Giro d'Italia - Ausreißer düpieren Peloton

Eurosport - Do 15.Mai. 12:15:00 2008

Johannes Fröhlinger hat auf der 5.Giro-Etappe den Sieg nur knapp verpasst. Überraschend ließ das Feld auf dem 203 Kilometer Teilstück eine fünfköpfige Ausreißergruppe gewähren, aus der nur Pavel Brutt (Tinkoff) den Gerolsteiner-Profi schlagen konnte. Franco Pellizotti verteidigte das Rosa Trikot.

CYCLING Pavel Brutt - 0

Etwa 1000 Meter vor dem Ziel stach der 26-Jährige Brutt aus dem Quintett heraus und sicherte somit den ersten Etappenerfolg des noch jungen russischen Rennstalls. Der erst 22-jährige Deutsche versuchte dem Russen Paroli zu bieten, konnte dem starken Antritt jedoch nicht folgen. Den zweiten Platz sicherte sich der Gerolsteiner-Profi mit sechs Sekunden Vorsprung vor dem Kolumbianer Luis Felipe Laverde (CSF). David Millar (Slipstream) konnte nicht in den Kampf um die Podiumsplätze einschreiten, da ihm beim Antritt des Russen die Kette riss - daraufhin feuerte der groß gewachsene Brite sein Rad wutentbrannt ins Gebüsch. "Ich war so zuversichtlich die Etappe zu gewinnen, und dann so etwas - ich war einfach extrem sauer", sagte der 31-jährige Slipstream-Fahrer. "Ich werde es an einem anderen Tag erneut versuchen, jedoch nicht morgen. Eine Etappe will ich aber auf jeden Fall beim Giro gewinnen."

Im Gesamtklassement führt weiterhin der Italiener Franco Pellizotti (Liquigas), der bei der 6. Etappen zum vierten Mal in Folge das "maglia rosa" des Führenden tragen wird. Zweiter ist nach wie vor der US-Amerikaner Christian Vandevelde (+ 0:01) vom Team Slipstream vor dem Vorjahressieger Danilo Di Luca (LPR/+ 0:07). "Wir haben versucht, ein konstant hohes Tempo im Feld zu fahren, um das Rosa Trikot zu behalten. Ich habe zwar nur eine Sekunde Vorsprung, aber diese Sekunde ändert so einiges", sagte der Gesamtführende Pellizotti im Ziel.

Peloton lässt Ausreißer ziehen

Die 5. Etappe des Giro bedeutete ein absolutes Novum für das 190-köpfige Fahrerfeld, denn weder der Startort Belvedere Marittimo noch die Zielankunft in Contursi Terme standen in der 90-jährigen Geschichte der Italien-Rundfahrt bisher auf dem Fahrplan des Giro-Trosses. Der Kolumbianer Laverde und Fröhlinger attackierten bereits nach wenigen Kilometern des Rennens das ein ums andere Mal - nach 20 Kilometern ernteten die beiden jedoch erstmals Früchte für ihre Angriffslust. Der Tages-Vierte Francisco Perez (Caisse d'Epargne), David Millar sowie Etappensieger Pavel Brutt folgten der Attacke der beiden - perfekt war die fünfköpfige Ausreißergruppe.

Der Vorsprung des Quintetts lag zwischenzeitlich bei über neun Minuten, daher fuhr der Spanier Francisco Perez über lange Strecken im virtuellen "maglia rosa" - als 68. ging er mit einem Rückstand von 1:57 Minuten auf den Gesamtführenden Pellizotti in den Tagesabschnitt. Liquigas erhöhte auf den letzten 30 Kilometern zunehmend das Tempo, doch die Forcierung kam zu spät, um die fünf Ausreißer noch zu stellen. Auch die aufopferungsvolle Arbeit des Teams Quick Step um Weltmeister Paolo Bettini änderte nichts mehr an der Tatsache, dass die Ausreißer den Sieg unter sich ausmachten.

Seit vier Jahren wieder ein Russe auf dem Podium

Der 22-jährige Fröhlinger attackierte als erster - erfolglos. Perez ließ mit seinem Angriff nicht lange auf sich warten, doch auch dieser blieb ohne Auswirkungen. Der 26-jährige Russe war letztendlich der lachende Dritte, bewies die stärksten Beine und konnte sich nach 5:04:52 Stunden als erster Radprofi in die Siegerliste von Contursi Terme eintragen. Brutt ist der erste Russe seit Pavel Tonkov im Jahr 2004, der bei einer Giro-Etappe ganz oben auf dem Treppchen steht.

Hinweis:

Mit dem Giro d'Itallia steht die erste der drei großen Landesrundfahrten an - und Eurosport präsentiert Ihnen den dreiwöchigen Kampf um das "maglia rosa" vom 10. Mai bis 1. Juni täglich LIVE im TV sowie im Ticker auf eurosport.yahoo.de!

David Schaub / Eurosport