Eurosport - Fr 15.Mai. 14:20:00 2009
Die sechste Giro-Etappe brachte endlich den ersehnten Erfolg eines Ausreißers. Der Italiener Michele Scarponi rettete nach einer Marathonflucht 32 Sekunden in Ziel. Die Favoriten hielten sich heute zurück: Das Gesamtklassement blieb unverändert und Danilo Di Luca fährt weiter im Rosa Trikot.
Die Etappe mit Start in Brixen in Südtirol stand ganz im Zeichen der fünf "Flüchtlinge", die sich bei Kilometer 55 vom Feld lösten. Scarponi (Diqugiovanni) setzte sich am letzten Anstieg von seinen Gefährten ab und konnte sich knapp der Jagd des Feldes erwehren. Er jubelte nach fast 200 Kilometern an der Spitze über seinen ersten Etappensieg beim Giro.
Nur der bedauernswerte Weißrusse Vasili Kyrienka (Caisse d'Epargne) konnte mithalten - um dann wenige Kilometern vor dem Ziel, von Krämpfen geplagt, den Italiener ziehen lassen zu müssen. Er konnte den zweiten Platz nicht mehr retten und verlor bis zur Ankunft in Mayrhofen im Zillertal noch über zwei Minuten.
Den machte das Feld jener Sprinter unter sich aus, die den Anschluss am Berg nicht verloren hatten. In einem verwinkelten Finale setze sich dann der Norweger Edvald Boasson Hagen (Columbia) vor Allan Davis (Quick Step) aus Australien durch. Die Anwärter auf den Gesamtsieg kamen alle noch in der ersten großen Gruppe ins Ziel. Das Feld wurde aber durch die engen Straßen im Zielort ziemlich auseinander gerissen, so dass unter anderem Lance Armstrong erneut über eine halbe Minute auf die Topleute einbüsste.
Peloton schaut in die Röhre
Lange Zeit schien es, dass sich die Topleute auf einen Nicht-Angriffspakt geeinigt hätten und die Ausreißer ziehen ließen. Bis zur ersten Bergwertung konnten sich das Quintett einen Vorsprung von acht Minuten erarbeiten und fuhren dann auch als erste durch die Röhre: Während der fünf Kilometer durch den Felbertauern Tunnel und der anschließenden Abfahrt wuchs der Abstand auf bis zu 9:38 Minuten an. Als der zweite Anstieg näher rückte, sorgte man dann im Feld aber doch dafür, dass die Fahrer an der Spitze nicht zu weit entwischten.
Fünf Minuten ließ man ihnen noch, um die Bergwertung der ersten Kategorie zu bewältigen. An der Spitze setzten sich Scarponi und Kiryienka ab, derweil atackierte hinten Stefano Garzelli. Der Italiener hatte sich wohl Wiedergutmachung vorgenommen, nachdem er gestern über fünf Minuten aufgebrummt bekam. Mit Wut im Bauch konnte er sich aber nicht weit genug absetzen und wurde in der Abfahrt zum Zillertal wieder eingesammelt.
Kiryienka der tragische Held
Vorne zeichnete sich das Drama ab, als Kiryienka nach einem Defekt mit Krämpfen wieder aufs Rad stieg. Der Caisse-d'Epargne-Profi biss noch einmal die Zähne zusammen und konnte wieder zu Scarponi aufschließen, bis ihn zehn Kilometer vor dem Ziel endgültig die Beine im Stich ließen.
Das nicht zu hohe, gleichmäßige Tempo am Berg sorgte dafür, dass nicht alle Sprinter den Anschluss verloren. Die Teams Katyusha und Quick Step waren nach Kräften bemüht, ihre schnellen Männer noch in den Kampf um den Tagessieg eingreifen zu lassen und konnten den Abstand schnell von vier auf eine Minute reduzieren. Wenige Kilometer vor dem Ziel schienen die Bemühungen aber zu stagnieren. Entweder konnte man nicht mehr, oder war sich bewusst, dass ein Massensprint in den engen Straßen von Mayrhofen zu gefährlich wäre. Ein Risiko, dass am Ende auch nicht jeder in Kauf nahm. Mit einem sehenswerten Antritt setzte sich dann schließlich Boasson Hagen vor Davis durch.
