Eurosport - Mi 16.Sep. 09:12:00 2009
Mit zwei Podestplätzen zuletzt in Oschersleben setzte sich Gabriele Tarquini drei Rennen vor Saisonende an die Spitze der Fahrerwertung. Unsere italienischen Eurosport-Kollegen unterhielten sich mit dem Routinier über seine Chancen, den Fahrerweltmeistertitel für SEAT in diesem Jahr zu erobern.
"Speziell die beiden Rennen in Japan werden für uns die schwierigsten", sagte der 47-Jährige. Im vergangenen Jahr war BMW in Okayama die stärkste Marke, obwohl Tom Coronel im Regen mit einer cleveren Reifenwahl das zweite Rennen in einem SEAT-Benziner gewinnen konnte. Auch in diesem Jahr hofft Tarquini auf Regen und auf Schützenhilfe seines Teamkollegen: "Yvan Muller könnte mir helfen, die WM zu gewinnen. Speziell wenn ich in den nächsten Rennen den Punkteabstand zu ihm vergrößere."
Der Italiener blickt bereits auf eine lange Karriere zurück, die bereits über 20 Jahre andauert. Wann er aus dem Rennwagen aussteigen wird, steht noch nicht fest. "Ich habe keine Geheimnisse, warum ich immer noch hier bin. Manche Fahrer werden älter, wenn sie 30 werden, andere greifen für immer ins Lenkrad. Ich hoffe ich kann das Fahren noch lange genießen."
Tarquini erlebte in seiner aktiven Karriere eine Zeit, als der Rennsport viel gefährlicher als heute war. Trotzdem hat sich seine Einstellung nie geändert: "Jeder kann Angst vor dem Fahren haben, aber es ist irrational für uns. Es kam einmal jemand älterer zu mir, der mir sagte, dass wenn ich die Angst spüre, es Zeit zum Aufhören ist."
38 Formel-1-Starts
Zwischen 1987 und 1992 gehörte Tarquini der Königsklasse der Formel 1 an. Nur einen einzigen WM-Zähler sammelte der Italiener in dieser Zeit, denn er war meist für schwache Teams unterwegs. Den Unterschied zwischen einem Formel 1 und einem Tourenwagen erklärte er: "Ein F1 ist netter, aber schwieriger zu fahren. Einen WTCC kann man während einem Rennen besser nutzen, weil man Berührungen mit den Gegnern hat. Manchmal verwenden wir unser Auto auch als 'Hammer', um den Anderen das Fürchten zu leeren!"
Mit Interesse verfolgte Tarquini den Grand Prix in Monza und die Geschehnisse bei Ferrari. Über das Debüt von Giancarlo Fisichella hat er als Ex-Formel-1-Pilot seine spezielle Meinung: "Ich dachte, er wäre etwas besser. Er war schon eine kleine Enttäuschung, aber er wird sich verbessern. Luca Badoer war psychisch nicht bereit."
Der WTCC-Kalender umfasst in diesem Jahr 24 Rennen. Für Tarquini gibt es nur ein Rezept, für eine perfekte Vorbereitung: "Eine Stunde vor dem Rennen esse ich Pasta mit Tomaten, trinke Mineralwasser und zwei Espresso, falls das Rennen langweilig wird aber in der WTCC kann man nicht gelangweilt sein!!"
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