Masters Hamburg - Federer mit Mühe weiter

Eurosport - Mi 16.Mai. 17:58:00 2007

Masters Hamburg - Der Schweizer Roger Federer hat sein Auftaktmatch beim Masters-Turnier in Hamburg gegen den argentinischen Qualifikanten Juan Monaco nur mit Mühe mit 6:3, 2:6, 6:4 gewonnen. Im Achtelfinale trifft der Weltranglistenerste auf den Sieger der Partie zwischen Marat Safin und Juan Carlos Ferrero.

TENNIS 2007 Hamburg Masters Federer - 1

Seine Freundin Mirka rief sich von der Box aus fast heiser, Box-Champ Wladimir Klitschko und HSV-Star Rafael van der Vaart klatschten nach Kräften und auch Hollywood-Legende Christopher Lee feuerte Federer an, doch so richtig wollte alles nicht helfen. Der Ausnahmekönner muss sich derzeit jeden Punkt auf dem Platz hart erarbeiten. Die Leichtigkeit, mit der er Zuschauer wie auch Gegner besonders in den letzten zweieinhalb Jahren seiner Regentschaft beeindruckte, ist ihm seit einigen Wochen abhanden gekommen.

Zu hohe Fehlerquote beim Überflieger

"Ich wusste, dass es schwer gegen ihn werden würde. Er ist ein sehr guter Sandplatzspieler, dazu waren die Bedingungen durch den Regen heute langsamer. Man musste mehr Geduld haben. Ich bin froh, dass ich durchgekommen bin", erklärte Federer sichtlich erleichtert, für den es das erste Match nach der Trennung von seinem Coach Tony Roche war.

Im ersten Satz konnte er sich noch gegen den bissig und clever aufspielenden Argentinier durchsetzen, wenn er auch selbst nicht ohne Aufschlagverlust blieb. Doch dem Weltranglistenersten unterliefen mehr und mehr Fehler (insgesamt 44), vor allem mit der Vorhand, so dass Monaco in den Sätzen ausgleichen konnte. In seinem ersten Spiel des entscheidenden Durchgangs musste Federer fünf Breakbälle abwehren und konnte erst mit dem Break zum 5:4 für die Vorentscheidung sorgen.

"Bin erleichtert, dass mit Tony alles geklärt ist"

"Es war ein hart erkämpfter Sieg. Aber vielleicht war das genau das schwere Match, das ich jetzt gebraucht habe", sagte Federer, der froh war, dass ihn die Situation mit Roche nicht weiter beim Spielen beeinträchtigte: "Vom Kopf her war ich frei und habe mich nur aufs Match konzentriert. Ich bin schon ein wenig erleichtert, dass alles mit Tony geklärt ist. Ich fühle mich wieder wohler auf dem Platz." Für Federer war der Auftakt ein erster, wenn auch wackeliger Schritt in die richtige Richtung, nachdem er bei vier Turnieren in Folge ohne Titel geblieben war. Um gegen einen Rafael Nadal bestehen zu können, wird sich der Schweizer jedoch deutlich steigern müssen.

Bei seiner Niederlage in Rom in der letzten Woche gegen Filippo Volandri hatte das Publikum Federer noch ausgepfiffen, die 8.000 Hamburger Zuschauer waren weit gnädiger mit ihrem Liebling, trotz der sportlichen Magerkost. "Der Regen prasselte auf das Dach und es ist so laut wie auf dem Bahnhof, wenn die Züge fahren. Und die Punkte waren auch nicht so toll heute. Da fragen sich die Zuschauer vielleicht: Wo bleiben denn die Zauberschläge? Das geht eben nicht immer, es war ein normales Erstrundenmatch. Hoffentlich waren die Zuschauer nicht zu enttäuscht", erklärte Federer, der sich nach der bestandenen Feuerprobe am Rothenbaum schon deutlich gelöster zeigte.

Federer mit Schadenfreude

Denn während die Konkurrenten aufgrund des Dauerregens am frühen Nachmittag in die Warteschleife verbannt wurden, braucht sich Federer auch in den kommenden Tagen nicht um den hanseatischen Wetterbericht zu scheren: "Der ist mir ganz egal. Ich spiele ja immer auf dem Center Court", sagte er und lachte dabei wie ein Lausejunge. "Die Anderen müssen ja in der Umkleide rumsitzen und warten. Ich kann spielen und wieder ins Hotel fahren." Seinen Humor hat Federer noch nicht verloren. Und an das Verlieren auf dem Platz will er sich auch nicht gewöhnen. Zumindest das hat er in Hamburg schon bewiesen.

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