Eurosport - Mo 16.Jun. 09:24:00 2008
"Cordoba" war eine Schmach für ganz Fußball-Deutschland. Für ganz Fußball-Deutschland? Nein. Eurosport-EM-Reporter Thomas Janz wirft einen ganz persönlichen Blick auf das denkwürdige Duell gegen Österreich - und enthüllt, dass sein Herz damals gar nicht für Rummenigge, Meier und Co. schlug.
Am 22. Juni 1978 jagte mich eine Hand voll Jungs im Kinderturnen wie die Meute einen Hasen über einen Sportplatz im Münchner Süden. Auf der Brust meines weißen Trikots prangte der österreichische Bundesadler. "Krankl, wir kriegen Dich schon", rief einer der Verfolger. Stellvertretend für die deutsche Nationalmannschaft sollte ich am Tag nach der Schmach von Cordoba mindestens eine Ohrfeige einfangen.
Damals war ich sieben Jahre alt und bereits "austrophil", wie ich meine Zuneigung zur Alpenrepublik auch heute immer noch gerne mit dieser persönlichen Wortschöpfung zum Ausdruck bringe. Die Wurzeln dieser "Austrophilie" kann ich allerdings bis heute nicht erklären. Nicht Bayern-Stürmer Karl-Heinz Rummenigge sondern Hans Krankl war mein persönliches Vorbild auf dem Fußballplatz. "Ich bin Meier, und ich Vogts", grölten meine Mitspieler, nachdem die beiden Mannschaften von zwei Spielern gewählt wurden. Ich schlüpfte beim Fußballspielen in die Figur eines gewissen Krankl, dessen Name vor dem legendären 3:2-Triumph gegen Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien bei meinen Mitspielern gänzlich unbekannt war.
Den größten Triumph in der Geschichte des österreichischen Fußballs erlebte ich vor dem Fernseher. Rummenigge (19.) brachte die deutsche Elf damals standesgemäß in Führung. Nach der Halbzeitpause unterlief Pechvogel Berti Vogts in der Hitze von Cordoba ein Eigentor (59.). Beim 2:1-Führungstreffer für Österreich in der 66. Minute durch Krankl hüpfte ich jubelnd im Wohnzimmer umher. Nur zwei Minuten später setzte ich mich im Anschluss an das 2:2 durch Bernd Hölzenbein wieder neben meinen Vater auf das Sofa. "Das war's, jetzt schießen die Deutschen noch ein Tor und Österreich hat das Nachsehen, wie immer", dachte ich. Es sollte bekanntermaßen anders kommen.
Krankl startete in der 87. Minute jenen Sololauf vorbei an Rolf Rüssmann und Manfred Kaltz zum entscheidenden 3:2, der ihn in seiner Heimat bis heute auf eine Stufe mit Abfahrts-Olympiasieger Franz Klammer und Formel-1-Weltmeister Niki Lauda stellt. Ich jubelte im Gleichklang mit ORF-Reporter Edi "I wear narrisch!" Finger "Tor, Tor, Tor, Tor, Tor" und umarmte vor Freude meinen Vater.
30-Jahre später verfolge sich das Finale der EM-Gruppe B in meiner Funktion als Sportjournalist auf der Pressetribüne im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Meine "Austrophilie", die dem Fußball in der Alpenrepublik inzwischen den Rücken gekehrt hat, beschränkt sich nunmehr auf Kaiserschmarrn und die Schlagerbarden Rainhard Fendrich, Georg Danzer und Wolfgang Ambros. Gott sein Dank muss ich diesmal im Falle eines Sieges der EM-Gastgeber nicht Reißaus nehmen.
Kommentare 1 - 19 of 19
Ich schimpfe eigentlich nicht über orte in denen ich noch nie gewesen bin, aber Cordoba erzeugt einen mittelschweren Brechreiz in mir. Liegt nicht an dem ort, klarerweise - aber dieses ständige hochwürgen dieses spieles ist für mich, als österreicher, nicht mehr zu ertragen.
was würde ich dafür geben, wenn dieses wort endlich aus dem wortschatz aller Menschen einfach verschwinden würde!
