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Unglücksrabe Cech: «Passt zur Saison»

Mo 16 Jun, 13:13 Uhr


Genf (dpa) - Ausgerechnet der große Star im Team vermasselte seinem Trainer den Abschied von der Fußball-Bühne.

Als Torhüter Petr Cech drei Minuten vor Ende der Partie gegen die Türkei einen problemlosen Flankenball durch die Hände rutschen ließ und kurz darauf noch einen weiteren Treffer kassierte, war das Schicksal der Tschechen und ihres 68 Jahre alten Trainers Karel Brückner besiegelt. So hatte sich der große Trainer des tschechischen Fußballs seinen schon vorher angekündigten Abgang als Nationalcoach nicht vorgestellt. Der Schock war ihm deutlich anzumerken. «Das war kein schöner Abschied. Ich werde jetzt einige Nächte nicht schlafen können», sagte Brückner nach dem 2:3 gegen die Türkei.

Cech, der Torhüter mit der schwarzen Gesichtsmaske, gilt als einer der besten seiner Branche und ist als Schlussmann des FC Chelsea zum großen Star aufgestiegen. Doch derzeit verfolgt Cech das Pech. «Das passt alles zu dieser Saison», meinte der Keeper der Tschechen. «Erst die Verletzungen, dann die verpasste Meisterschaft und das verlorene Champions-League-Finale mit Chelsea und nun dieses unglückliche Ausscheiden bei der Europameisterschaft», erklärte der 26 Jahre alte Torwart, der unter Brückner vor sechs Jahren sein Debüt im Nationalteam feierte. Seinen Keeper nahm der Coach in Schutz: «Er hat einen Fehler gemacht, aber ich werde ihn nicht für die Niederlage verantwortlich machen», sagte Brückner.

Auch in der Heimat reagierten die Medien geschockt auf das unerwartete Ausscheiden gegen den WM-Dritten von 2002. Die Tageszeitung «Pravo» titelte «Kollaps!». Das Boulevardblatt «Blesk» schrieb: «Cechs fataler Fehler. Wir vergeben ihm. Es ist nicht nur seine Schuld».

Tatsächlich fanden auch die Mitspieler des unglücklichen Torhüters bei der EM ebenfalls nicht ihre beste Form. Die einst hohe Fußballkunst der technisch versierten Kicker des Europameisters von 1976 und EM-Zweiten von 1996 blieb bei diesem Turnier im Verborgenen. David Jarolim vom Hamburger SV sagte: «Das ist unfassbar. Wir standen schon mit einem Bein im Viertelfinale und dann das.» Auch Tomas Ujfalusi war völlig ratlos. «Das darf einer Mannschaft wie uns nicht passieren, dass wir drei Tore in 20 Minuten bekommen», befand der frühere Bundesligaprofi.

 

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