Auf-die-10-Blog - Die 10 kuriosesten Trainerentlassungen
eurosport.yahoo.de präsentiert Ihnen in Zusammenarbeit mit den Eurosport-Journalisten aus England, Spanien, Russland und Italien 10 der schnellsten und skurrilsten Trainerentlassungen in Europas Vereinsfußball.
Ricardo Gomes - vor dem Start gefeuert
Der Brasilianer sollte eigentlich im Juni 2011 als Nationaltrainer Saudi-Arabiens anfangen. Gomes hatte einem Dreijahresvertrag zugestimmt, der mit rund 6,5 Millionen Euro dotiert war. Doch die Saudis lösten den Kontrakt auf, bevor der 46-Jährige seinen Job überhaupt angetreten hatte. Der Grund: Gomes bat um eine Verschiebung seines Dienstantritts, um eine Vereinbarung mit seinem Verein Vasco da Gama einhalten zu können. Doch da spielte Saudi-Arabien nicht mit - und vergab den Trainerposten an einen anderen Brasilianer: Morris Lorinzo, der bis dato die U20 des Landes betreut hatte.
Leroy Rosenior - nach zehn Minuten war alles vorbei
Diese zehn Minuten kennt ganz England: Leroy Rosenior wurde am 17. Mai 2007 als neuer Trainer bei Torquay United vorgestellt - und war seinen Job zehn Minuten später wieder los. So schnell wurde in der Geschichte des englischen Fußball bis heute kein Trainer seines Postens enthoben. Und dabei konnte Rosenior gar nichts dafür. Während er auf der Pressekonferenz präsentiert wurde, kauften neue Investoren den Klub. Neuer Geschäftsführer wurde ein gewisser Collin Lee - und der setzte mit Paul Buckle sofort einen anderen Coach ein.
Robert Körner - der Bundesliga-"Rekordhalter"
Gerade einmal 18 Tage war der inzwischen verstorbene Österreicher als Chef-Coach des 1. FC Nürnberg im Amt, bevor er am 12. April 1969 seinen Platz räumen musste. Der "Club" stieg damals in die 2. Bundesliga ab. Körner war in Nürnberg zuvor aber auch als Co-Trainer unter Max Merkel beim Gewinn des Meister-Titels 1968 dabei.
Brian Clough - eine Story wird zum Film
Es ist eine englische Fußball-Legende, die Geschichte des Brian Clough, verfilmt im Streifen "The Damned United". Der Engländer übernahm 1974 das Traineramt von Leeds United, nachdem der bisherige Coach Don Revie zum Nationaltrainer ernannt worden war. Clough sah bei United physische Schwächen im Team, die er beheben wollte. Doch die Mannschaft rebellierte, Kapitän Billy Bremner forderte die Ablösung Cloughs. Und so musste dieser nach nur 44 Tagen wieder gehen, allerdings nicht ohne eine große Abfindungszahlung. Clough, der 2004 verstarb, heuerte im Anschluss bei Nottingham Forest an, wo er zweimal den Europapokal der Landesmeister gewann.
Michael Skibbe - die "Fehleinschätzung von Berlin"
Berlin ist ein hartes Pflaster, zumindest für die Übungsleiter der Hertha. Michael Skibbe bekam von der Vereinsführung nur 52 Tage Zeit, dann korrigierte Manager Michael Preetz seine "Fehleinschätzung" und entließ den 46-Jährigen wieder. Man könnte fast von Tradition sprechen, denn mit Lucien Favre, Friedhelm Funkel, Markus Babbel und Skibbe setzte Preetz den vierten BSC-Trainer innerhalb von zweieinhalb Jahren vor die Tür.
José Antonio Camacho - als Spieler geliebt, als Trainer verjagt
Geht man so mit einer Klub-Legende um? Über 500 Spiele bestritt Camacho in der Abwehr von Real Madrid, dem einzigen Profiverein, für den der Spanier jemals auflief. Und dann das: Nach gerade einmal 23 Tagen als Trainer der "Königlichen" wurde er 1998 aus dem Amt gejagt. Sechs Jahre später holte Real Camacho zurück auf die Trainerbank - und entließ ihn nach 115 Tagen erneut.
Guy Roux - eine Legende auf Abwegen
"Monsieur AJ Auxerre" trainierte den Verein aus dem Burgund von 1961 bis 2005 mit nur minimalen Unterbrechungen. Er war es, der aus einem Amateur- einen Spitzenverein formte. 2007 kehrte der Elsässer dann beim RC Lens auf die Trainerbank zurück. Es sollte ein Kurzauftritt werden, der dreieinhalb Spiele dauerte. Nach einem schwachen Saisonstart verschwand Roux in der Halbzeit der der vierten Partie. Insgesamt stand der heute 78-Jährige in der Ligue 1 nicht weniger als 895 Mal als Chefcoach an der Seitenlinie - ein einsamer Rekord!
Daniele Arrigoni - Wechselspiele in Cagliari
Nach dem Ende der Saison 2004/2005 wechselte Arrigoni von Cagliari Calcio zum FC Turin. Cagliari-Präsident Massimo Cellino verpflichtete daraufhin Attilio Tesser. Arrigonis Engagement in Turin platzte derweil in der Sommerpause, da der Klub in finanzielle Schwierigkeiten geriet. Cagliari startete wenig später mit einer 1:2-Niederlage in Siena in die neue Saison - was Cellino dazu veranlasste, Tesser nach dem ersten Spieltag zu entlassen und Arrigoni zurückzuholen. Der kam am zweiten Spieltag zu einem 0:0 gegen Lazio Rom. Zu wenig, befand Cellino, und feuerte Arrigoni umgehend. Nachfolger Davide Ballardini hielt sich immerhin neun Partien lang, ehe Cellino wieder aktiv wurde: Ballardini musste gehen, es kam Nedo Sonetti. Und der durfte die Saison dann auch zu Ende bringen.
Christoph Daum - der verhinderte "Retter"
Eingeplant als "Retter der Eintracht", quittierte Daum nach 54 Tagen freiwillig seinen Dienst in Frankfurt. Sieben sieglose Spiele und der Abstieg in die 2. Bundesliga waren dem gebürtigen Sachsen gewaltig gegen den Strich gegangen. Sein Vorgänger damals in Frankfurt war übrigens: Michael Skibbe - der jüngst nach 52 Tagen Amtszeit bei den Herthanern gehen musste.
Víctor Muñoz - das "Rätsel von Grosny"
Der Spanier stieg Ende 2010 als Trainer beim tschetschenischen Klub Terek Grosny ein. Doch nur drei Wochen später war der ehemalige Nationalspieler wieder weg. Das heißt, eigentlich war er gar nicht erst da, denn Muñoz hatte noch keinen Schritt in die Hauptstadt der autonomen Republik gesetzt. Der Grund: Man habe sich nicht über verschiedene Bedingungen einigen können. "Ich will nicht in die Details gehen", wiegelte Muñoz ab. Auf dem Vertragspapier sei aber "nicht das gestanden, was mir ursprünglich versprochen worden war".


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