Freiburg: Acht Personen im Visier

Eurosport - Di 16.Jun. 12:32:00 2009

Die Ermittlungen im Zusammenhang mit der Doping-Affäre an der Uniklinik Freiburg sind umfangreicher als bisher bekannt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nicht nur gegen die schwer belasteten Sportmediziner Andreas Schmid und Lothar Heinrich, sondern auch gegen vier weitere Ärzte der Uniklinik.

CYCLING Feature Freiburg Uniklinik - 0

Dazu kommen drei ehemalige Sportliche Leiter der dort betreuten Radsport-Teams. "Diese Ermittlungen laufen aber bereits seit dem vergangenen Jahr", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier und bestätigte damit einen Bericht der "Badischen Zeitung". "Ich hoffe, dass wir dieses Jahr fertig werden."

Im Falle der vier Ärzte werde der Verdacht der Vorteilsnahme geprüft. Dies müsse aber keinesfalls mit Doping in Zusammenhang stehen. "Es bedeutet nur, dass sie unter Umgehung ihres Arbeitgebers zusätzliches Geld für bestimmte Tätigkeiten für Rennsport-Teams erhalten haben könnten", betonte Maier.

Bei den früheren Teamleitern bestehe der Verdacht der Beihilfe zur Körperverletzung. Zudem werde gegen eine Apothekerin aus Elzach wegen möglichen Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz ermittelt. In dem vor einem Monat vorgestellten Abschlussbericht der Freiburger Doping-Kommission war eine Apotheke in Elzach als einer der Haupt-Lieferanten für Dopingmittel erwähnt worden.

"Akten liegen im Keller"

Sowohl die Ermittlungen gegen die Ärzte als auch gegen die ehemaligen Teamleiter seien schwierig. "Beides ist sehr komplex und hängt auch miteinander zusammen. Und die Aussagebereitschaft der am Verfahren Beteiligten ist sehr gering", meinte Maier.

Der Leiter der früheren Doping-Kommission, Hans-Joachim Schäfer, zeigte sich nicht überrascht von den umfangreichen Ermittlungen. "Dass die Staatsanwaltschaft weiter ermittelt, ist klar.

Sie werden sich unseren Bericht genau angeschaut haben", sagte Schäfer. Die Kommission selbst, die das ehemalige Team Telekom/T-Mobile des jahrelangen systematischen Dopings bezichtigt hat, sei dabei aber nicht mehr eingebunden. "Wir haben unsere Ermittlungen abgeschlossen. Die Akten liegen im Keller", betonte Schäfer. "Die strafrechtliche Bewertung dessen, was wir zutage gefördert haben, steht uns nicht zu."

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dpa / Eurosport

Kommentare 1 - 16 of 16

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  1. Allein sich diese Gedanken zu machen zeugt schon von­ einer fragwürdigen Einstellung zum Sport.

    Von griller4, am Mi 17.Jun. 7:31
  2. @Sam,
    also ist das,was nicht auf der Liste steht u­ nicht nachweisbar ist,kein Doping?

    Von rothmichel111, am Di 16.Jun. 22:59
  3. Mit allen Mitteln? Dann ist auch Doping dabei. Wer­ Blutdoping betreibt, der dopt, egal was er damit­ erreicht. Wer den Hämatokritwert durch Druckkammer oder­ Höhentraining erhöht, der dopt nicht. Doping ist das,­ was auf der jeweils gültigen Liste steht. Die wird nach­ den neuesten Erkenntnissen jedes Jahr überarbeitet. Ist­ das denn so schwer? Es gibt keine Realdefinition von­ Doping.

    Von Sam S, am Di 16.Jun. 22:37
  4. Hämatokritwert bei Sportlern ist bei 50 Prozent­ reglementiert,bei Durchschnittsbürgern liegt der Wert­ bei 36-38 Prozent der roten Blutkörperchen im Blut,die­ zum Sauerstofftransport dienen.Ist das dann Doping,wenn­ man sich an dieses Limit von 50 Prozent mit allen­ Mitteln heran"arbeitet",als Beispiel?Ich­ frage euch?

    Von rothmichel111, am Di 16.Jun. 22:25
  5. rothmichel111
    Doping ist die Verwendung der auf den­ Doping-Liste stehenden Stoffe oder die Anwendung der­ dort genannten Methoden. Das ist völlig unabhängig vom­ "Erfolg". Ob z.B. mit Blutdoping der im­ Radsport geltende Hämatokrit-Grenzwert von 50­ überschritten wird ist egal: Blutdoping ist in jedem­ Fall verboten. Andererseits: wer den Grenzwert­ überschreitet erhält eine recht kurze Schutzsperre,­ die nach Unterschreiten des Grenzwertes wieder­ aufgehoben wird. Das gilt nicht als Dopingverstoß, weil­ der Hämatokritwert auch durch andere, erlaubte Methoden­ gesteigert werden kann: Höhentraining, Druckstollen­ etc. Allerdings ist der hohe Wert durch die­ Verklumpung auch richtig gefährlich. Es gibt also­ Sperren ohne Doping, es gibt Doping ohne ohne positive­ Nachweise und ohne Überschreiten der Grenzwerte.

