Athen (dpa) - Die «Mission Peking» hat für die deutschen Basketballer mit einem prestigeträchtigen «100er»-Sieg und der frühzeitigen Viertelfinal-Qualifikation begonnen.
«Alles in allem war das ein erfreulicher Auftakt. Ein guter Start ist wichtig», sagte Bundestrainer Dirk Bauermann nach dem hochverdienten 104:68 (59:24) über die Kapverdischen Inseln. «Es war ein guter Einstieg», fand Dirk Nowitzki. Der Superstar aus Dallas war mit 16 Punkten einmal mehr bester deutscher Werfer im Auftaktspiel bei der Olympia-Qualifikation vor Geisterkulisse in Athen.
Beim Länderspiel-Debüt des eingebürgerten NBA-Centers Chris Kaman hatten die deutschen Korbjäger trotz der wenigen Zuschauer in der riesigen Olympiahalle eine Menge Spaß. «Das ist die wichtigste Woche in meiner Karriere. Da ist das egal, da würde ich auch in einer Schulturnhalle spielen», sagte Nowitzki.
Kaman, der Hüne aus Los Angeles, war mit zehn Punkten drittbester Werfer hinter Philip Zwiener (11). «Wichtig ist, dass wir über weite Strecken überzeugt und dominiert haben», sagte der Berliner, der neben Kaman, Nowitzki, Steffen Hamann und Demond Greene in der ersten Fünf stand. Gegen die Neuseeländer, die am Vortag mit 77:50 gegen den Außenseiter aus Afrika gewonnen hatten, geht es bereits am Mittwoch um den wichtigen Platz 1 in der Gruppe B. «Es wird eine Nummer schwerer, aber es ist machbar. Ich glaube, dass wir gewinnen müssten», sagte Nowitzki.
«Ich habe mich noch ein bisschen rostig gefühlt, aber ich habe auch seit April kein Basketball mehr gespielt. Ich muss mich erst auf die neue Spielweise bei solch einem Turnier einstellen. Aber insgesamt hat es ganz gut funktioniert», sagte Kaman. «Er war gut. Er hat von Anfang an aggressiv gespielt», lobte Nowitzki seinen neuen Mitspieler.
«Wunschgegner gibt es nicht, aber es wäre nicht schlecht, Griechenland aus dem Weg zu gehen im eigenen Land», sagte Nowitzki. Brasilien wäre deshalb die weit angenehmere Alternative für das deutsche Basketball-Team im anstehenden Kampf um den Einzug ins Halbfinale am Freitag. «Wenn wir da weiterkommen, haben wir zwei Matchbälle auf das Olympia-Ticket», sagte Ingo Weiss, Präsident des Deutschen Basketball-Bundes (DBB). Drei der zwölf Teams können bei dem noch bis Sonntag dauernden Turnier in der griechischen Hauptstadt die Fahrkarte nach Peking lösen.
Gegen einen überforderten Gegner aus Afrika, der mit Avery Oliver vom Landesligisten TV Hohenlimburg sogar einen Deutschland-Legionär in seinen Reihen hatte, trugen sich alle zwölf DBB-Akteure in die Werferliste ein. Die Höhe des Rekordsieges, das 112:53 vom 11. Mai 1989 gegen Schottland, verpasste die DBB-Equipe aber doch. Auch weil die Konzentration in der deutschen Mannschaft nach der Pause etwas nachließ.
Die Korbjäger scheinen 16 Jahre nach der bislang letzten Olympia- Teilnahme auf einem guten Weg. Nowitzki und seine Mitstreiter müssen in Athen eigentlich keinen Gegner fürchten. Sollten die Bauermann- Schützlinge so weitermachen, könnte sich der Traum erfüllen. «Das ganze Drumherum bei Olympia, allein schon der Einmarsch ins Stadion, das alles ist der besondere Reiz», beschrieb der Superstar der Dallas Mavericks seine Motivation im Kampf um das Olympia-Ticket.


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