Eurosport - Mo 16.Mrz. 20:13:00 2009
Lindsey Vonn und Aksel Lund Svindal sind die großen Gewinner des Winters. Neben den beiden Superstars machten auch Maria Riesch und Aufsteiger Carlo Janka von sich reden. Und dann war da noch Hossein Kalhor, das "Riesenbaby", das zu Olympia 2010 will - der eurosport.yahoo.de Saison-Rückblick.
Es war die knappste Entscheidung in der Weltcup-Geschichte. Aksel Lund Svindal aus Norwegen entschied den Gesamt-Weltcup mit zwei Punkten Vorsprung für sich. Exakt 473 Tage nach seinem schweren Sturz beim Abfahrtstraining in Beaver Creek, bei dem sich der "Elch" lebensgefährliche Verletzungen zuzog, kürte er seine unglaubliche Comeback-Saison. Aber es war ein weiter Weg bis zum Sieg. Denn so wechselhaft wie das Wetter bei den Damenrennen zu Beginn der Saison war, so hart umkämpften die Herren die große Kristallkugel.
Vor der finalen Woche in Are hatten sieben Rennläufer die Chance auf den heiß begehrten Gesamtsieg. Deren sechs nahmen sich nach und nach mit etlichen Fehlern und schwachen Nerven selbst den Wind aus den Segeln und mussten der Kugel der Kugeln vorzeitig "Good-Bye" sagen.
Blickt man genauer hin, haben aber nicht nur zwei Zähler den Gesamt-Weltcup zugunsten von Comeback-König Svindal entschieden, sondern ein "Wimpernschlag" von nur einer Hundertstelsekunde. Denn um genau diesen Zeitabstand verpasste Raich im letzten Super-G der Saison das Podest und verlor zehn entscheidende Punkte, die ihm nach dem Ausfall im Slalom-Showdown trotzdem den dritten Gesamt-Sieg gebracht hätten.
Hackordnung bei den Damen
Im Gegensatz zum Final-Krimi bei den Herren der Schöpfung ging es bei den Damen weitaus weniger spannend zu. Zum zweiten Mal in Folge nahm US-Girl Lindsey Vonn die große Kristallkugel, sowie zwei kleine Pokale aus feinstem Kristallglas für den Triumph im Abfahrts- und Super-G-Weltcup entgegen. Dazu müssen sich die Konkurrentinnen auch in den nächsten Jahren in Acht vor der rasenden Ehefrau aus Vail nehmen.
Denn die 24-Jährige hat trotz einer Daumenverletzung bewiesen, dass sie im Slalom ebenfalls zur Welt-Elite gehört. Nur eine war besser als die smarte Rennläuferin, die zudem äußerst ansehnlich ist und neben ihrem schnellen Schwung auch außerhalb der Pisten mit ihrem Charme besticht: Maria Riesch. Die 24-jährige Partenkirchnerin sorgte mit vier Seriensiegen und dem Weltmeistertitel im Slalom für eine klare Hierarchie im "Stangenwald".
Schweiz läuft Österreich Rang ab
Bislang galt Österreich als Ski-Nation Nummer eins. In dieser Saison wurde die erfolgsverwöhnte Nation allerdings in die Schranken gewiesen. Die spektakulären Abfahrtsklassiker in Wengen und Kitzbühel gewann mit Didier Defago ein Schweizer. Shooting-Star des Jahres war ebenso ein Eidgenosse. Carlo Janka bejubelte zwei Weltcup-Siege, freute sich über Gold und Bronze bei der Weltmeisterschaft in Val d'Isere und stemmte am Ende die kleine Kristallkugel für die Super-Kombination in die Höhe.
Vom einst dominierenden rot-weiß-roten Team der Alpenrepublik konnte nur Speed-Spezialist Michael Walchhofer die Saison mit einem roten Trikot beendet. Der Salzburger gewann den Abfahrts-Weltcup - für den von Verletzungen gebeutelten Österreichischen Skiverband der "einzige" Lichtblick einer alles in allem enttäuschenden Saison. Ein Trost bleibt: Die Kugel in der Königsdisziplin kommt in Österreich dem WM-Titel im Fußball für Deutschland nahe.
