Eurosport - So 15.Jun. 20:38:00 2008
Mit dem letzten Auftritt der Schweizer Nationalelf geht eine Ära zu Ende. Jakob "Köbi" Kuhn wird nach siebenjähriger Amtszeit als erfolgreichster "Nati"-Coach seinen Hut nehmen. "Wir wollen uns mit einer großen Leistung vom Turnier verabschieden", sagte der 64-Jährige vor seinem 73. Länderspiel.
Seinen Abschied als Nationaltrainer hatte Kuhn bereits nach der WM 2006 angekündigt. Mit 31 Siegen, 18 Unentschieden und 23 Niederlagen weist der Schweizer eine positive Bilanz auf, der große Wurf gelang ihm jedoch nie. Neben der Qualifikation für die EM 2004 in Portugal, die als Gruppensieger abgeschlossen wurde, führte Kuhn sein Team auch zur WM nach Deutschland. Während die Schweizer bei der EM das frühe Vorrunden-Aus mit nur einem Punkt ereilte, war bei der Weltmeisterschaft im Achtelfinale Endstation.
Auch bei der EM im eigenen Land muss der Trainer nun früh die Segel streichen, das Spiel gegen Portugal ist bedeutungslos. Der akribische Arbeiter, der seit zwei Jahren am EM-Team bastelte, sieht seine Tätigkeit aber als wichtigen Baustein für die Zukunft unter Ottmar Hitzfeld an. "Ich bin überzeugt, dass ich ein Team mit großem Wert übergebe", meinte der Schweizer.
Die "Nati" will den EM-Abschied als Werbung nutzen. "Ich erwarte, dass wir den Fans noch Danke sagen und besser spielen, als in den beiden Spielen zuvor", forderte Valon Behrami vor dem letzten Auftritt des Co-Gastgebers. Kuhn geht mit viel Enthusiasmus in das Gruppenfinale, das er erfolgreich abschließen will. Deshalb wird es nur leichte Veränderungen in der Startformation geben und der Stamm um den insgesamt ersten Sieg bei der dritten EM-Teilnahme kämpfen. "Ich will die bestmögliche Mannschaft aufbieten", kündigte der 64-Jährige an. Auf einen Einsatz hofft dennoch Torwart-Oldie Pascal Zuberbühler. Der 37-jährige Schlussmann hat seinen Rücktritt erklärt und würde zu seinem 51. Länderspiel-Einsatz kommen.
Portugal schont Superstars
Die Portugiesen sind indes nicht gewillt, den Schweizern ohne Gegenwehr den Turnierabgang zu versüßen. Der positive Eindruck aus den ersten beiden Begegnungen, in denen die "Seleccao" eindrucksvollen Offensiv- und Kombinationsfußball zelebrierte, soll bestätigt werden. "Das wird kein Freundschaftsspiel. Alle Spiele, die wir bestreiten, wollen wir gewinnen", gibt Fernando Meira die Marschroute aus. Der Verteidiger vom VfB Stuttgart ist einer der Spieler aus der zweiten Reihe, die gegen die Schweiz eine Chance erhalten. Portugal tritt unter anderem ohne seine Superstars Cristiano Ronaldo und Deco sowie Mittelstürmer Nuno Gomes an, die für das Viertelfinale geschont werden sollen.
Schaut man sich den direkten Vergleich an, können die Schweizer durchaus optimistisch in die letzte Partie unter der Leitung von Kuhn gehen. Von den bisherigen 19 Duellen gewann die "Nati" acht, fünf Vergleiche endeten unentschieden und sechs gingen verloren. Das Torverhältnis lautet 28:25. Die Heimbilanz liest sich ebenso positiv. Fünf Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen.
Die voraussichtlichen Aufstellungen:
Schweiz: 18 Zuberbühler - 5 Lichtensteiner, 20 Müller, 4 Senderos, 3 Magnin - 19 Behrami, 8 Inler, 15 Fernandes, 22 Vonlanthen - 10 Yakin, 14 Gygax
Portugal: 1 Ricardo - 4 Jose Bosingwa, 15 Pepe, 5 Meira, 13 Miguel - 18 Miguel Veloso, 10 Joao Moutinho - 17 Ricardo Quaresma, 6 Raul Meireles, 19 Nani - 9 Hugo Almeida
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