Oslo (dpa) - Mit vier Jahren stand Magdalena Neuner erstmals auf alpinen Ski. Die schmalen Langlauflatten wurden erst später ihr Metier. Zwischendurch versuchte sie ihr Glück auch auf dem Tennisplatz und wechselte mit neun Jahren zum Biathlon.
«Es macht einfach am meisten Spaß, die beiden konträren Disziplinen Laufen und Schießen zueinanderzubringen», hat sie einmal gesagt. Dieses Kombinations-Kunststück beherrscht sie so gut wie wenige andere. Vor einem Jahr noch stellte sie - damals noch als Juniorin - mit drei WM-Goldmedaillen die Biathlon-Welt auf den Kopf. Mittlerweile ist sie vom Shooting-Star zum neuen Cover-Girl des deutschen Wintersports aufgestiegen. Mit dem neunten Platz am Holmenkollen setzte sich die Zöllnerin aus dem bayerischen Wallgau am Sonntag im Alter von 21 Jahren die Krone der Gesamt-Weltcupgewinnerin auf.
Dabei wäre sie um ein Haar nicht beim Sport, sondern bei der Musik gelandet. Sie spielt Harfe und hat sogar schon Konzerte gegeben. «Doch das war mir zu anstrengend, ganz allein auf der Bühne zu sitzen und auswendig zu spielen», sagt die blonde Skijägerin, die als Hobbys zudem Stricken, Motocross und Bergtouren angibt. Auch ihre zwei Brüder und ihre Schwester spielen mindestens zwei Instrumente. Ihr Vater ist Chef der Wallgauer Musikkapelle.
Im Biathlon dominierte sie von Beginn an ihre jeweiligen Altersstufen, gewann vier Jahre hintereinander die Gesamtwertung des deutschen Schülercups. Mit 16 Jahren setzte sie voll auf die Karte Biathlon, heuerte beim Zoll-Team an. Ein Winter später wurde sie erstmals Junioren-Weltmeisterin, und 2006 durfte «Lena» erstmals im Weltcup ran.
Vergleiche mit großen Damen des deutschen Sports lehnt Neuner ab. «Jeder Mensch ist einmalig. Ich will nicht die zweite Uschi Disl sein, sondern die erste Magdalena Neuner», betonte sie nach ihrem ersten WM-Titel 2007 beim Sprint in Antholz. Ähnlich äußerte sie sich wenig später über Parallelen zum ehemaligen Schwimm-Star Franziska van Almsick. «Franziska und mich kann man nicht vergleichen. Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten, es sind verschiedene Sportarten und ich bin auch in reiferem Alter als Franziska, die damals blutjung interessant geworden ist.»
Allerdings hat sie mit ihrer natürlichen Art alle Voraussetzungen, die neue Nummer 1 für die werbetreibende deutsche Wirtschaft zu werden. Tolle Fotos auf ihrer Website (www.magdalena-neuner.de) zeigen sie mit Modell-Qualitäten sowohl beim Sport als auch im Dirndl oder Abendkleid. Die Anfragen bei ihrem Manager Stephan Peplies für Sponsoring-Aktivitäten werden jetzt noch einmal in die Höhe schießen. Über die endgültige Auswahl entscheidet aber sie. Schon einmal hatte Magdalena Neuner ihrem Manager eine Wunschliste vorgelegt - ganz oben standen Bekleidung und Naturkosmetik.


Bild vergrößern