Dakar - Peterhansel vor Sieg, Deutscher Zweiter
So 15.Jan. 02:01:00 2012
Spitzenreiter Stéphane Peterhansel hat im Mini die vorletzte Etappe der diesjährigen Rallye Dakar souverän gewonnen. Der Franzose, dem der Gesamtsieg der 33. Auflage praktisch nicht mehr zu nehmen ist, verwies Giniel de Villiers mit Beifahrer Dirk von Zitzewitz um über acht Minuten auf Rang zwei.
Das südafrikanisch-deutsche Duo festigte damit im eigentlich unterlegenen Toyota aber seinen dritten Gesamtrang vor der abschließenden 29 Kilometer langen Wertungsprüfung am Sonntag.
Dritter wurde auf der 13. Etappe in Andreas Schulz aus München ein weiterer deutscher Beifahrer. Am Steuer des Minis saß der Russe Leonid Nowitzki. Das russisch-deutsche Gespann gehört ebenso wie Peterhansel und der Gesamtzweite, Joan Roma, zum hessischen X-raid-Team.
Der Spanier konnte sich auf dem 275 Kilometer langen Prüfungsabschnitt nicht unter den Top Fünf platzieren und liegt im Klassement vor dem Finale an diesem Sonntag mit dem Ziel in Lima über 40 Minuten hinter Peterhansel.
Überschlag im Hummer
Die Dünenzone der 13. Etappe sorgte auf dem Weg Richtung Pisco für Turbulenzen. Robby Gordons (Hummer) Aufholjagd wurde durch einen Überschlag gebremst, er konnte aber weiterfahren. Joan "Nani" Roma (MINI) blieb im Sand stecken und büßte über 20 Minuten ein.
Keine Probleme hatte dagegen Stephane Peterhansel. Der Franzose dirigierte seinen MINI sicher ins Ziel und feierte den Tagessieg. In der Gesamtwertung hat Peterhansel für den letzten Tag einen Vorsprung von knapp 43 Minuten. Der zehnte Dakar-Sieg ist ihm kaum noch zu nehmen.
Auf dem Weg von Nazca Richtung Pisco musste zunächst eine Verbindungsstrecke über 100 Kilometer zurückgelegt werden. Gordon nahm die Speziale über 275 Kilometer als Erster auf, gefolgt von Leonid Nowitskiy (BMW), de Villiers, Roma und Peterhansel. Der erste Abschnitt führte entlang des Pazifik und es galt Sand und Geröllfelder zu bewältigen.
Die wahre Herausforderung war ein Dünenabschnitt im letzten Teil. Der Vortag hatte gezeigt, dass sich in diesem Terrain die Geschehnisse überschlagen können. Auch heute war dies im wahrsten Sinne des Wortes der Fall.
Gordon vom Pech verfolgt
Zunächst preschte Gordon an der Spitze auf und davon. Der US-Amerikaner fuhr gewohnt aggressiv und legte ein hohes Tempo an den Tag. Bei der zweiten Zwischenzeit hatte er 8:45 Minuten Vorsprung auf Peterhansel. Roma folgte als Dritter, aber auch de Villiers im Toyota mischte im bunten MINI-Feld munter mit. Anschließend warteten die schwierigen Dünenfelder. Gleich zu Beginn, bei Kilometer 182, blieb Gordon stehen. Nach rund sieben Minuten setzte der Allrounder seine Fahrt fort.
Diese Stelle stellte sich als Problemzone heraus, denn wenig später steckte dort Roma fest. Auch de Villiers büßte dort einige Minuten ein. Keine Probleme hatte dagegen Nowitskiy, der dieses Gebiet locker bewältigte. Peterhansel hatte eine etwas andere Route eingeschlagen und fuhr nördlich an dieser Zone vorbei. Am längsten steckte dort Krzysztof Holowczyc (MINI) fest, nämlich mehr als 25 Minuten. Das war aber nur der Auftakt der Turbulenzen.
