Dakar 2009 - Bauers Dakar-Blog: Creme de la Creme

Eurosport - Do 15.Jan. 15:36:00 2009

Die Besten der Besten messen sich bei der Dakar. Die Crème de la crème des Off-Road-Rallye-Sports. Doch während der Rallye übernimmt eine andere Creme hier die Rolle der Nummer 1. Nein, nicht die VIPs, die täglich durchs Biwak geschleust werden. Eine Creme im wahrsten Sinne des Wortes: Sonnen-Creme.

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Man ist im Biwak wie eingekerkert. Selten kann man hinaus und oft sind dann keine Shops in der Nähe. In Afrika war es noch heftiger, sich rechtzeitig mit den nötigen Konsumgütern oder anderen Utensilien einzudecken. Und da die Sonne hier ordentlich runter brennt, sind meine drei Tuben Sonnencreme mittlerweile eine Palette Quilmes wert. Und das hiesige Gebräu, das so manches Trikot der argentinischen Liga ziert, ist nicht schlecht und daher hoch im Kurs.

Hoch im Kurs war auch der heutige "Feiertag". Auch wenn sich einige hinter sportlichen Ausflüchten verbargen, so waren doch schlussendlich alle froh, einen Tag weniger Strapazen zu haben. Schließlich zahlt man ja für das Abenteuer, das Leiden kommt auf den Etappen schon nicht zu kurz. Und jeder Privatier freut sich, sagen zu können, er habe eine Dakar zu Ende gefahren. Lieber das, als: "Ich musste in den Dünen aufgeben."

Lediglich Giniel de Villiers nehme ich ernsthaft ab, dass er gerne die ausgefallen Kilometer gefahren wäre. Er ist ein echter Racer und als wir vor dem Interview einige Zeit zum Plaudern haben, erzählt er mir ein wenig von dem Frust, nur Dritter zu sein. Er hätte bei seiner ersten Dakar auf Nissan schon fast das Podium geschafft, jetzt zählt für ihn nur noch der Sieg.

Für Annie Seel ging es heute um anderes. Am Abendtisch setzt sie sich kurz zu mir, erzählt mir von der Verbindungsetappe. "Beinahe hätte es mich da erwischt", so die Schwedin, die auch VW Polo Cup fährt. Sie war nach der gestrigen Etappe so geschafft, dass sie öfters auf der Strecke in Sekundeschlaf fiel. Einmal wäre sie dabei fast mit einem parkenden Auto kollidiert.

Dirk von Zitzewitz hat derweil rechtzeitig Pause gemacht. Er und Giniel hielten an einem See an, um mit RTL zu drehen. Dabei durfte er die Moderatorin Nazan Eckes "reanimieren". Nicht Mund-zu-Mund, aber immerhin konnte er ihr Sauerstoff in der Flasche verabreichen. Da machte wohl der ein oder andere VW-Kollege große Augen.

Ansonsten war die ausgefallene Dakar-Etappe ein geselliges Beisammensein. Keiner hatte wirklich viel zu reparieren außer den LKWs und einigen Unglücklichen. So hatten sich zum Beispiel einige LKWs auf dem Biwakparkplatz festgefahren. Derweil fuhr Robby Gordon auf dem Dach eines seiner Begleit-Hummer H1 durch das Biwak und filmte mit seiner Handy-Cam.

Auf argentinischem Boden sind auch sofort die Fans wieder da. Einfach unglaublich, was die hier veranstalten. Im Biwak wurden einige Kisten Wein und Speise-Öl verteilt, einfach so als Geschenke, die die Händler draußen abgegeben hatten. Besonders Alain Duclos zeigte sich dabei sehr beeindruckt. "Die Stimmung hier und die Fans sind einmalig." Er nutzte die Pause, schnappte sich seine Kästle-KTM und fuhr an die wenigen Kilometern entfernten heißen Thermen. "Eine Wohltat für meinen kaputten Rücken."

Mirjam Pol, die beste Frau dieser Dakar bei den Bikes, legte fast vor aller Augen ihre Kleider ab und stiegt knapp bekleidet mit den Worten in den Schlafsack: "Wer es wagt, mich zu wecken, der darf morgen gegen mich fahren." Bei dem Tempo, dass sie derzeit vorlegt, hat da so mancher Kerl einen großen Bogen um ihre Iso-Matte am Ende des Essenszelts gemacht.

Bei den Frauen ist jedenfalls sie die Creme de la Creme, wenn auch eher für den rauheren Haut-Typ.

Aus Argentinien berichtet Gernot Bauer / Eurosport

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