Bundesliga - FCB-Boss: "Lothar kein Kandidat"

Eurosport - Mi 16.Jan. 14:38:00 2008

Karl-Heinz Rummenigge hat sich erbost über die Aussagen von Lothar Matthäus geäußert, dass er im Gespräch als Trainer gewesen sein soll. "Wir haben nur über private Sachen gesprochen", meinte der Bayern-Boss. Mit scharfen Worten reagierte er zudem auf die Kritik an Jürgen Klinsmann.

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"Lothar hat nie von mir ein Angebot bekommen. Es ist mir ein Rätsel und unerklärlich, wie er das behaupten kann", so Rummenigge. Matthäus hatte in einem Interview mit eurosport.yahoo.de behauptet, dass er sich mit dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München getroffen habe.

Dieses Treffen fand nach Aussagen von Rummenigge auch Ende November statt, aber drei Wochen vor der Bekanntgabe, dass Ottmar Hitzfeld den Rekordmeister im Sommer 2008 verlassen wird. "Falls es mit Jürgen Klinsmann nicht geklappt hätte, war auch Jürgen Klopp im Gespräch - nicht aber Lothar Matthäus", meinte der 52-Jährige.

Gestörtes Verhältnis

Mehr als verärgert reagierte Rummenigge auf die erneuten Spitzen in Richtung Klinsmann. "Es wäre wünschenswert, wenn Lothar diese Sticheleien lassen würde. Jürgen Klinsmann ist nicht nur ein ausgezeichneter, sondern auch ein ausgebildeter Trainer mit DFB-Lizenz. Matthäus hat sie nicht." Klare Worte, die Matthäus doppelt schmerzen. Bereits 2004 zog der Rekord-Nationalspieler bei der Vergabe des Nationaltrainer-Postens gegen seinen Intimfeind den Kürzeren.

Das gestörte Verhältnis, welches beide Akteure seit ihrer gemeinsamen Zeit beim FC Bayern in den 90er Jahren pflegen, basiert vor allem auf der damals erschienen Veröffentlichung "Mein Tagebuch", in der Matthäus intime Geheimnisse aus der Kabine des Rekordmeisters zum Besten gab. Nach der Verpflichtung von Klinsmann als Hitzfeld-Nachfolger hielt sich Matthäus lange zurück, ehe er Anfang der Woche erneut zum Rundumschlag ausholte.

"Klinsmann ist ein Neuling, ein Neueinsteiger als Trainer, was das Tagesgeschäft betrifft. Auch bei der Nationalmannschaft war er mehr der Repräsentant und nicht der Trainer", erklärte Matthäus im Exklusiv-Interview mit eurosport.yahoo.de. "Deswegen hat sich Bayern schon auf ein Risiko eingelassen. Aber sie werden schon wissen, was sie getan haben." Mit diesen Aussagen bleibt Matthäus auch weiter auf Konfrotationskurs zu Klinsmann, dessen dritten Platz bei der WM 2006 er als diskussionswürdig einstufte.

Dirk Adam / Eurosport