Eurosport - Mi 16.Apr. 23:20:00 2008
Die Generalprobe des FC Bayern für das Pokalfinale ist geglückt. Trotz eines Halbzeit-Rückstands in Frankfurt drehte der Rekordmeister das Spiel durch einen Doppelpack von Luca Toni (74., 85.) und einen Treffer von Daniel van Buyten (60.) und baute damit die Tabellenführung auf 10 Punkte aus.
Nach dem Schlusspfiff haderte Frankfurts Stürmer Ioannis Amanatidis mit dem Ergebnis: "Wir waren über 60 Minuten gegen ein europäisches Spitzenteam die bessere Mannschaft und wurden dann bestraft. Die haben uns zweimal ausgekontert und gewinnen hier völlig unverdient." Uli Hoeneß ließ sich von der durchschnittlichen Leistung seiner Elf dagegen nicht beirren: "Wenn man einen Lauf hat wie wir, dann gewinnt man eben auch solche Spiele." Im Gegenteil, der Bayern-Manager war in Hochstimmung: "Jetzt werden wir auch deutscher Meister. Wann, ist mir ziemlich egal."
Die Chance auf den ersten Titel haben die Münchener jedoch schon am kommenden Wochenende in Berlin. Im Pokal-Finale wartet eine verunsicherte Dortmunder Mannschaft, die nach der 5:0-Pleite an der Isar auch gegen Hannover mit 1:3 unterlag. Dortmunds Coach Thomas Doll ist demgemäß alles andere als siegesgewiss: "Wir liegen am Boden. Wichtig ist, dass wir in den nächsten drei Tagen wieder in den Zustand kommen, ein solches Finale zu spielen." Es scheint, die Bayern könnten sich nur noch selbst schlagen.
1. Halbzeit
Die ersten starken Szenen im Spiel gegen den Rekordmeister gehörten den Gastgebern. Schon in der 3. Minute tauchte Amanatidis völlig frei vor Bayern-Keeper Michael Rensing auf. Nur in Zusammenarbeit mit Willy Sagnol konnte der Schlussmann einen frühen Rückstand verhindern. Nach dem schnellen Beginn der Funkel-Elf nahm jedoch das Team von der Isar langsam das Heft in die Hand. Luca Toni (18.) und Toni Kroos (16.) sorgten mit Torraumszenen für Gefahr.
Das erste Tor der Partie fiel jedoch auf der Gegenseite. Nach passgenauer Flanke von Patrick Ochs stand Benjamin Köhler völlig frei im Bayern-Strafraum und köpfte die Führung für die Gastgeber (29.). Nach dem Treffer konnten die Bayern nicht wieder an ihre zwischenzeitliche Überlegenheit anknüpfen. Der Rekordmeister agierte behäbig und konnte sich keine nennenswerten Torchancen herausarbeiten. Den Schlusspunkt in der ersten Halbzeit setzten die Frankfurter, als Amanatidis nach Vorarbeit von Martin Fenin völlig unbedrängt gegen den schon geschlagenen Rensing vergab (45.).
2. Halbzeit:
Auch nach dem Seitenwechsel konnte der Tabellenführer nicht überzeugen. Frankfurt igelte sich jetzt in der eigenen Hälfte ein und verhinderte abgesehen von einer Aktion durch Christian Lell (54.), dass die Gäste zu Torchancen kamen. Mit einer Doppelchance von Amanatidis und Fenin hätten die Hessen die Führung sogar ausbauen können. Stattdessen schlugen die Bayern zu. Nach einer Ecke von Bastian Schweinsteiger setzte sich Daniel van Buyten am Rande der Legalität im Kopfballduell gegen Galindo durch und markierte den Austleichstreffer (60.). Der Unparteiische beanstandete die Aktion des Belgiers nicht.
Auf der Gegenseite annulierte das Schiedsrichtergespann jedoch einen Treffer. Amanatidis hatte Frankfurt vermeintlich wieder in Führung gebracht. Doch der Linienrichter hatte den Griechen zuvor zurecht im Abseits gesehen (66.). Dies war jedoch die letzte gefährliche Aktion der Gastgeber im Strafraum der Münchener. Von nun an übernahm die Elf von der Isar die Kontrolle. Zunächst markierte Toni die Führung (74.), nachdem ihm Schweinsteiger im Liegen unter Bedrängnis die passgenaue Vorlage serviert hatte. Dann versetzte der Weltmeister den Gastgebern nach Vorlage durch den eingewechselten Jan Schlaudraff den "Todesstoß" (85.).
Spieler des Spiels:
Bastian Schweinsteiger war an allen drei Toren beteiligt. Zunächst bediente er van Buyten per Ecke, dann Toni mit einer akrobatischen Vorlage und zuguterletzt spielte er den öffnenden Pass vor dem 3:0.