Eurosport - Di 15.Apr. 16:14:00 2008
Pokalfinale im Kopf, Frankfurt vor Augen: Für Ottmar Hitzfeld ist der Spagat zwischen Bundesliga-Alltag und dem Highlight in Berlin kein Problem. "Wir sind es gewohnt, alle drei Tage Leistung zu bringen", sagte der Bayern-Trainer. Mit der Eintracht habe seine Elf ohnehin "noch eine Rechnung offen."
Für eine Pressekonferenz vor einem ganz normalen Bundesliga-Spiel eines meilenweit enteilten Spitzenreiters ist das Presserondell des FC Bayern überdurchschnittlich gefüllt. Das Interesse gilt weniger dem Gastspiel des Rekordmeisters bei Eintracht Frankfurt (Mittwoch, 20:00 Uhr im Live-Ticker) als viel mehr dem DFB-Pokal-Endspiel gegen Borussia Dortmund am Samstag in Berlin.
Für Ottmar Hitzfeld ist das Finale aber noch kein Thema. "Wir fahren nicht nach Frankfurt um dort ein Freundschaftsspiel zu machen. Wir brauchen die Punkte, weil wir noch lange nicht Deutscher Meister sind", mahnt der FCB-Coach.
Hitzfeld: "Haben noch eine Rechnung offen"
Außerdem denkt Hitzfeld nur ungern an das Hinspiel zurück, als die Bayern trotz 34 Torschüssen und 70% Ballbesitz über ein mageres 0:0 nicht hinaus kamen. "Ein verrücktes Spiel", erinnert sich Hitzfeld, "wir haben also noch eine Rechnung offen".
In der Commerzbank-Arena erwartet den Tabellenführer wohl ein ähnliches Bollwerk der Hessen. "Die Frankfurter werden uns wenig Räume lassen. Es wäre wichtig, wenn wir gleich die ersten Chancen verwerten", hofft Hitzfeld auf ein frühes Tor.
"Poldi" stolzer Vater eines Sohnes
Einer seiner Stürmer hat bereits vor dem Spiel einen Volltreffer gelandet: Lukas Podolski wurde in der Nacht zum Dienstag Vater von Sohn Louis, der ebenso wie Freundin Monika sich bester Gesundheit erfreut. "Ich gehe davon aus, dass er topmotiviert ist", sagt Hitzfeld. Schließlich wolle er bestimmt nach einem Tor mit einer besonderen Jubelszene das freudige Ereignis feiern.
Unterdessen hat sich personell die Lage nicht grundlegend entspannt. Nicht dabei sind Oliver Kahn (Nackenprobleme), Ze Roberto (gesperrt) und Hamit Altintop (Mittelfußbruch). Hinter dem Einsatz der angeschlagenen Miroslav Klose, Marcell Jansen und Franck Ribery stehen laut Hitzfeld "viele Fragezeichen". Weil das Pokalfinale dann doch seine Schatten voraus wirft, werden Martin Demichelis und Philipp Lahm nicht über die volle Distanz gehen.
Sagnol noch nicht bei hundert Prozent
So kann sich Willy Sagnol berechtigte Hoffnungen machen, von Beginn an dabei zu sein. Gegen Dortmund feierte der Franzose nach vierwöchiger Pause ein Comeback. "Es hat Spaß gemacht. Ich bin froh, dass ich wieder auf dem Platz stehen kann." Am Sonntag kam Sagnol im ungewohnten rechten Mittelfeld zum Einsatz, weil ihm laut Hitzfeld noch die in der Viererkette geforderte Schnelligkeit fehle. "Dort mache ich weniger Sprints", gesteht Sagnol.
Wie es für den Franzosen, der im Winter noch an Abschied gedacht hatte, in Zukunft weiter geht, hielt er vage. "Ich hatte ein kurzes Gespräch mit Jürgen Klinsmann. Wir werden in ein paar Wochen noch mal sprechen." Momentan fühle er sich in München wohl, aber im Fußball könne ja alles passieren. "Aber das ist im Moment nicht wichtig. Wir haben noch drei große Ziele mit Ottmar Hitzfeld", sagt er und gibt eine Prognose zumindest für die kommenden beiden Aufgaben ab. "Wenn wir gegen Frankfurt drei Punkte machen, holen wir auch den Pokal."
Von der Säbener Straße berichtet Alexander Beisse / Eurospor