Eurosport - So 16.Sep. 20:36:00 2007
Mit ungewohnter Heimstärke und einer großen Portion Leidenschaft hat sich Eintracht Frankfurt zum "Bayern-Jäger" entwickelt. Wer die Tabelle der Bundesliga nach dem fünften Spieltag betrachtet, mag sich verwundert die Augen reiben. Die Funkel-Elf rangiert auf Platz drei und verfolgt den Liga-Krösus.
Nach dem dritten Heimerfolg der Saison in Folge schwärmte Eintracht-Coach Friedhelm Funkel von einem "Sieg der Leidenschaft". Doch dass die Hessen Fußball mit Herz spielen, war dem geneigten Fußballfan schon in der vergangenen Saison aufgefallen. Entscheidender für den derzeitigen Erfolg ist vielmehr die gesteigerte Ausgeglichenheit des Kaders und eine neugewonnene Heimstärke.
Vor dem 2:1 (1:0) gegen den Hamburger SV veränderte Funkel sein Team gegenüber der Startaufstellung von Bremen gleich auf drei Positionen. Doch alle Neulinge schlugen ein, die Mannschaft präsentierte sich eingespielt und selbstsicher. "Selbst nach einem Gegentor brechen wir nicht gleich zusammen, sondern glauben an uns", sagte der zweifache Torschütze Alexander Meier nach dem Erfolg über den HSV und zeigte damit eindrucksvoll das neue Selbstvertrauen.
Neue Heimstärke
In der vergangenen Spielzeit sammelte die Eintracht im eigenen Stadion ganze 20 Punkte. Nur Absteiger Alemannia Aachen war vor heimischer Kulisse schlechter. Mit der neuen Heimstärke belohnen sich nicht nur die Profis und der Trainer selber für die kontinuierliche Aufbauarbeit der vergangenen Jahre - eine Entwicklung, die es bei der launigen Eintracht selten gab. Auch die zahlreichen Fans - die Hessen lagen in der vergangenen Saison an fünfter Stelle der Zuschauergunst - werden derzeit für ihre Treue und die damit verbundenen zahlreichen Leiden der Vergangenheit entlohnt.
Für die Frankfurter wird sich in den kommenden vier Spieltagen gegen Bochum (A), Karlsruhe (H), Cottbus (A) und Leverkusen (H) zeigen, ob Euphorie und Leidenschaft in dieser Saison gepaart sind mit Kontinuität und Erfolg. Sollten die Hessen dann immer noch den großen Bayern im Nacken sitzen, wird man sich auch in München ernsthaft mit der Überraschungself vom Main auseinandersetzen.
Tom Marohn / Eurosport