Bundesliga - Cottbus zerlegt Hannover

Eurosport - Sa 15.Dez. 14:11:00 2007

Mit dem höchsten Bundesliga-Erfolg in der Vereinsgeschichte hat der FC Energie Cottbus zum Hinrunden-Halali der Fußball-Bundesliga Hannover 96 bis auf die Knochen blamiert und erstmals nach 112 Tagen die Abstiegsränge wieder verlassen. Die Lausitzer feierten ein 5:1 (3:0)-Schützenfest.

FOOTBALL 2007-2008 Bundesliga Cottbus-Hannover Bassila - 0

Mit dem Sieg gegen Hannover kletterte Energie zumindest für einen Tag erstmals seit dem zweiten Spieltag auf einen Nichtabstiegsplatz. Die Gäste dagegen versäumten es, den UEFA-Cup-Platz zu festigen und können schon morgen davon wieder verdrängt werden. "Das stellt einiges von dem infrage, was wir uns in den letzten Wochen aufgebaut haben. Die Spieler waren mit dem Kopf schon im Urlaub", kritisierte Hannovers Sportdirektor Christian Hochstätter. Trainer Dieter Hecking stellte fest: "Das darf nicht passieren. Wir haben katastrophale Fehler gemacht. Es war frustrierend."

1. Halbzeit:

Energie legte im heimischen Stadion furios los. Schon in der vierten Minute setzte Dimitar Rangelov einen Freistoß knapp neben das Tor der Gäste, die zunächst überhaupt nicht ins Spiel kamen. Stürmer Mike Hanke - im letzten Spiel gegen Werder Bremen noch dreimal erfolgreich - mühte sich zwar im Angriffszentrum, blieb aber harmlos.

Wesentlich wirkungsvoller präsentierten sich die Gastgeber. In der elften Minute setzte sich Christian Bassila nach einer Ecke von Erwin Skela gegen Thomas Kleine durch und erzielte per Kopf die Energie-Führung. Auf der Gegenseite hatte Gaetan Krebs in der 17. Minute die größte Chance der ersten Halbzeit für die Hannoveraner. Sein Schuss von der Strafraumgrenze flog um Zentimeter rechts am Tor vorbei.

Nach einer halben Stunde hatten die Cottbuser Zuschauer schon wieder Grund zur Freude. Der überragende Rangelov setzte sich auf der linken Seite gegen Vinicius durch und flankte maßgenau auf Dennis Sörensen, der per Flugkopfball das 2:0 besorgte. Wiederum sah Abwehrspieler Kleine, der den verletzten Frank Fahrenhorst vertrat, nicht gut aus.

Wenige Sekunden vor der Pause gelang den Lausitzern sogar die Vorentscheidung. Nach der Vorlage zum 2:0 erzielte Rangelov selbst den dritten Treffer zur in dieser Höhe völlig überraschenden Halbzeitführung. Der einzige Wehrmutstropfen für die Cottbusser war der frühe Ellbogenschlag von Vragel da Silva gegen Gaetan Krebs, das Schiedsrichter Peter Sippel nicht gesehen hat. Es könnte jedoch durchaus sein, dass der Brasilianer einmal mehr aufgrund des Fernsehbeweises bestraft wird.

2. Halbzeit:

96-Trainer Dieter Hecking reagierte in der Pause und brachte gleich zwei neue Akteure. Für Michael Tarnat und Altin Lala spielten Jan Rosenthal und Vahid Hashemian. Mit dieser Maßnahme schien der Coach sein Team wachgerüttelt zu haben, denn die Gäste waren nun gefährlicher. Nach Flanke von Steven Cherundulo hämmerte Szablocs Huszti den Ball volley an die Querlatte. Je länger die Partie dauerte, desto schwächer wurden die Gäste allerdings wieder. In der 65. Minute krönte Daniel Ziebig seine starke Leistung mit dem 4:0, auch wenn sein Schuss von Cherundolo noch abgefälscht wurde. Zuvor hatte er Jiri Stajner und Vinicius wie Slalomstangen ausgetanzt.

Nur drei Minuten später erzielte Kleine nach einem Fehler von Energie-Torwart Gerhard Tremmel den Ehrentreffer für Hannover. Wenn überhaupt, haben sich die Gäste darüber nicht lange freuen können. Denn praktisch mit dem Gegenzug stürmte Rangelov dynamisch in den Strafraum und versenkte den Ball mit rechts im kurzen Eck. Hannovers Torwart Robert Enke war, wie auch bei den vorangegangenen Treffern, chancenlos. In den letzten 20 Minuten ließen es beide Mannschaften ruhiger angehen. Erwin Skela auf Seiten der Cottbusser und Kleine für die Hannoveraner hatten die letzten Chancen eines historischen Spiels. Denn noch nie hat Energie in der Bundesliga fünf Tore erzielt.

Spieler des Spiels: Dimitar Rangelov

Der bulgarische Neuzugang tritt immer deutlicher aus dem Schatten seines Vorgängers Sergiu Radu heraus. Er erzielte nicht nur seinen zweiten Doppelpack der Saison, sondern bereitete ein weiteres Tor mustergültig vor.

Tobias Wiltschek / Eurosport