Erfreulich ist jedoch, dass eine Garde junger Rennläuferinnen und Rennläufer nachrückt. Für Deutschland hat die 21-jährige Gina Stechert bei der Abfahrt in Tarvis ihren ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Über das Schweizer Talent Lara Gut braucht man eigentlich keine Worte mehr verlieren. Zwei WM-Medaillen und zehn Top-Ten-Platzierungen sprechen eine deutliche Sprache. Ebenso oft unter die besten Zehn fuhr der Österreicher Marcel Hirscher, der damit sein Talent unter Beweis stellte.
Geld regiert die Ski-Welt
Lindsey Vonn hat nicht nur bei den Erfolgen die Nase vorn. Die Doppelweltmeisterin war auch die uneingeschränkte Nummer eins beim Kassieren der Siegprämien. Mit 312.347 Euro Preisgeld führte die US-Amerikanerin das Ranking vor Maria Riesch an. Die Deutsche sicherte sich 252.667 Euro.
Erst danach kam der erste männliche Athlet. Slalom-Spezialist Jean-Baptiste Grange aus Frankreich kassierte 191.576 Euro. Svindal folgte nach Raich erst auf Platz drei der Männer-Wertung und gewann 155.919 Euro an Prämien.
Von Vaterfreuden und "Riesenbabys"
Zwölf Siege hat US-Boy Bode Miller vor der Saison angekündigt. Aber nach monatelangen Problemen mit dem Sprunggelenk hat der 30-Jährige vorzeitig die Saison beendet. Zwar ohne Erfolg, aber doch als Sieger. Miller hat mit seiner einjährigen Tochter ein neues Glück gefunden. Ebenso wie der Kanadier Erik Guay, dessen Sohn das Licht der Welt erblickte. Für Ski-Nachwuchs in den nächsten Jahren ist also bestens gesorgt.
Kennen Sie Hossein Kalhor? Nein? Sollten Sie aber. Denn der Iraner hat bei seiner Geburt vor 24 Jahren für Aufsehen gesorgt, als er mit neun Kilo als schwerstes Baby seines Landes auf die Welt kam. Was das mit Skifahren zu tun hat? Ganz einfach. Das "Riesenbaby" träumt von Olympia 2010. Dafür muss Kalhor aber noch üben. Beim Slalom in Kitzbühel verlor er auf die Bestzeit über 16 Sekunden.
Das war der Weltcup-Winter 2008/2009. Die neue Saison wird am 24. Oktober in Sölden eröffnet. Bis dahin: Ski heil!
Kommentare 1 - 4 of 4
Ich denke, dass die Ski-Fahrer/innen wirklich sehr wenig verdienen - wenn man auf das Risiko schaut... Der Sport ist toll, wunderschoen und spannend und die Sportler hier verdienen sich mehr zu verdienen....
Lindsey Vonn hat ihre Kugeln und ihr Preisgeld absolut verdient. Sie ist einfach die beste . Und die sympathischste noch dazu !!
ich freue mich schon auf nächstes jahr: die kugel ist rund und rollt hin und her. schiheil alleweil!
Zitat:
"Ein Trost bleibt: Die Kugel in der Königsdisziplin kommt in Österreich dem WM-Titel im Fußball für Deutschland nahe."
Kann man so nicht wirklich behauptet, wenn irgendetwas im Ski fahren bei uns gleichbedeutend mit dem WM-Titel wäre dann wohl der Gesamtweltcup. Aber auch der kommt bei weitem nicht hin. Wir sind zwar im Ski fahren bei weitem besser als im Fußball, aber trotzdem würden viele Österreicher die Erfolge im Ski fahren gegen Erfolge im Fußball tauschen.
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