sehen willst,dann­ guck mal in den norden

    Von , am Fr 16.Okt. 16:58
  16. wenn bremen wieder zur null spielt,ist der vereins­ rekord gebrochen.
    wäre schon cool,vorallem wo doch alle­ sagen,dass wiese so schlecht ist??!!
    -
    ich denke­ werder gewinnt 2-0

    Von , am Fr 16.Okt. 16:57
  17. Hoffentlich läufts weiter so,und wir bleiben­ in der­ Tabelle vor den Bayern
    Von alexander.spiegel, am Fr­ 16.Okt. 16:51

    @träumen ist ja nicht verboten, also­ schön weiter träumen damit Dein Leben einen Sinn hat!

    Von pet061, am Fr 16.Okt. 16:54
  18. Dann gewinnt Bremen halt 2-1,sind auch 3 punkte.
    Was­ anderes:Hunt überrascht mich doch positiv,das zeugt­ davon das Schaaf Recht hat, an Hunt zu­ glauben.
    Hoffentlich läufts weiter so,und wir bleiben­ in der Tabelle vor den Bayern

    Von alexander.spiegel, am Fr 16.Okt. 16:51
  19. "In dieser Saison musste sich Keeper Wiese erst­ sechs Mal geschlagen geben"

    stimmt nicht, da er­ bei den 2 Gegentoren von Hertha nicht auf dem Platz­ stand.

    Wenn man dazu bedenkt, das von den restlichen 4­ Toren bereits 3 am 1. Spieltag fielen (2:3 gegen die­ Eintracht) und 1 gegen die bayern am 2. Spieltag, dann­ ist das schon eine Bemerkenswerte Entwicklung.

    In der­ Offensive ist derzeit aber auch noch genug Potential um­ auch nach vorne zu glänzen. Wenn Hunt, Özil, Marin +­ Pizza wirklich eingespielt sind .... abwarten.

    Von Marcel, am Fr 16.Okt. 16:20
  20. Das ist ein guter Artikel, Glückwunsch!
    Auch wenn ich­ die vielen Tore der vergangenen Jahre gerne wieder von­ Werder Bremen vorgetragen sehen würde hoffe ich, dass­ Bremen nun ein bißchen konstanter und noch einen Tik­ erfolgreicher spielen wird. Wenn sie sich noch weiter­ stabilisieren und den Kader zusammenhalten ( Hunt,­ Ozil, Mertesacker..), und sich vielleicht im Winter­ nochmal verstärken, können sie ganz oben mitspielen!­ Ich drücke Werder die Daumen denn es meiner Meinung­ nach der sympathischste Verein der Bundesliga :-)

    Von ericbrandhuber, am Fr 16.Okt. 16:18
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