Planica - Norwegen dominiert Skifliegen

Eurosport - Sa 15.Mrz. 15:59:00 2008

Während die DSV-Adler beim Teamwettbewerb im Skifliegen einen weiteren Tiefschlag einstecken mussten, gelang Norwegen ein überlegener Mannschaftserfolg. In Planica siegte das skandinavische Quartett vor Finnland und Österreich, das allerdings eine bessere Platzierung durch eigene Patzer verpasste.

SKI JUMPING 2008 Norway - 0

Schon der erste Sprung von Martin Koch verunglückte völlig, nach 105,5 Metern war der "Flug" und der Traum vom Triumph an der größten Schanze der Welt vorbei. Zwar kämpften sich die Österreicher noch auf Rang drei nach vorne, doch diesen Rückstand konnten sie nicht mehr aufholen. Gregor Schlierenzauer konnte sich zumindest mit den besten Sprüngen in beiden Durchgängen trösten und schraubte den ÖSV-Rekord auf die Tagesbestweite von 233,5m.

Gegen die mannschaftlich enorm starken Norweger wäre aber auch ohne den Patzer von Koch und die nur durchschnittlichen Leistungen von Thomas Morgenstern und Andreas Kogler nichts auszurichten gewesen: Tom Hilde, Andreas Jacobsen, Anders Bardal und Björn Einar Romören zeigten keinerlei Schwäche und Flüge, deren kürzester (!) noch 210,5n weit führte. Das brachte am Ende einen Sieg mit exakt 100 Punkten Vorsprung auf die Finnen ein, bei denen Jussi Hautamäki der Schwachpunkt war. Hätte dieser die 200m-Marke nicht zweimal klar verfehlt, wäre es vielleicht doch noch knapp geworden.

Ein guter Sprung reicht nicht

Dem deutschen Team gelang es nicht einmal, den vierten Rang von der WM in Oberstdorf zu verteidigen: Martin Schmitt, Michael Uhrmann (174,5/183,5), Michael Neumayer (196,5/189,5) und Georg Späth (171/170,5) belegten noch hinter Slowenien und Tschechien den sechsten Rang. Nur Schmitt gelang mit 214,5m im ersten Durchgang ein international konkurrenzfähiger Versuch, doch auch er musste sich danach mit 182m begnügen. So rutschte das Quartett noch von Position vier zur Halbzeit um zwei Ränge ab.

"Das Ergebnis ist enttäuschend und passt zu dieser Saison. Wir müssen uns eingestehen, dass wir in diesem Jahr nicht in Schlagdistanz zur Weltspitze waren", gestand Schmitt. "Das war heute ganz schwach, es passte nichts zusammen. Es tut mir leid für die Mannschaft. Ich hoffe, dass ich am Sonntag noch zwei gute Sprünge machen kann, denn so will ich die Saison nicht beenden", gab sich Uhrmann zumindest vor dem Finale nochmals kämpferisch.

Andreas Schulz / Eurosport