dpa

Werder Bremen sucht Klasnic-Ersatz

Do 15 Mai, 14:36 Uhr


Bremen (dpa) - Ivan Klasnic macht bei Werder Bremen Platz für einen neuen Stürmer und muss sich selber keine Sorgen um einen neuen Verein machen. «Wenn wir einen finden, der uns weiterhilft, werden wir zuschlagen», kündigte Manager Klaus Allofs an.

Schafft Werder wie erwartet die direkte Qualifikation für die Champions League, sind die für einen Spitzenstürmer notwendigen Millionen im Etat sicher. Klasnic wiederum scheint bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber wenig Probleme zu haben, mit dem VfB Stuttgart hat ein erster Fußball-Bundesligist bereits öffentlich Interesse bekundet.

Werder war von Klasnic' Ankündigung, den Verein am Saisonende zu verlassen, nicht überrascht und beobachtet schon seit längerem den Markt. «Wir sind nicht aus allen Wolken gefallen», kommentierte Allofs. «Wir müssen nicht jetzt erst die Maschine anwerfen.» Namen möglicher Kandidaten nannte Allofs nicht, dementierte aber bereits das kolportierte Interesse am Berliner Marko Pantelic. Zum gewünschten Spielertyp erklärte der Werder-Manager: «Wir haben noch nie die Kopie eines Spielers geholt, das war auch bei Ailton und Miroslav Klose so.»

Unter Druck stehen die Bremer bei der Stürmersuche nicht. Mit Markus Rosenberg, der bisher 13 Saisontore erzielt hat, Hugo Almeida (11) und Boubacar Sanogo (9) ist Werder für Bundesliga-Verhältnisse überdurchschnittlich besetzt. Zudem kann der in dieser Saison meist im Mittelfeld eingesetzte Aaron Hunt ebenfalls im Angriff spielen, und mit dem österreichischen Nationalstürmer Martin Harnik steht noch ein 20-jähriges Talent im Kader. «Wir sind auch nach dem Weggang von Ivan zahlenmäßig noch gut besetzt», erklärte Allofs.

Für Bremen kann der Abgang von Klasnic eine Chance sein. Werder hatte mit dem Kroaten vier fast gleichwertige Stürmer auf hohem Niveau, aber keinen internationalen Klassemann. «Es ist kein Toni dabei», hatte Allofs vor wenigen Wochen den Unterschied zu einem Weltklasse-Stürmer charakterisiert. Schafft Werder bereits am Samstag den Weg in die Champions League, wäre genug Geld für eine große Investition da. «Sicher sind die Möglichkeiten über Platz zwei größer», erklärte Allofs, schränkte aber ein: «Es wird nicht zwangsläufig so sein, dass wir dann mehr ausgeben.»

Da Tim Borowski als Abgang feststeht und Carlos Alberto weiter ausgeliehen werden soll, dürfte aber auch ein Mittelfeldspieler auf der Werder-Wunschliste stehen. Als einziger Neuzugang steht bisher der österreichische Innenverteidiger Sebastian Prödl von Sturm Graz fest.

Der in Bremen in 150 Bundesliga-Spielen 49 Mal treffsichere Klasnic dürfte ohne Probleme einen neuen Verein finden, auch wenn in Hannover 96 und Borussia Dortmund potenzielle Clubs bereits abgewunken haben. Der klassische Strafraumstürmer spricht selbst von «sportlich interessanten Angeboten international spielender Erstliga- Vereine». Dazu würde der VfB Stuttgart passen, dessen Manager Horst Heldt den Stürmer im «Kicker» als «interessant» bezeichnete. Auch bei der EM kann der kroatische Nationalstürmer für sich werben.

 

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