Eurosport - So 15.Mrz. 20:41:00 2009
Der Hamburger SV hat sich durch einen 2:0 (2:0)-Heimsieg gegen den FC Energie Cottbus im Titelrennen zurück gemeldet. Nach durchwachsenen letzten Wochen konnten die Hanseaten einen kleinen Befreiungsschlag landen. Die Tore vor 50.000 Zuschauern erzielten Ivica Olic (32.) und Piotr Trochowski (39.).
Trainer Martin Jol zeigte sich nach dem Schlusspfiff auch dementsprechend zufrieden: "Zu Hause sind wir fast immer gut gewesen, uns hat heute die Spritzigkeit gefehlt und es war ein Arbeitssieg"
Der HSV hat nach dem Erfolg 45 Punkte und liegt damit punktgleich mit Bayern und Wolfsburg nur wegen der schlechteren Tordifferenz auf Rang vier.
Der FC Energie muss nach einem guten Rückrundenstart die dritte Niederlage in Folge einstecken und ist weiter mittendrin im Abstiegsstrudel.
Nach der überzeugenden Leistung reisen die Norddeutschen mit breiter Brust in die "Hölle von Istanbul" zum UEFA-Cup-Rückspiel gegen Galatasaray.
Nächsten Sonntag steht dann das Duell bei Schalke 04 an. Der FC Energie wird im Heimspiel gegen den 1.FC Köln versuchen, die im Abstiegskampf dringend benötigten Zähler einzufahren.
Jol brachte im Vergleich zum UEFA-Cup Spiel gegen Galatasaray unter der Woche drei Neue, veränderte aber dennoch Einiges. Alex Silva und Jansen rückten zurück in die Abwehr, dieser Maßnahme fielen Dennis Aogo und Jerome Boateng zum Opfer. Im Mittelfeld beackerte Ivica Olic den linken Flügel und Mickael Tavares bildete mit Kapitän David Jarolim die Doppel-Sechs. Außerdem kam Winter-Neuzugang Albert Streit zu seinem Startelfdebut. Für ihn musste, etwas überraschend, Piotr Trochowski zunächst zuschauen.
Sein Gegenüber Bojan Prasnikar baute die Startelf nach der Niederlage gegen Tabellenführer Hertha BSC gleich auf vier Positionen um. Für Daniel Ziebig und Mario Cvitanovic verteidigten Ovidiu Burca und Savo Pavicevic.
Nachdem Emil Jula in der letzten Woche noch der große Pechvogel war, musste er heute auf der Bank Platz nehmen. Für ihn stürmte Dennis Sörensen. Außerdem ersetzte Jan Rajnoch den erkrankten Ervin Skela.
1. Halbzeit:
Die Partie begann schwungvoll. Der HSV versuchte mit seinen beiden offensiven Außen Olic und Streit Cottbus unter Druck zu setzen.
Erste Warnzeichen für Gerhard Tremmel im Tor waren die Schüsse von Guerrero (6.) und Olic (13.). In der Folgezeit stellten sich die Gäste aber immer besser auf die Taktik der Hanseaten ein und diese Schüsse blieben die einzigen beiden Chancen für die Hausherren.
Gerade als das Spiel zu verflachen drohte, musste Jol das erste Mal wechseln. Für Petric, der mit Verdacht auf Muskelfaserriss ausgewechselt werden musste, brachte er Trochowski (29.).
Kurz darauf verlor Radeljic den Ball an den früh attackierenden Tavares. Dessen Flanke köpfte Olic gegen die Laufrichtung von Keeper Tremmel zur Führung in die lange Ecke (32.).
Nur sieben Minuten später überlistete der eingewechselte Trochowski den Cotbusser Schlussmann. Als offenbar alle bei dessen Freistoß mit einer Flanke rechneten, zog der Nationalspieler ab und traf. Sein Schuss aus 25 Metern von der rechten Seite flog über die Zwei-Mann-Mauer und schlug im kurzen Eck ein (39.).
Mit dieser verdienten, vielleicht um ein Tor zu hohen Führung ging es in die Pause.
2. Halbzeit:
Beide Teams begannen zunächst unverändert. Man merkte den Gästen an, dass sie sich gegen die drohende Niederlage stemmen wollten. Die erste Gelegenheit des zweiten Durchgangs hatten aber die Gastgeber. Nach einer Trochowski-Ecke von links kam Olic zum Kopfball und Iliev musste auf der Linie klären (48.).
Auch Cottbus kam zu ihrer ersten Großchance. Der eingewechselte Jula und Dimitar Rangelov kombinierten sich durch die HSV-Hintermannschaft und der Bulgare zog auf und davon. Aus spitzer werdendem Winkel schob er den Ball an Rost aber auch am langen Pfosten vorbei (56.).
In der Folgezeit passierte nicht mehr viel. Der HSV schonte seine Kräfte - angesichts der schweren Spiele in den kommenden Wochen in Istanbul, auf Schalke, in Stuttgart und zu Hause gegen Hoffenheim eine nachvollziehbare Maßnahme.
Den Lausitzern muss man vorwerfen, dass es ihnen nicht gelang die auf Sparflamme spielenden Gastgeber unter Druck zu setzen. Trotz eines Eckenverhältnisses von acht zu drei zu ihren Gunsten konnten sie das Tor von Frank Rost nie ernsthaft in Gefahr bringen.
Spieler des Spiels: Mickael Tavares
Der Winter-Neuzugang von den Kap Verden überzeugte durch ein starkes Spiel im defensiven Mittelfeld. 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine Torvorlage lauten die Zahlen des Mannes, der in dieser Form ein ernsthafter Kandidat für einen Stammplatz ist.
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