    Von Sam S, am Di 16.Jun. 22:14
  6. @rothmichel111: "Limits des Reglements"??­ versteh ich nicht, gibt es eine obergrenze für­ leistung, ich denke nicht?

    ja ist es, wenn du eine­ bank überfällst ist das ein verbrechen. unabhängig­ davon ob du erwischt wirst oder nicht... ;)
    seltsame­ logik hast du...

    Von moccaspace, am Di 16.Jun. 20:46
  7. Sicher gibt es Regeln.Aber wenn ein Sportler mit­ verbotenen Mitteln sich an die Limits des Reglements­ heran arbeitet,ist das Doping?Laut Regeln ohne­ positiven Test nicht.Im Forum hier aber schon,oder?

    Von rothmichel111, am Di 16.Jun. 19:54
  8. Es gibt klare Regeln. Listen mit verbotenen Substanzen.­ Schuld an dem ganzen Dopingsumpf ist doch die­ Sportgerichtsbarkeit. 2 Jahre Sperre, da würde ich auch­ in Versuchung geraten. Wer dopt, der sollte lebenslang­ gesperrt werden. Bin mir sicher, dass es dann nur noch­ sehr wenige Dopingfälle geben würde. Damit meine ich­ natürlich alle Sportarten und nicht nur den Radsport

    Von tetzerdk, am Di 16.Jun. 17:11
  9. Ihr habt siche recht,aber alles allein auf den Radsport­ zu beziehen ist unfair.Nur weil hier die strengsten­ Regeln sind u daher viel mehr Sportler überführt­ werdenWo fängt eigentlich Doping an?Athleten,die über­ das Limit geraten?Es versucht doch jeder,bis an dieses­ Limit des Erlaubten zu kommen,egal wie.Nicht nur im­ Sport.

    Von rothmichel111, am Di 16.Jun. 17:06
  10. @windshieldbob: teilweise hast du recht, nur diejenigen­ haben daran ein interesse die damit ihre taschen­ füllen. ein normalerzuschauer hat daran sicher kein­ interesse. jedes jahr bestzeiten und weltrekorde nach­ dem anderen aufzustellen ohne großartige­ materialinnovation ist nicht möglich, da liegt es auf­ der hand dass die "leistung" woanders­ herkommt. das ist betrug, da kann ich mir auch­ hütchenspieler in der innnenstadt anschauen. radsport­ nein danke...

    Von moccaspace, am Di 16.Jun. 16:10
  11. @moccaspeace: falsch, genau das wollen alle sehen,­ sonst wäre schon längst was passiert. schon im alten­ rom waren die gladiatoren gedopt. das zieht sich bis in­ die heutige zeit durch. es wird sich nie was­ ändern.....

    Von Robert, am Di 16.Jun. 15:59
  12. "Solange keine Resultate feststehen, ist von der­­ Unschuld der Fahrer auszugehen." im radsport ist­ eher vom gegenteil auszugehen... ;) was hast du die­ letzten 3 jahre bezüglich radsport gesehen? da haben­ sich reihenweise "sportler" geoutet, von­ denen man es nie gedacht hätte. diesen imageverlust­ können sie in 10 jahren nicht wiedergutmachen...

    Von moccaspace, am Di 16.Jun. 15:35
  13. Was soll das? Es wurden Ermittlungen aufgenommen.­ Solange keine Resultate feststehen, ist von der­ Unschuld der Fahrer auszugehen. Widerlich, diese­ laufenden Vorverurteilungen hier durch die Poster. Nur­ weil ein paar wenige schwarze Schafe erwischt wurden,­ heisst dass nicht, dass alle dopen.... *Prust*, ich­ kann nicht mehr hahahahahahooohohohihihihi. Los­ "echte Radsportfans", Daumen runter!!

    Von griller4, am Di 16.Jun. 15:32
  14. die tour de farce ist eine schande, kein sender sollte­ sich an der übertragung beteiligen. hochgezüchtete­ affen will kein mensch sehen... gilt übringens auch für­ olympia!

    Von moccaspace, am Di 16.Jun. 15:04
  15. Seh ich anders. Man sollte froh sein, das wenigstens­ noch ein Sender berichtet. Was man allerdings­ kritisieren könnte, wäre die Art. Ich finde die­ Fokussierung auf die Leader, besonders wenn sie schon­ mal erwischt worden sind, nicht gut. Und die­ Verherrlichung von Lance ( Planet Amstrong ) geht mir­ auch entschieden zu weit. Den würde ich - wie manch­ andere auch - komplett ausblenden. Aber wenns zu mir zu­ arg wird mit den Pappnase von Reportern, dreh ich­ einfach den Ton runter. Aber das Bilder gezeigt werden­ ist, okay, man straft sonst auch die letzten sauberen­ Sportler. Man muss sich mit dem Thema kritisch und­ öffentlich und nicht durch Ignoranz auseinander­ setzten, damit man - vielleicht - eines Tages wieder,­ wenn der Sieger einer Rundfahrt sagt " Ich bin­ clean" man ihm auch Glauben kann.

    Von Kristin K, am Di 16.Jun. 13:19
  16. Nicht nur vor dem Hintergrund dieses Artikels, sondern­ generell finde ich, dass Eurosport keinen Radsport mehr­ im Fernsehen übertragen sollte. Fehlen die Bühnen­ weltweit, dann läßt vielleicht auch die Körperveletzung­ der Sportler durch die Doper nach.

    Von Bernd, am Di 16.Jun. 12:52
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