Eurosport - Mo 15.Okt. 16:10:00 2007
Bereits vorzeitig hat der CSC-Rennstall seinen dritten Triumph in der Mannschaftswertung der ProTour perfekt gemacht. Schon vor dem letzten der 26 Rennen der Eliteserie steht das Team von Bjarne Riis erneut als klarer Punktsieger fest und wiederholt damit seinen Erfolg aus den letzten beiden Jahren.
Gleich zum Saisonauftakt bei Paris-Nizza sicherte sich die Mannschaft Platz zwei der Teamwertung und nach dem Anmstel Gold Race im April setzte sich CSC an die Spitze des ProTour-Klassements und verteidigte diese Position die nächsten sechs Monate lang erfolgreich.
Die Schlüssel zum Erfolg waren auch in diesem Jahr wieder Konstanz und Klasse: Kein anderer Rennstall punktete in des Teamwertung jedes einzelnen Eintagesrennens und jeder Rundfahrt, Siege gab es bei Paris-Roubaix, der Polen-Rundfahrt und der Deutschland-Tour sowie im Mannschaftszeitfahren der ProTour in Eindhoven.
Teamgeist und Taktik
Ein Blick auf die Einzel-Ergebnisse macht daneben deutlich, dass der Titel höchst verdient an die von Kim Andersen und Alain Gallopin taktisch immer wieder exzellent betreute Truppe geht: Carlos Sastre landete bei Tour de France und Vualta a Espana ganz vorne, Andy Schleck belegte beim Giro d'Italia einen glänzenden zweiten Platz, Stuart O'Grady triumphierte bei Paris-Roubaix und Jens Voigt war bei der Deutschland-Tour erneut nicht zu schlagen.
Dazu kommen Etappensiege nicht nur in Deutschland, sondern auch bei Tour de Suisse, Giro d'Italia, Baskenland-Rundfahrt, Tour de France oder Paris-Nizza. Über die Saison und alle Rennen hinweg gesehen konnten nicht weniger als elf Fahrer Siege feiern - bei CSC erhält jeder einmal seine Chance, nicht nur die etablierten Stars. Doch die eigentliche Stärke der Mannschaft ist ihr Zusammenhalt, der jedes Jahr in der Vorbereitung mit einem Survivalcamp gestärkt wird und sich dann in kritischen Rennsituationen auszahlt.
Sieger mit Vorbildfunktion
Teamchef Bjarne Riis muss man trotz seines umstrittenen Doping-Geständnisses und der noch ungeklärten Vorwürfe von Jörg Jaksche eine konsequentere Haltung gegen Doping zugestehen, als sie bei einem Großteil der Konkurrenz zu finden ist. Er trennte sich vor Jahresfrist von Ivan Basso und rief ein auch von Kritikern anerkanntes, strenges internes Testprogramm für sein Team ins Leben, das er aus eigener Tasche finanzierte.
Gerade auch deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass am Ende einer von übelsten Doping-Skandalen und erschreckenden Enthüllungen geprägten Saison eine Mannschaft geehrt werden wird, deren Siege doch weitaus glaubwürdiger erscheinen als manch andere Erfolge im Jahr 2007.
Andreas Schulz / Eurosport