Dieses Cordoba, das bei einem Eishockeymatch AUT-GER genauso gebräuchlich ist, wie bei einem Firmen-Volleyball-Turnier mit den deutschen Kollegen.
Warum die deutsche Medienlandschaft auch auf den Cordoba-Zug aufspringt, ist mir zwar klar, aber beruhigt meinen immerwiederkehrenden würgereiz beim friedlichen em-vorbericht-konsum natürlich weniger.
Ja, die Stimmung wird aufgeheizt sein, weil der "deutsche" cordoba offenbar genausowenig, wie der "österreicher" ösi=dösi vergleiche der bild nicht am allerwertesten vorbei gehen lassen kann.
Mein Tipp für heute: ein unspektakulärer Sieg Deutschlands, da müsste schon mehr als ein wunder passieren.
trotzdem wäre dieses wunder der einzige ausweg aus meinem dilemma,
ein sieg für österreich - und nie wieder cordoba!
Schon interessant wie sich manche Zeitgenossen über so ein belangloses Geschreibsel aufregen können. Das liest man und hat es 5 Minuten später wieder vergessen.
Ich habe das Spiel damals als Kind miterlebt und muß im Nachhineine sagen, dass das Ausscheiden der deutschen Mannschaft damals nur folgerichtig war. Das sportliche Auftreten war dem eines amtierenden Weltmeisters einfach nicht würdig. Dass es ausgerechnet unser Nachbarland Österreich war hat dem ganzen zwar eine gewisse pikante Note verliehen, aber was solls. Wären es z. B. die Holländer gewesen, würde heute kein Mensch mehr darüber sprechen.
Dass sich die Österreicher an diese Erinnerung klammern und auch immer wieder darauf anspielen ist irgendwie schon auch verständlich. Die Zeiten wo der österreichische Fußball auf großen Turnieren wirklich was gerissen hat, liegt eben schon Jahrzehnte zurück. Da klammert man sich halt dann gerne an vergangene Zeiten. Früher gab es in Österreich immer wieder Weltklassefußballer wie z. B. Krankl, Pezzey, Prohaska oder Schachner um nur einige zu nennen. Im Moment ist halt wirklich nicht mehr viel da. Da haben die Schweizer unabhängig von ihrem Ausscheiden sicherlich in Bezug auf Nachwuchsarbeit ihre Hausaufgaben besser gemacht.
Neckereien und gegenseitige Sticheleien sind ok, solange das ganze nicht unter die Gürtellinie rutscht. Der gegenseitige Respekt sollte nicht verlorengehen.
Deutsche Mannschaften waren in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt in sieben WM- und in fünf EM-Finals, dabei haben sie jeweils 3 Titel gewonnen. Einzelne Siege werden da schneller vergessen.
Irgendwie vergleiche ich die deutsche Mannschaft mit dem FC Bayern. Keiner mag sie so richtig, ausser die eigenen Fans, jeder gibt 150% wenn er gegen sie spielt. Erfolge werden von den anderen kleingeredet, sie haben immer Glück, die Spielweise gefällt auch nicht jedem etc.
Also freuen wir uns auf ein geiles Endspiel heute abend. Möge der bessere gewinnen
Österreich ist ein schönes Land,hohe Berge,grüne Täler,blaue Seen,Wiener Walzer und Wiener Schmäh...nur eines hat es leider nicht,gute Fussballer!Da kann man schon verstehen,dass ein fussballerisch so armes Land wenigstens probieren muss den Nachbarn zu ärgern. Das mag ihnen sogar gelingen...aber sportlich können sie uns doch nicht das Wasser reichen.Wir waren 3x Weltmeister,3x Europameister und was weiss ich wie oft in den Finals...noch Fragen?Ach ja,Sacher Torte mag ich gaar nicht ;-)
Das ist bloss sprechen. Es wird Deutschland, 3 v Oesterreich, 0.
Ich find den Kommentar von Herr Janz auch "janz" schön unsinnig....vielleicht schon ein Sommerloch das mit schwachen Kommentaren gestopft wird !! Also da ist mir der Lothar Matthäus tausendmal lieber...der hat wenigstens Ahnung !!
