Eurosport - So 16.Mai. 14:41:00 2010
Im Vorfeld der WM 2006, macht eurosport.de eine Zeitreise durch die Geschichte der Weltmeisterschaften. Von den Anfängen in Uruguay, über das Wunder von Bern, von der "Hand Gottes" bis zum deutschen Triumph in Italien. 1982 beendete Paolo Rossi die lange Durststrecker der Italiener.
Nach einem müden Start ins Turnier erwachten die Italiener zum Leben und gewannen den Weltpokal zum dritten Mal. Großen Anteil am Erfolg der "Squadra Azurra" hatte Starstürmer Paolo Rossi, der im Verlaufe des Turniers zur Bestform fand und groß aufspielte.
Der dritte Streich
Im Finale gewann mit Italien ein Team mit den besseren Einzelspielern ohne große Mühe mit 3:1 gegen Deutschland. Auch hier erzielte ihr WM-Held Paolo Rossi einen Treffer. Dino Zoff, der 40-jährige Mannschaftsführer der Italiener, nahm anschließend aus den Händen des spanischen Königs Juan Carlos den Weltpokal entgegen.
Nun war Italien neben Brasilien das zweite Land, das drei Mal den Weltpokal gewonnen hatte. Doch nicht etwa das Finale elektrisierte die Massen. Dieses Turnier bleibt wegen drei denkwürdigen Spiele der deutschen Nationalelf in Erinnerung, die in die Annalen der Fußballgeschichte eingegangen sind:
Die deutsche Schande
Am 16. Juni war das "El Molinon"-Stadion in Gijon der Schauplatz einer der größten Überraschungen der WM-Geschichte: der krasse Außenseiter Algerien, zum ersten Mal überhaupt bei einer WM-Endrunde dabei, ging gegen Deutschland in Führung.
Nach dem Ausgleich der gewohnt kampfstarken Deutschen allerdings brachen die Algerier jedoch keineswegs ein, sondern setzten noch eins drauf und gewannen schließlich durch ein Tor von Belloumi hochverdient mit 2:1 über den zweifachen Weltmeister Deutschland.
Nach dem 4:1-Sieg über Chile benötigte die Elf von Bundestrainer Jupp Derwall gegen Österreich einen Sieg, um sich für die Zwischenrunde zu qualifizieren, während der Alpenrepublik eine knappe Niederlage für das Weiterkommen reichte. Nach dem frühen Tor von Horst Hrubesch (11.) schlossen beide Teams einen "Nichtangriffspakt" und schoben sich im Mittelfeld die Bälle zu, was schwer nach Absprache roch. Außenseiter Algerien musste deshalb ausscheiden. Die Welt war empört und sprach von der "Schande von Gijon".
Das unglaubliche Halbfinale
Das unglaublich dramatische, aber auch grausame Halbfinale zwischen Deutschland und Frankreich wurde zu einer der meist diskutierten Spiele aller Zeiten. In der Verlängerung führten die Franzosen bereits mit 3:1, bevor die Deutschen sich wieder mit zwei Toren ins Spiel kämpften. Im Elfmeterschießen setzte sich schließlich Deutschland durch.
Unrühmlicher Höhepunkt der Partie war die Kollision von Toni Schumacher und dem 10 Minuten zuvor eingewechselten Battiston. Nach einem Zuspiel von Platini lief Battiston allein auf Schumacher zu, der ihm aus seinem Kasten entgegensprintet. Beide springen hoch, und Schumacher trifft den Franzosen aus vollem Lauf. Benommen bleibt Battiston am Boden liegen.
Schumacher "Beruf: Unmensch"
Noch während die Betreuer sich um den Bewusstlosen kümmern, spielt Schumacher sich am Rande des Strafraums warm - direkt vor den französischen Fans. Nach dem Spiel sorgt er weiter für Zündstoff.
Seinem bösen Foul an Patrick Battiston lässt er gegenüber Journalisten die Bemerkung folgen, er sei "bereit, Battiston die Jacketkronen zu bezahlen". Schumacher wird nicht nur in Frankreich zum Inbegriff des Klischees vom "hässlichen Deutschen". L'Equipe schreibt: "Schumacher. Beruf: Unmensch!"
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