Premier League - Sir adelt Scholes: "Einer der Größten"

Mo 16.Jan. 14:08:00 2012

Eigentlich war er schon im Ruhestand - jetzt meldet sich der "Opa" eindrucksvoll zurück. Ihn zu einem Comeback zu bewegen, war die Idee von Sir Alex Ferguson. Bei eurosport.yahoo.de erklärt der United-Coach exklusiv die Hintergründe seines Coups.

ferguson scholes manchester united - 0

Von Daniel Rathjen und Alex Chick

Paul Scholes ist eine Legende.

Seine Biographie, die vor kurzem erschienen ist, liegt in Manchester momentan prominent in beinahe jedem Schaufenster.

Nach seinem fulminanten Comeback für United muss wohl ein weiteres Kapitel nachträglich hinzugefügt werden - denn es ist definitiv eine Erfolgsgeschichte!

Trainer Sir Alex Ferguson hatte den Rotschopf kurzfristig zur Rückkehr bewogen, eigentlich befand sich der 37-jährige Scholes schon im Ruhestand und versuchte sich bei den "Red Devils" als Jugendtrainer.

Am Samstag beorderte er ihn gegen die Bolton Wanderers sogleich in die Startformation - und Scholes brachte sein strauchelndes Team mit dem Tor zum 1:0 in der 45. Minute wieder in die Spur.

"Er ist zurück", schmunzelte "Fergie" danach verschmitzt und stimmte ein Loblied an: "Er hatte schon immer diesen Torinstinkt, schon als Kind. Er hat uns eine Stunde lang Qualität gegeben und einen wichtigen Treffer erzielt. Er ist einer unserer größten Spieler."

Vom Akteur selbst gab es kein Statement, was nicht verwunderlich ist, denn Interviews gibt der Familienmensch Scholes nur höchstselten. Er genießt im Stillen - das hat sich nicht geändert.

Das "Ginger-Genious" ist zurück

Nach seinem fulminanten Comeback verrät der United-Coach bei eurosport.yahoo.de exklusiv, wie ihm der Coup mit der Legende geglückt ist. - 2 Die "Sun" feierte ihn als "Ginger-Genious" (das rotblonde Genie), der "Guardian" nannte ihn "Golden Oldie". Die Kritiker der Rückholaktion verstummten.

"Ein paar Pressevertreter wollten das als Rückschritt für Manchester United erkannt haben", sagte Ferguson beim Gespräch mit eurosport.yahoo.de.

Beim Exklusiv-Termin sprach "Mr. United", der seit 25 Jahren Regie im "Theatre of Dreams" führt, Klartext: "Wir haben einen Spieler verpflichtet, der über 20 Jahre ein Teil dieses Klubs war, und dafür nichts gezahlt. Wie kann das denn ein Rückschritt sein?"

Und weiter: "Er kennt den Klub. Er wird nicht in jedem Spiel für uns auf dem Platz stehen, und das weiß Paul auch. Aber gibt es in Sachen Ruhe und Passsicherheit einen besseren Spieler als ihn? Sicherlich nicht."

Scholes' Leistung gegen Bolton wird ihn nochmals bestätigt haben. Laut Ferguson war schon die Geheimhaltung seiner Verpflichtung eine Kunst. Selbst die Mannschaft wusste von nichts. Stürmer Wayne Rooney erfuhr erst davon, als er vor dem FA-Cup-Spiel bei Manchester City Scholes' Trikot in der Kabine hängen sah.

"Ich weiß wirklich nicht, wie wir das geschafft haben", blickt Ferguson lachend zurück. "Wir haben uns am Freitag mit ihm geeinigt und uns den ganzen Samstag und Sonntagvormittag Sorgen gemacht, dass es irgendwie durchsickert. Darum haben wir auch den Spielern nichts davon erzählt."

"Die Fans sind schier durchgedreht"

Schon während des Spiels wusste der Trainer aber, dass er mit seiner Aktion kaum etwas falsch gemacht, sondern eher wieder für Zusatzantrieb gesorgt hatte. Nach dem Knockout in der Champions League gilt es, neue Euphorie zu entfachen.

"Wir wollten ein Ausrufezeichen setzen. Mit Manchester City hatten wir einen schweren Brocken zu bewältigen. 5000 United-Fans waren im Stadion, und als sie den Namen Paul Scholes auf dem Spielbogen entdeckt haben, sind sie schier durchgedreht. Das war eine tolle Reaktion auf den Rängen", weiß Ferguson.

Im Kampf um die Meisterschaft, der auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Erzrivalen aus der Nachbarschaft hinausläuft, möchte er ihn nicht mehr missen.

Mit der Partie gegen Bolton hat Scholes mittlerweile 678 Spiele für United absolviert - und steht damit längst in Englands Football Hall of Fame. Bei zehn weiteren Einsätzen könnte er mit Bill Foulkes (688) gleichziehen und damit hinter Sir Bobby Charlton und seinem derzeitigen Teamkollegen Ryan Giggs (876) in die Top-Drei von Manchesters Rekordspielern vorrücken.

Doch Statistiken haben Scholes ohnehin noch nie motiviert. "Die Trophäen, die Titel sind das, worum es geht", hat er in einem seiner raren Interviews einmal erwähnt.

Mit ihm hat United ein Ass im Ärmel.

Video: Die unglaublichsten Fehlschüsse 2011

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