Bundesliga - Königsblaue Wiederauferstehung

Eurosport - Mi 16.Apr. 14:37:00 2008

Das neue Trainerduo auf Schalke hat den "Königsblauen" neues Leben eingehaucht. Mike Büskens und Youri Mulder bringen den Spaß zurück auf Schalke. "Chancentod" Kevin Kuranyi feiert dabei gegen Cottbus mit vier Toren eine sportliche Wiederauferstehung.

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Namen sind Schall und Rauch - so mag wohl mancher Schalker Fan nach dem 5:0 über Energie Cottbus gedacht haben. Als "Vergessener" gilt hierbei wohl Ex-Trainer Mirko Slomka, denn spätestens nach dem Traumtor von Kuranyi zum 3:0 lagen sich die Anhänger im Stadion ekstatisch in den Armen. Es lief an diesem Dienstagabend einfach alles wie am Schnürchen.

Die Spieler waren wie ausgewechselt. Von Beginn an gab Schalke den Ton an und ließ das Team von Gäste-Trainer Bojan Prasnikar wie eine überforderte Jugendauswahl aussehen. "Es klappte heute einfach alles sehr gut. Natürlich war bei mir auch die Aufregung sehr groß, aber ich hatte einfach ein total gutes Gefühl", zeigte Co-Trainer Youri Mulder seine Zufriedenheit über den höchsten Saisonsieg der Königsblauen.

Büskens und Mulder im Einklang

Sein "Chef" Mike Büskens, der Mulder als gleichberechtigten Partner sieht, war ebenfalls äußerst glücklich: "Natürlich bin ich froh, dass alles gut verlaufen ist. Wir müssen jetzt weiter konzentriert arbeiten." Die Harmonie der beiden neuen Trainer war beeindruckend und phasenweise zum Schmunzeln. Bei engen Szenen sprangen sie unisono auf, bei Toren folgten der Jubel mit der Becker-Faust mit anschließendem Abklatschen (auch mit dem dritten "Eurofighter" im Bunde, Manager Andreas Müller) und der stetige Dialog über den Spielverlauf. Die perfekte Demonstration von neuem Selbstbewusstsein und Zusammengehörigkeitsgefühl, bezogen auf den gesamten Verein. Auch Boss Josef Schnusenberg übte sich auf der Tribüne in euphorischen Jubelgesten.

Doch kann dieser Dreier nun wahrlich als Tendenz für eine bessere Zukunft, geschweige denn für ein erfolgreiches Ende der restlichen Saison dienen? Cottbus war für Schalke in dieser prekären Lage einfach der ideale Aufbaugegner. Die vollmundig nach Gelsenkirchen angereisten Energie-Profis, ergaben sich nach dem unglücklichen Eigentor von Vragel da Silva (31.) in ihr Schicksal. "Wir haben uns nicht aufgebäumt. Es hat hinten und vorne nicht gestimmt", räumte Pechvogel da Silva später ein.

Kuranyi sorgt für Jubelstimmung

Schalke kann sich beim vierfachen Torschützen Kuranyi bedanken, dass die Personalie Mirko Slomka und seine moralischen Nachwehen wohl viel schneller verdaut werden. Man ist als Tabellen-Dritter weiter dick im Rennen um die direkte Champions League-Qualifikation. "Die Chance für die Quali haben wir noch und wir werden alles dran setzen, um den zweiten Platz zu ergattern", verspricht Kapitän Marcelo Bordon spannende Spieltage bis zum finalen Akt. Und warum dieser völlig neue frische Eindruck der Schalker?

"Wenn neue Trainer da sind, ist es ganz klar, dass sich Unzufriedene und auch die Stammspieler noch einmal richtig unter Druck setzen. Man will entweder seinen Platz im Team verteidigen oder sich reinkämpfen", so Matchwinner Kuranyi, der sich nach seiner Gala-Leistung wohl keine Gedanken mehr über seinen Arbeitsplatz machen muss. "Die Pleite in Bremen hat uns mächtig gewurmt. Dieser Sieg war die beste Reaktion, die wir geben konnten. Wir haben sehr viel Spaß gehabt und endlich spielerisch überzeugt", war Heiko Westermann voll des Lobes.

Die Schalker müssen den Schwung aus dem Cottbus-Spiel auch in den echten großen Härtetest am nächsten Spieltag in Hamburg mitnehmen. Die für ihre eiserne Defensive bekannten Hanseaten werden Kuranyi & Co. sicherlich nicht den Raum für Kombinationen lassen, den sie gegen erschreckend harmlose Lausitzer erhalten haben. "Das wird ein schweres Stück Arbeit. Aber wir sind gewappnet", blickt Abwehrchef Bordon mehr als optimistisch auf die nächste Herausforderung.

Aus Gelsenkirchen berichtet Hakan Uzun / Eurosport