The English Open - Solider Start von Kaymer

Eurosport - Do 16.Jul. 22:56:00 2009

Die US-Golflegende Tom Watson hat zum Auftakt der 138. British Open der Konkurrenz mit dem hochgewetteten Martin Kaymer und Superstar Tiger Woods an der Spitze eine Lehrstunde erteilt. Dennoch war der Deutsche mit seinem Start aus 69 Schlägen auf dem Par-70- Kurs nicht gänzlich unzufrieden.

GOLF 2009 martin kaymer - 0

Die US-Golflegende Tom Watson hat zum Auftakt der 138. British Open der Konkurrenz mit dem hochgewetteten Martin Kaymer und Superstar Tiger Woods an der Spitze eine Lehrstunde erteilt. Bis zum frühen Donnerstagabend lag der knapp 60-Jährige und mit Abstand älteste Spieler auf dem Par-70-Kurs im schottischen Turnberry nach 65 Schlägen mit Ben Curtis (65/USA) in Führung. Nach einem Birdie am letzten Loch landete der 24 Jahre alte Kaymper mit 69 Schlägen im vorderen Drittel unter 156 Startern.

"Man hat schon gemerkt, das ich in der fünften Woche nacheinander etwas müde und unkonzentriert war. Der Score ist ok, aber ich hatte noch drei Birdiechance mehr", meinte der 24 Jahre alte Rheinländer vier Tage nach seinem zweiten Europatour-Sieg. Beim dritten Major des Jahres will er "mehr als den Cut" schaffen, den er zuvor beim US- Masters und der US-Open verpasst hatte.

"Bei dem Wetter war mehr drin, weil ich meine geplante Defensivtaktik mit aggresivem Spiel aufgeben konnte. Gleichauf mit seinem Vorbild und ehemaligen British Open-Sieger Ernie Els (69) im Flight hat der Aufsteiger aus Mettmann die Spitze "mit dem alten Knaben Watson", wie Kaymer betonte, nicht aus den Augen verloren.

"Duell in the Sun" mit dem "Golden Bear"

"Das hatte heute etwas Spirituelles. Gestern habe ich noch mit Barbara Nicklaus eine SMS ausgetauscht. Sie wünschte mir das Beste, und der Platz hatte ohne Wind keine Chance gegen mich", kommentierte Watson seinen Überraschungs-Coup nach der fehler- und bogey-freien Runde, die den Profi aus Kentucky an seinen ersten Sieg 1977 an der Irischen See gegen den Major-Rekordsieger Jack Nicklaus erinnerten. Tausende standen wie damals an der 18. Spielbahn auf und applaudierten ihrem Idol wie beim unvergessenen "Duell in the Sun" mit dem "Golden Bear".

Der neun Jahre ältere Weltranglisten-Erste Woods tat sich nach 71 Schlägen zum Auftakt des 3. Grand Slams der Saison unerwartet schwer und ließ seinen Emotionen freien Lauf. Weniger Gentleman-like hatte der Tiger die vielen Fehlschläge "verflucht". Warf den Schläger oder spuckte vor Wut auf die Spielbahnen, wenn die Abschläge über den Platz "streuten". Nach achtmonatiger Verletzungspause nach seinem US- Open-Sieg 2008 mit einem Kreuzbandriss im Knie feierte der 33-Jährige an der schottischen Westküste ein sehr bescheidenes Major-Comeback. "Ich habe zu viele Fehler gemacht und hoffe, das morgen korrigieren zu können", ließ er vor der TV-Kamera hören.

Erfahrung gibt den Ausschlag

"Es ist die Erfahrung, die auf solchen Links-Plätzen die größte Rolle spielt, um die richtigen Schläge zu machen. Dünenkurse gibt es nur wenige auf der Welt, da können die nicht konkurrieren, die sie nur selten spielen", betonte Watson, der allein 5 British Open gewinnen konnte. Mit dem erst 16 Jahre alten britischen Amateur- Champion Matteo Manassero (71/Italien) und dem Weltranglisten-Fünften Sergio Garcia (70/Spanien) im Flight, hatte er die passend medienträchtige Begleitung, um den Unterschied zwischen Routine, Cleverness und Siegermentalität im hohen Alter zu verdeutlichen.

"Ich weiß nicht, was morgen kommt. Druck? Der Schalter kann auch umgelegt werden. Was ist schon morgen, wenn der Wind heult" fragte Watson, der zuletzt 2003 in Turnberry die Senior Open Championship gewonnen hatte. "Der Platz inspiriert mich, keine Frage. Es ist wie ein Mosaik aus einzelnen Erfahrungswerten, die ich umsetzen kann. Ich spiele gut genug, um hier wieder zu gewinnen. Mein Putten ist schlechter als 1977, aber einige Bälle werden schon reinfallen."

dpa / Eurosport

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