Bei Kilometer 202 überschlug sich Gordon vorwärts auf einer Düne. Ihm und seinem Co-Piloten Johnny Campbell war dabei nichts passiert. Auch der robuste Hummer steckte die Rolle weg und Gordon setzte seine Fahrt fort. 20 Kilometer später musste er allerdings wieder anhalten. Diesmal war ein Reifenschaden der Verursacher. Beim vierten Wegpunkte zeigte sich schließlich ein verändertes Bild an der Spitze.
Peterhansel hatte die Führung übernommen. De Villiers war im Zeitklassement Zweiter, Gordon hatte insgesamt 37 Minuten eingebüßt. Auch Roma hatte bis dahin 24 Minuten auf Peterhansel verloren. Es lief also alles für den Franzosen. Auf den letzten Kilometern bis Pisco änderte sich auch nichts mehr. De Villiers erreichte das Ziel als Erster, doch der Tagessieg ging an Peterhansel.
"Erleichterung kommt erst auf Podium"
Es war sein dritter Etappensieg in diesem Jahr. Mit Ausnahme des ersten und dritten Tages führte Peterhansel immer die Gesamtwertung an. Das heutige Ergebnis hat den Franzosen seinem insgesamt zehnten Dakar-Sieg deutlich näher gebracht. Am morgigen letzten Tag sollte bis Lima nichts mehr passieren, denn es stehen nur noch 29 Wertungskilometer auf dem Programm. Technische Defekte darf es aber nicht geben, sonst feiert ein anderer Fahrer den Dakar-Sieg.
"Das ist keine Etappe, die wir gewinnen wollten", sagt Peterhansel im Ziel. "Wir wollten vor allem alle Fallen umgehen, vor allem nach dem gestrigen Festfahren im Sand. Vom Überwinden von Dünen her war dies die schwerste Etappe der ganzen Dakar. Wir haben uns für eine Strategie mit niedrigem Reifendruck schon ab dem Etappenstart entschieden. An manchen Stellen mussten wir daher wirklich sehr vorsichtig sein, aber wir haben es gut durch die Dünen geschafft."
"Es gab einen hohen psychologischen Druck, weil wir gestern wirklich fast die Dakar verloren hätten. Einen Sieg baut man Tag für Tag auf, und ich fühle mich immer noch im Rennen. Es bleiben 30 Kilometer Spezialwertung, und wir können noch ein technisches Problem bekommen. Ich kann heute Abend noch nicht voll durchatmen. Die Erleichterung kommt erst auf dem Podium."
De Villiers/von Zitzewitz auf Platz drei
Roma hatte im Ziel heute 23 Minuten Rückstand. Dadurch vergrößerte sich Peterhansels Gesamtvorsprung auf 42:57 Minuten. Mit einer weiteren starken Fahrt sicherte de Villiers den Podestplatz ab. Der Südafrikaner hatte heute als Zweiter acht Minuten Rückstand auf Peterhansel. In der Gesamtwertung liegt er sicher auf dem dritten Platz, denn Nowitskiy, der heute Dritter wurde, hat eine Stunde Rückstand.
"Heute haben wir uns wieder einmal festgefahren, doch diesmal war es eine echt sportliche Einlage für mich", berichtet von Zitzewitz, der Navigator von de Villiers. "Ich musste Giniel anschieben, damit er über die Dünenkuppe kam und ihm etwa 300 Meter hinterherlaufen. Wir haben von dieser Zeit viel wieder gutgemacht, als es an einem Wegpunkt etwas Konfusion mit der Navigation gab. Dort habe ich als Erster den Weg herausgefunden und so konnten wir als erstes Auto durchs Ziel fahren. Der gestrige und auch der heutige Tag waren einfach klasse, denn die Etappen waren so, wie Dakar-Etappen sein müssen. Das macht die Dakar aus."
Gordon büßte heute 36 Minuten ein und fiel in der Gesamtwertung auf den fünften Platz zurück.
Die Zusammefassung der 13. Etappe:
Dakar mag - Cars
TV-Tipp:
Bei Eurosport sehen Sie vom 1. bis 15. Januar 2012 die täglichen Dakar-News, die Highlight-Show sowie Live-Interviews aus dem Biwak. Unser Reporter-Team mit den Experten meldet sich LIVE von den Etappen und wird Sie mit allen aktuellen Infos und Bildern versorgen.
dpa / Motorsport-Total.com

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