TV-Tipp:
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Kommentare 1 - 10 of 10
Also erstens müssen sie vor Ort sein, weil man manchmal Hintergrundgeräusche aus dem Ziel hörtund sie reden vom Tourfunk und den können sie nicht irgentwo in Deutschland bekommen... Genauso wie bei allen anderen großen Rennen und ich glaube sogar bei der Tour of Turkey waren sie da...
Also ich muss echt sagen, dass ich die Kommentare immer sehr Informativ finde und es mir Spaß macht zuzuhören, aber ich rief gestern immer durchs Haus, weil die beiden Blind sind. Irgentwie glaub ich auch, dass sie nicht sonderlich konzentriert sind in letzter Zeit. Sonst machen sie das besser.
Naja Karsten Migels ist ja mal Rennen gefahren, mässiger Amateur in Freiburg der auch A-Klasse gefahren ist (zumeist jedoch kleinere Rundstreckenrennen) bis er einen Rennunfall hatte, bei dem er -so glaube ich- eine Beckenverletzungdavon getragen hatte. Jedoch finde ich es immer befremdlicher das er gestern noch 3 km vor dem Ziel, bei erkennbar über eine Minute Vorsprung vor dem Hauptfeld,immer noch faselt von "einholen". Jeder der gesehen hat wie der Spitzenreiter gefahren ist und mit wieviel Power er noch die grosse Übersetzung drehen konnte, wusste das er durchkommt. Anyway bin ich ja froh das Eurosport immer Radsport überträgt. Also sind wir happy und hoffen das der Sport etwas zur Ruhe kommt und es jetzt alle wirklich begriffen haben. (Wobei ich denke es ist nur ne Frage der Zeit bis sie den nächsten erwischen)
@david: die Bilder zum Giro d'Italia kommen vom FRANZÖSISCHEN Fernsehen?? Und ich dachte immer, die RAI sei italienisch... ;-)
Zwei Meinungen: vor ort - nicht vor ort ... was nun ??? Ich selbst weiß es leider nicht... jedoch bin ich davon ausgegenange, dass sie vor ort sind .. wenn nicht finde ich das traurig! Aber ok, in diesen "schweren zeiten" bin ich mit jeglicher Übertragung von Radsport zufrieden!!!!
@nehcbes
Die Kommentatoren sind nicht vor Ort in Italien... Bei der Vuelta zum Beispiel auch nicht. Bei der Tour bin ich mir nicht sicher, aber ARD war immer live bei der Tour dabei. Schade eigentlich, dass ARD nicht mehr überträgt :-|
"... weiss eigentlich jemand ob die Kommentatoren live vor ort sind ..."
Wenn man zuhört, dann weiss man, dass sie vor Ort sind.
echt
@ Donato
hast´vollkommen recht. Mich wundert es nur, dass die Kommentatoren immer noch 5 km (1 min abstand)vor dem Ziel gemeint haben, die Verfolger würden noch herrankommen
Respekt! Super gefahren und das als Solist ! Da gönnt man ihm den Sieg doch richtig!!! :) Schade, dass Garzelli nicht die Leistung bringen konnte wie noch vor zwei Tagen. Aber nun gut.. ich finde diese Etappe hat einen würdigen Sieger! :) .. Spannende Übertragung - kompliment auch an Eurosport. Weiter so!
Also mir war klar, dass sie durchkommen würden... Schon 15 km vorher und ich dachte nur immer: "Was ist denn los? Sind die blind?"
Aber war doch wenigstens interessant und ich fand es gut, dass ich in der Übertragung auch rausgefunden habe, dass er einer der einzigen ist, die das Blutdoping zugegeben haben. Respekt an ihn, bei dem mut
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