@alex130971 sag mal,woher kommt dein großes Selbstbewußtsein ?? Glaubt ihr da wirklich ernsthaft dran oder versucht ihr euch mit solchen Parolen die Angst vor einer Niederlage zu nehmen ???
wie jeder artikel von thomas janz: kompletter schwachsinn!
aber dass er fuer das dumme zeugs dass er schreibt wirklich auf der tribuehne sitzt glaub ich nicht! also ich koennte den selben schwachsinn auch von sibirien oder china aus schreiben! dafuer muss ich mir nicht ein spiel ansehen (und ich glaube nicht, dass der schon jemals ein spiel gesehen hat)
lustig ist aber , dass er immer so viele positive kommentare bekommt dass am naechsten tag alle kommentare geloescht werden :P
ich glaube , Dir muss man sehr viel erklaeren , da Du doch Europa- und Weltmeisterschaft nicht auseinanderhalten kannst .
Aber Fussball laesst langsame und umstaendliche Denkweisen zu -- man merkt das an der Spielweise und an den Interviews nach dem Spiel .
die is ja erst in zwei jahren. deine nerven liegen offensichtlich BLANK.
artikel war langweilig. was irgendwelche statistiken, die über 50 jahre gesammelt wurden, mit aktuellen spielen zu tun haben, muss mir mal jemand erklären.
wenn man diese gereizten Meinungen meiner Landsleute zu diesem recht flott und unterhaltsam geschriebenen Artikel liest , dann ist eines sonnenklar --- die Nerven liegen derzeit in good old Germany BLANK !!!
Herr Janz , lassen Sie sich von solchen verbalen Angriffen NICHT beeindrucken -- weiter so !! Ich finde Ihren Artikel sehr lesenswert und bin sicher , dass unsere Moechtegern-Weltklasse-Fussballer bald auch die WM vorm Fernseher verfolgen koennen !!
Portugal oder die Niederlande werden Meister !!
@enrico:Peinlicher sind die Polen,die muessen sich auf 1550 zurueckziehen....
aber trotzdem lustig:Die Oesis wuerden auch nach einem saftigen 3:0 auf Cordoba beziehen....
@ manfredlindenthal:
Äh, wo schreibt denn der Herr Janz etwas davon, dass die Bundesliga mit der österreichischen Bundesliga vergleichbar wäre? Und wo vergleicht er denn die beiden Ligen miteinander?
Dieser Artikel ist eine Frechheit der Reporter gehört sich des Landes Verwießen unseren Fußball mit den Össis zu vergleichen die Össi liga hat nicht mal Regonaliga klasse eine Spitzenmanschaft der Bayernliga schlägt denn Össi-Meister 5:0 dieser Reporter hat vom Fußball keine Anung.sg.manfred
Na endlich schreibt jemand die Wahrheit.
Österreich wird die Deutschen nach Hause schiessen und Cordoba in Wien umwandeln.
was soll uns das sagen???
einfach nur köstlich, danke für das schöne schmancker herr janz. Und an all jene die einfach nur bammel vor dem bammel haben sei gesagt: cordoba ist für die ewigkeit, aber dazu muss man die erfahrung eines hasen auf der flucht vor der meute gehabt haben.
ist doch einfach nur amüsant das sich die ösis auf ein Ereignis berufen das 30 jahre zurück liegt ! Naja, wenn in der letzten Zeit nichts positives erreicht wurde dann muß man eben lang zurück blicken ! Die reden sich doch jetzt schon Mut zu....haben ja auch nix zu verlieren, Deutschlandsieg ist normal, alles andere wäre doch eine Sensation...ohne überheblich sein zu wollen !
Ich hätte nicht gedacht, dass es Herrn Janz gelingen würde einen noch sinnloseren und überflüssigeren Artikel als "Hat Klose einen Toni-Schaden?" zu schreiben. Ganz offensichtlich habe ich mich da aber leider geirrt. An Belanglosigkeit kaum zu überbieten.
wie belanglos.
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