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Vipa Bernhardt lässt sich nicht beirren

Mi 16 Jul, 12:23 Uhr


Hamburg (dpa) - Schwimmerin Vipa Bernhardt hält trotz zum Teil massiver Kritik daran fest, ihr Olympia-Ticket auf gerichtlichem Weg zu erzwingen.

«Ich fühle mich im Recht», sagte die in Florida studierende und trainierende Athletin laut «Bild»-Zeitung. Mit einer vom Landgericht Kassel erlassenen Einstweiligen Verfügung hatte Bernhardts Verein SG Frankfurt den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) gezwungen, die Sportlerin trotz verpasster Qualifikation zur Nominierung für Peking vorzuschlagen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte die Entscheidung mit dem Hinweis auf eine notwendige juristische Überprüfung auf den 20. Juli vertagt

Die ebenfalls in den USA trainierende Anne Poleska (Krefeld) hatte bei den deutschen Meisterschaften als Zweitplatzierte über 200 Meter Brust hinter Siegerin Sarah Poewe das Olympia-Ticket gelöst. Bernhardt war Dritte geworden. Für die Peking-Fahrkarte waren Platz eins oder zwei und die Olympia-Norm gefordert. Bernhardt beruft sich jetzt darauf, dass die bereits vom DOSB nominierte Anne Poleska aufgrund mehrerer Starts für ihren US-Verein bei der deutschen Olympia-Qualifikation nicht startberechtigt gewesen sei. Poleska bestreitet dies, verwies auf Falschmeldungen im US-Internet und legte dem DSV eine entsprechende Eidesstattliche Erklärung vor.

Doch Vipa Bernhardt lässt sich nicht beirren, auch wenn Anne Poleska im Wasser schneller war. Bernhardt: «Das stimmt, gut, ist so, akzeptiere ich auch - aber sie hat sich meiner Meinung nach nicht an alle Regeln gehalten.» Dass es bei einer erzwungenen Nominierung Probleme im Team geben könnte, ist ihr klar. Aber: «Damit muss ich irgendwie klarkommen. Ich glaube, der Kampf lohnt sich trotzdem: Olympia ist immer eine tolle Sache.» Kontakt zu Anne Poleska hatte sie nach eigenen Angaben nicht.

Der Vorstoß von Bernhardt war auf zum Teil harsche Kritik gestoßen. «Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Athlet unter Angabe von Formfehlern versucht, einen Konkurrenten aus dem Wettbewerb zu boxen», sagte DOSB-Präsident Thomas Bach. Schwimmer Lars Conrad (Hannover) warf Bernhardt «unsportliches Verhalten» vor. Am 23. Juli ist für den DOSB Meldeschluss in Peking.

 

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