Berlin (dpa) - Die zweimalige Rad-Weltmeisterin Natalie Simanowski und Mathias Mester, der im Kugelstoßen, Diskus- und Speerwerfen jeweils WM-Gold geholt hat, wurden bei der «Nacht der Stars - ein Festabend des Paralympischen Sports» in Berlin als «Otto Bock Sportler des Jahres 2007» geehrt.
Der Sieg in der Mannschaftswertung ging wie im Vorjahr an die Rollstuhlbasketball-Nationalmannschaft der Frauen, die dieses Jahr Europameister geworden ist. Nach einer Vorauswahl des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS) entschieden sich Internet-User für die Sieger. Zu der Ehrung durch Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen einer Gala-Feier am Berliner Salzufer waren 400 Gäste eingeladen worden. Als Förderer der Paralympics seit 1988 in Seoul will die Otto Bock HealthCare (Orthopädie-Technik) mit der nicht dotierten Sportlerwahl herausragende Leistungen, aber auch die Vorbildfunktion würdigen.
Die 29-jährige Natalie Simanowski von Bayer Leverkusen war zur Jahrtausendwende eine hoffnungsvolle Leichtathletin, die sich über die 10 000 Meter immerhin für die deutschen Meisterschaften qualifizierte. Doch 2003 wurde sie in München auf offener Straße von einem psychisch Kranken von hinten mit einem Messer in den Rücken niedergestochen und wurde dabei am Rückenmark verletzt. Seitdem leidet sie an einer inkompletten Querschnittlähmung. Sie konnte das Laufen neu erlernen und ist nicht in allen Situationen auf den Rollstuhl angewiesen.
Ihr erstes Radrennen absolvierte sie ein Jahr später mit dem Dolomiten-Marathon über 57 Kilometer. Seitdem startet sie in der Klasse LC 3 (Oberschenkelamputierte ohne Prothese oder Gleichgestellte) und fuhr seitdem zahlreiche Erfolge auf der Bahn und auf der Straße ein. Bei der Ehrung war sie allerdings nicht anwesend, da sie gerade im Trainingslager in Kolumbien weilt.
Der 21-jährige Mathias Mester, der bei Bayer Leverkusen von Speerwurf-Europameisterin Steffi Nerius betreut wird, ist seit seiner Geburt kleinwüchsig. In der abgelaufenen Saison stellte er in allen drei Wurfdisziplinen Weltrekorde auf und holte nach dem Dreifach-Sieg bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften auch bei der WM in Taiwan drei WM-Titel. Im Juli bekam er von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble den Ehrenpreis für herausragende Leistungen.


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