Australian Open - "Maria-Show" gegen Davenport

Eurosport - Mi 16.Jan. 12:12:00 2008

Maria Sharapova besiegte nicht nur, nein: Die Russin demontierte Lindsay Davenport. Sharapova spielte sich beim 6:1, 6:3 so locker-leicht in die dritte Runde, dass der Konkurrenz Angst und Bange werden konnte. Die US-Amerikanerin war nur Statistin bei der großen "Maria-Show" in der Rod Laver Arena.

TENNIS 2008 Australian Open Davenport L. - Sharapova M. - 0

Justine Henin zeigte auch bei ihrem zweiten Auftritt in Melbourne eine solide Leistung. Die Nummer eins der Welt besiegte Olga Poutchkova aus Russland mit 6:1, 7:5. Auch Serena Williams (USA) steht nach einem lockeren 6:3, 6:1 gegen Meng Yuan aus China in der dritten Runde.

So enttäuschend es auch klingen mag, aber: Die Geschichte der Zweitrunden-Begegnung zwischen der an Nummer fünf gesetzten Sharapova und Davenport ist schnell erzählt. Die Russin diktierte von Beginn an das Geschehen, die ehemalige Weltranglisten-Erste konnte nur reagieren - und selbst das viel der 31-Jährigen oft schwer. "Ich will Maria von Anfang an unter Druck setzen. Ihr erster Aufschlag ist nicht mehr so stark wie früher, das zweite Service muss ich dann attackieren", kündigte Davenport noch vor der Begegnung an - nichts davon konnte die junge Mutter umsetzen.

Davenport wartet vergeblich auf Fehler

Zu präzise war das Grundlinienspiel Sharapovas, zu laufstark präsentierte sich die elf Jahre jüngere Blondine. Davenport punktete nur dann, wenn der Russin ein Fehler unterlief - und das war nur selten der Fall.

Erst im zweiten Durchgang entwickelte die US-Amerikanerin den Ansatz eines Konzeptes gegen die entfesselt aufspielende Sharapova. Allerdings reichte das nicht, um den Sieg der 20-Jährigen zu gefährden.

Jankovic ohne Probleme

Jelena Jankovic hatte fast ebenso wenig Probleme, in die dritte Runde einzuziehen - wenn auch gegen eine deutlich schwächer einzuschätzende Gegerin. Die an Nummer drei gesetzte Serbin besiegte Edina Gallovits aus Rumänien 6:2, 7:5. Dagegen kassierte Patty Schnyder eine überraschende Niederlage gegen die Australierin Casey Dellacque.

Henin nahm in der Rod Laver Arena von Beginn an das Heft in die Hand und setzte ihre Gegnerin wie gewohnt stark unter Druck. Die 20-jährige Außenseiterin wirkte sichtlich überfordert und konnte dem aggressiven Spiel der topgesetzten Belgierin im ersten Satz nur selten Paroli bieten. Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild, denn Poutchkova konnte Henin dreimal den Aufschlag abnehmen und profitierte von vielen leichten Fehlern der 25-Jährigen. Doch letztendlich setzte sich die Klasse von Henin durch, die in den entscheidenden Situationen die Nerven behielt.

Warnung für Henin

"Ich habe sehr aggressiv begonnen und im ersten Satz einen guten Job gemacht. Dann habe ich allerdings beim Aufschlag ein wenig meinen Rhythmus verloren. Trotzdem lag ich mit 5:2 vorne, aber ich habe sie doch wieder herankommen lassen. Ich war einfach nicht gut genug, um das Match zu beenden. Da habe ich mir gesagt, dass ich mich jetzt mehr pushen muss. Ich mag die ersten Runden eines Grand Slams nie besonders, aber das war jetzt eine gute Warnung, mich beim nächsten Match noch besser zu konzentrieren, damit ich mein Spiellevel weiter steigere", sagte Henin nach ihrem Match.

Blamage für Schnyder

Für ein dicke Überraschung sorgte Lokalmatadorin Dellaque. Die 22-Jährige zwang die an Nummer 15 gesetzte Schnyder in die Knie. Vor begeistertem Publikum in der Vodafone Arena siegte Dellaque mit 4:6, 7:5, 8:6.

Und Dellaque trifft nun auf Amelie Mauresmo. Die Siegerin von 2006 hatte allerdings große Probleme, um die Russin Yaroslava Shvedova mit 6:4, 7:6 (7:5) in die Knie zu zwingen.

Armin Schlicht/Stefan Zürn / Eurosport