Bundesliga - Frontzeck: "Müssen die Nerven behalten"

Eurosport - Fr 16.Mai. 15:46:00 2008

Für Arminia Bielefeld steht am letzten Bundesliga-Spieltag die wichtigste Begegnung des Jahres auf dem Programm. Das Team von Michael Frontzeck kämpft im Fernduell mit Nürnberg gegen den Abstieg. eurosport.yahoo.de sprach mit dem 44-jährigen Trainer über Ziele, Chancen und Hoffnungen.

FOOTBALL 2008 Frontzeck - 0

Das entscheidende Spiel der Saison steigt an diesem Wochenende in Stuttgart. Auswärts hat Ihre Mannschaft seit dem ersten Spieltag aber keine Partie mehr gewonnen. Wie wollen Sie diese schwarze Serie beenden, um im Abstiegskampf zu bestehen?

Michael Frontzeck: Ich denke, dass wir in der Rückrunde eine Reihe von Spielen hatten, gerade auch auswärts, wo wir ganz knapp davor waren, die drei Punkte zu holen. Man muss sagen, dass sich die Mannschaft auswärts immer ordentlich präsentiert hat, auch wenn am Ende kein Sieg herausgesprungen ist. In Stuttgart wollen wir ein gutes Auswärtsspiel machen und noch einmal alles in dieses Spiel reinlegen. Mit dem psychischen Druck können wir umgehen, da meine Mannschaft in den letzten Wochen immer mit dem Rücken zur Wand stand.

Wie beurteilen Sie persönlich die Chance auf den Klassenerhalt?

Frontzeck: Ich denke, dass wir gut damit gefahren sind, dass wir nur auf uns schauen. Wir haben genügend mit dem VfB Stuttgart zu tun, der gerade im Spiel nach vorn sehr gefährlich ist. Ich habe mich auch in den letzten Wochen nicht an den Spekulationen beteiligt, die immer wieder aufgestellt wurden. Wir schauen von Spieltag zu Spieltag und sind damit ganz gut gefahren. Das werden wir auch am letzten Spieltag so machen.

Im Spiel gegen Stuttgart müssen Sie auf Zuma und Kucera verzichten. Wie schwer wiegen diese beiden Ausfälle?

Frontzeck: Das sind sehr gute Spieler, aber wir werden diese beiden Ausfälle für das eine Spiel kompensieren. Jammern bringt uns nichts und dem VfB fehlen auch einige Akteure. Letzte Woche hat Dortmund auch eine ganze Reihe von Spielern gefehlt. Das ist ganz normal, dass sich im letzten Drittel der Saison die Verletzungen häufen.

Im Fernduell gilt es gegen den 1. FC Nürnberg zu bestehen, der zu Hause Schalke 04 empfängt. Informieren Sie sich während der Partie über den aktuellen Spielstand?

Frontzeck: Nein, das interessiert mich nicht. Wir konzentrieren uns nur auf uns.

In der Presse war zu lesen, dass bereits vor dem Abstiegs-Finale ein unterschriftsreifer Vertrag für Sie bei Arminia Bielefeld in der Schublade gelegen hat. Wie wichtig ist Ihnen dieser Vertrauensbeweis - gerade in einer so wichtigen Situation, wo alle zusammenhalten müssen?

Frontzeck: Das interessiert mich jetzt nicht, weil ich mit gutem Beispiel vorangehen will. Ich kann nicht von den Spielern verlangen, dass sie ihr Ego hinten anstellen, wenn es um auslaufende Verträge geht, und dann meine Person am letzten Spieltag in den Vordergrund schieben. Das ist nicht meine Art.

Wenn Sie in der Ansprache vor dem Spiel gegen Stuttgart drei entscheidende Schlagworte finden müssten, welche wären das?

Frontzeck: Noch ist es nicht soweit, dass die Presse bei der Ansprache kurz vor dem Spiel dabei ist. Das wird vielleicht irgendwann einmal kommen, aber noch behalte ich diese Dinge für mich.

Kämpfen bis zum Umfallen steht aber auf dem Plan

Frontzeck: Ja klar. Aber noch wichtiger ist, dass wir vor allem die Nerven behalten.

Das Interview führte Dirk Adam / Eurosport